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„Wiederholgenauigkeit der Messergebnisse ist entscheidend“

Frank Erbstößer, Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG , und Bastian Birkenfeld, Kelch GmbH
„Wiederholgenauigkeit der Messergebnisse ist entscheidend“

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Im Rahmen seiner langjährigen Kooperation mit der Kelch GmbH hat der Werkzeugmaschinenhersteller Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG sein neues, zentral eingerichtetes Voreinstellzentrum um ein kompaktes Werkzeugeinstellgerät Kenova set line H3 erweitert. Welches Potenzial sich im Hinblick auf effizientere Abläufe und Anbindung an Industrie-4.0-Prozesse eröffnet, erläutern Frank Erbstößer, Leiter Einstellerei bei Schütte und Bastian Birkenfeld, Gebietsverkaufsleiter und Technischer Anwendungsberater bei Kelch.

mav: Herr Erbstößer, die Firma Schütte hat als weltweit agierender Werkzeugmaschinenhersteller ein neues Voreinstellzentrum eingeführt. Welche Strategie steht dahinter?

Erbstößer: Wir haben die Voreinstellprozesse für unsere führende Produktgruppe Mehrspindelautomaten zentralisiert, um die interne Logistik zu optimieren und eine bessere Anbindung an Industrie-4.0-Prozesse zu erreichen. Das ist vor allem für Produktgruppen wie die Weltneuheit ECX 46/65 entscheidend, für deren Herstellung wir noch effizientere Prozesse benötigten. Unser Voreinstellzentrum für die Schneidwerkzeuge ist nun in einem zentral gelegenen Raum angesiedelt, der Platz für zwei Voreinstellgeräte der Firma Kelch bietet.

Eines der Voreinstellgeräte haben Sie mit der Zentralisierung neu in Betrieb genommen: das Werkzeugeinstellgerät Kenova set line H3. Wie kam es dazu und welche Vorteile bietet diese Erweiterung?

Erbstößer: Wir kooperieren ja schon seit mehr als 30 Jahren mit Kelch und haben im Vorfeld der Neuorganisation auch mit unserem Berater Bastian Birkenfeld von Kelch Kontakt aufgenommen. Die erweiterte Konzeption unseres Voreinstellzentrums erforderte ein Werkzeugeinstellgerät, das fit für Industrie 4.0-Anwendungen ist und über entsprechende Schnittstellen verfügt.

In der Bedarfsanalyse zusammen mit Kelch konnten wir die Geräteversion passend zu unserem Produktionsspektrum aussuchen. Dabei stellte sich heraus, dass die kompakte Bauversion Kenova set line H3, die Kelch übrigens in enger Abstimmung mit uns entwickelt hat, perfekt auf die Messwege der Werkzeuge unserer Produktgruppe Mehrspindelautomaten zugeschnitten ist und sogar zum einzigartigen Maschinenkonzept unserer innovativen Einspindler-Serie ECX 46/65 passt.

Gerade im Bereich Mehrspindler ist die Wiederholgenauigkeit der Messergebnisse entscheidend für ein einheitliches Maß der Werkzeuge. Sehr im Sinne unserer präzisen Prozesse ist auch das intelligente Bildverarbeitungs- und Kamerasystem für die bedienerunabhängige Einstellung und Messung. Und zur μm-genauen Feinverstellung der X- und Z-Richtung bietet das Werkzeugeinstellgerät eine manuelle Einhandbedienung der X- und Z-Achsen mit Endlosfeinverstellung. Gleichzeitig bildet die thermostabile und FEM-optimierte Feroguss-Konstruktion die optimale Voraussetzung für die häufige Nutzung im Voreinstellzentrum.

Wie kommen Ihre Mitarbeiter mit dem Kenova set line H3 zurecht? Gab es Startschwierigkeiten bei der Einführung?

