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„Integrierte Robotik erreicht eine höhere Performance“

Interview Christoph Anding, Country Sales Manager Germany bei Comau Robotics
„Integrierte Robotik erreicht eine höhere Performance“

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Warum für Comau Robotics and Automation Products integrierte Robotersteuerungskonzepte ganz oben auf der Agenda stehen und was hinter der CNC-Kooperation mit Siemens steckt, erklärt Christoph Anding, Country Sales Manager Germany.

Das Interview führte: Armin Barnitzke

Welche Themen stehen für Comau Robotics in Deutschland 2019 und 2020 im Vordergrund?

Anding: In Deutschland fokussieren wir uns stark auf integrierte Robotiklösungen. Hier haben wir Kooperationen mit Siemens, B&R und Keba. Wir verzichten dann auf unseren Roboter-Controller: Der Maschinenbau-Kunde bezieht von uns nur den nackten Roboterarm. Von den Steuerungspartnern wie zum Beispiel Siemens bezieht er dann die Steuerung. Der Kunde kann dementsprechend den Roboter in seiner gewohnten SPS- oder CNC-Umgebung ansteuern und muss keine spezielle Roboter-Programmiersprache zusätzlich lernen. Alles läuft integriert, bis hin zur Diagnose.

Was ist der Vorteil?

Anding: Es gibt keine zusätzlichen Schnittstellen. Und jede Schnittstelle bedeutet stets Verluste in der Zykluszeit. Bei integrierten Robotiklösungen werden die Robotermotoren direkt aus dem Antriebsmodul angesteuert – ohne Handshake. Damit erreichen wir eine höhere Performance und weniger Programmieraufwand, als wenn ein Roboter-Controller zwischengeschaltet wäre.

Auf welche Anwendungen zielen ihre Kooperationen?

Anding: Unsere recht neue Kooperation mit Keba zielt auf ähnliche Bereiche wie die schon länger bestehende Kooperation mit B&R, konkret Handling, Packaging und Palettieren. Dagegen geht es bei der Kooperation mit Siemens um präzise CNC-Anwendungen: Etwa Aluminium-Fräsen mit dem Roboter oder um das Legen von Carbon-Bahnen im Flugzeugbau.

Geht es bei der Siemens-Partnerschaft auch um das Be- und Entladen von Maschinen?

Anding: Natürlich kann man über die Sinumerik-Lösung auch das reine Be- und Entladen realisieren. Aber darüber hinaus kann der Roboter eben auch weitere Prozesse übernehmen, beispielsweise kann man so Bearbeitungsprozesse wie das Entgraten aus der CNC-Maschine auslagern. Damit wird die oftmals kritische Bearbeitungszeit in der Maschine verkürzt und der Roboter vor der Maschine mit Bearbeitungsprozessen ausgelastet, bei denen es nicht auf allergrößte Genauigkeit ankommt.

Wie wird das umgesetzt?

Anding: Die eigentliche CNC-Maschine läuft im ersten Kanal der Sinumerik und der Roboter im zweiten Kanal. Der Roboter ist für die Sinumerik also quasi ein ergänzender Teil der Maschine. Weiterer Vorteil dabei: Man kann die ganze CAD/CAM-Prozesskette nutzen, den digitalen Zwilling als CAD-Modell laden und zunächst in der virtuellen Umgebung einen Prozessablauf planen. Bei einer Bauteiländerung muss man nur die neuen CAD-Daten laden. Was man dadurch an Programmieraufwand spart, ist wirklich sehr beeindruckend.

Haben Sie schon konkrete Kundenprojekte?

Anding: Wir haben bei Siemens selbst mehrere integrierte Sinumerik-Roboter-Systeme umgesetzt. Einige Motorenwerke von Siemens beispielsweise nutzen diese CNC-Lösung, damit der Roboter dort ausgelagerte Prozesse übernimmt. Wir haben auch viele andere Kundenanwendungen umgesetzt: Von Aerospace über Automotive bis hin zu kleineren Lohnfertigern.

Siemens hat in Sachen CNC-Roboter-Integration seit Längerem auch eine Kooperation mit Kuka. Wie kam Comau hier ins Spiel?

Anding: Bei der Kuka-Siemens-Kooperation ist stets noch die Robotersteuerung vorhanden. Einige Kunden wollten jedoch eine tiefere Integration und forderten, eine Steuerung einzusparen. Da wir mit B&R bereits eine integrierte Lösung umgesetzt hatten, waren wir natürlich interessiert, als die Kunden und Siemens auf uns zukamen.

Comau Deutschland GmbH
www.comau.com



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