Erbstößer: Obwohl noch ein anderes Werkzeugeinstellgerät im neuen Voreinstellzentrum zur Verfügung steht, nutzen unsere Mitarbeiter schon nach kurzer Einführungszeit fast nur noch das Kenova set line H3; Probleme gibt es dabei nicht. Das unterstützen wir auch, denn als weltweiter Technologieführer im Bereich Mehrspindeldrehautomaten sind unsere Qualitätsstandards so hoch, dass wir täglich sämtliche kritischen Fertigungsteile mithilfe hochmoderner Messmittel und Prüfmaschinen kontrollieren.

Herr Birkenfeld, Sie haben Schütte bei der Auswahl des passenden Werkzeugeinstellgeräts beraten und kennen die Situation bei Schütte vor Ort sehr gut. Wie kam es zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Kenova set line H3?

Birkenfeld: Bei der gemeinsamen Entwicklungsarbeit stand eine optimale Ausstattung für die Zielmärkte im Fokus, und zwar zu einem ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis. Die entsprechenden Berechnungen hat Schütte für uns realisiert. Der erfolgreiche Einsatz dieser kompakten Gerätevariante bei vielen unserer Kunden zeigt einmal mehr, dass die langjährige Kooperation zwischen Kelch und Schütte auch vielen anderen Kunden zugutekommt.

Industrie 4.0 ist inzwischen im Maschinenbau eine feste Größe. Welche Vorteile bietet das Gerät der Firma Schütte in diesem Punkt?

Birkenfeld: Mit Kenova set line H3 verfügt Schütte über ein stabiles, präzise messendes System, das die Anbindung an Werkzeugverwaltungssysteme und eine weitere Vernetzung über zahlreiche Schnittstellen erlaubt. Das bedeutet in der Anwendung, einerseits über die gewohnt hohe Präzision und Wiederholgenauigkeit zu verfügen, wie man sie von Kelch-Geräten kennt, gleichzeitig aber auch neue Prozesse mit Industrie-4.0-Anwendungen integrieren zu können. So lassen sich die eingestellten Daten zum Beispiel über die mitgelieferte Software Easy wahlweise per Etikettendruck, Datenübertragung über das Netzwerk, Anbindung an Werkzeugverwaltungssysteme, CAM-Systeme oder mit QR-Code übermitteln.

Schütte übernimmt die Voreinstelldaten in das SICS-Tool-Management, eine Softwarelösung für die automatisierte Datenübernahme in die Maschinensteuerung. Dank SICS-Tool-Management sind die Daten schneller verfügbar, außerdem entfallen Ablesefehler, sodass Schütte von einer höheren Prozesssicherheit profitiert. Da die Produktion flexibel über die Daten verfügen kann, lassen sich bei Bedarf auch Logistikprozesse optimieren. Insgesamt ist also schon mit dieser ersten Vernetzung ein wichtiger Schritt für die ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft entstanden. Und das, obwohl das Potenzial der Kenova set line H3 für Schütte noch reichlich Reserven bereithält.

Gibt es Kelch-Produkte, die effiziente Prozesse in Ergänzung zu Kenova set line H3 zusätzlich unterstützen können?

Birkenfeld: Ja, das haben wir bei der Lieferung an Schütte auch berücksichtigt. Als sinnvolle Ergänzung haben wir hier das modulare Schrumpfgerät i-tec M mitgeliefert, das bei der Fertigung der Mehrspindler mit sekundenschnellem Aufheizen und einer patentierten Kontaktkühltechnologie einen weiteren Beitrag zu mehr Effizienz leistet. Für die Werkstattlogistik bei Schütte kommen ergänzend Varitul-Transportwagen aus dem Hause Kelch zum Einsatz. Wir freuen uns darüber, dass die Firma Schütte es möglich macht, die in Betrieb genommenen Kelch-Produkte ausgewählten Kunden und Interessenten auch einmal im Einsatz zu präsentieren. Das realisieren wir selbstverständlich immer in gemeinsamer Absprache und mit individueller Terminplanung.

Kelch GmbH
www.kelch.de

Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG
www.schuette.de

Kelch GmbH
Werkstr. 30
D-71384 Weinstadt
Telefon: +49 (0) 71 51 / 2 05 22–0
E-Mail: info@kelchgmbh.de
Internet: www.kelch.de

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