Mit dem Thinking-Label gibt die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg (Leichtbau BW GmbH) monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform. Im Mai 2021 ging der Preis an Instawerk, ein aus der Universität Stuttgart hervorgegangenes Start-up. Mit seiner Online-Beschaffungsplattform für CNC-Bauteile sei es dem Gründungsteam gelungen, einen echten Bedarf im Leichtbau zu decken. Instawerk-Nutzer sparten Kosten, Aufwand und Zeit.
Die Plattform ermöglicht Konstrukteuren, Entwicklern und Ingenieuren, die CAD-Modelle ihrer Bauteile in einer Maske online hochzuladen und direkt zu konfigurieren. Der Anwender bekommt direkt einen sauber kalkulierten Preis für sein Leichtbau-Teil und kann es – wie in einem klassischen Online-Shop – bestellen oder ein kaufmännisches Angebot anfordern. Die bestellten Bauteile werden von CNC-Partnerbetrieben hergestellt.
Die sofortige und wettbewerbsfähige Preiskalkulation wird möglich, weil Instawerk nicht nur Vermittler, sondern Vertragspartner ist – sowohl für die Unternehmen, die ein CNC-Bauteil benötigen, als auch für die Unternehmen, die Frässervices anbieten.
Umfangreiches Programm an Leichtbaumaterialien
Bei der Entwicklung von Leichtbauteilen werden häufig unterschiedliche Prototypen oder Kleinserien benötigt. Instawerk bietet deshalb verschiedene Leichtbauwerkstoffe an, aus denen die Bauteile hergestellt werden können. Von Metallen wie hochfesten Aluminiumlegierungen der 7000er Reihe (unter anderem AW-7075) oder Titan bis hin zu High-Performance Kunststoffen wie PEEK steht ein umfangreiches Portfolio an Materialien zur Verfügung.
Eine andere Anwendung im Leichtbau finden die ebenfalls verfügbaren Werkzeugstähle. Aus diesem Werkstoff können zum Beispiel komplexe Umformwerkzeuge für die Thermoplast-Composite-Fertigung einfach und mit schneller Verfügbarkeit online bestellt werden.
Großer Zeitvorteil
In der Regel läuft die Beschaffung für CNC-Teile auf klassischem Weg ab: Das bestellende Unternehmen fragt verschiedene Frässervices an, die Wartezeit auf die Angebote beginnt. Diese müssen bei Eingang gesichtet, gewichtet und auf die voraussichtlich zu erwartende Bauteilqualität hin beurteilt werden, bevor der Auftrag erteilt werden kann. Dieser ganze Vorgang nimmt durchaus bis zu zehn Wochen in Anspruch.
Ein weiterer Zeitverzug kann in der Bearbeitung entstehen. Da es sich in der Regel um wenige Bauteile handelt, stellt das CNC-Unternehmen seinerseits häufig unterschiedliche Aufträge verschiedener Kunden unter Kostengesichtspunkten oder Aspekten wie Werkstoff- oder Maschinenauslastung zusammen – eine schnellere Einzelfertigung kostet Aufschlag.
Nicht so bei Instawerk: Bestellende Unternehmen haben nur noch einen Ansprechpartner, nur noch eine Anfrage durchzuführen – auf der Online-Plattform. Feature-Erkennung, Maschinenzuweisung und Auftragskoordinierung laufen dabei automatisiert über eine CAD-Cloudlösung ab, deren Server in Deutschland stehen und die höchste Datensicherheit bietet.
Da es sich um eine Online-Plattform mit automatisierter Preiskalkulation handelt, ist der Frässervice 24/7 verfügbar. Werden die Teile besonders dringend benötigt, ist sogar eine garantierte Expresslieferung innerhalb von zwei Tagen möglich. Das kann bei vielen Entwicklungen im Leichtbau der entscheidende Zeitvorteil sein.
Außerdem können Leichtbaulösungen durch Abfragen auf Instawerk im Entwicklungsprozess immer wieder online auf ihre Kosten hin bewertet werden. Das macht Leichtbau plan- und bezahlbar.
Hohe Qualität auch für kleinere Unternehmen
Instawerk steht als Vertragspartner der bestellenden Unternehmen für eine hohe Qualität der Bauteile. Anstelle von Einzelfertigung wird der Auftrag als einer von vielen gebündelt und dem jeweils spezialisierten CNC-Fräsunternehmen vermittelt.
Aber auch die CNC-Bearbeiter hätten von diesem „Amazon-System“ einen deutlichen Nutzen und partizipierten deshalb gern, so Instawerk. Denn sie erhielten stetig und sinnvoll gebündelte Aufträge – von einem Partner. Weniger Zeit und Kosten für die Verwaltung und eine bessere Maschinenauslastung seien die Vorteile für die am System teilnehmenden Fräs-Dienstleister.
Die Einsparungen an Verwaltung und Organisation gibt Instawerk direkt an die Kunden weiter. Im Schnitt sind die Preise um knapp ein Fünftel günstiger. Das ist für kleinere Unternehmen ein wichtiges Argument, denn sie können so trotz geringer Bestellmengen von spezialisierten Bearbeitern und hoher Verfügbarkeit profitieren.
Instawerk wird vor allem von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen genutzt, aber auch zunehmend von kleinen und mittleren Unternehmen, die ihre Produktion steigern möchten.
Instawerk im Video
Instawerk GmbH
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Leichtbau BW GmbH
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Online-Beschaffung in der Praxis bei Fraunhofer
Für die Herstellung von Composite-Strukturen sind hochautomatisierte Fertigungsverfahren mit kurzen Zykluszeiten erforderlich, um mit der konventionellen Metallbauweise konkurrieren zu können. Das thermoplastische Automated Fiber Placement am Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV stellt ein solches Verfahren zur Herstellung von automatisierten Thermoplastgelegen (Preforms) dar. Insbesondere bei der Verarbeitung von Hochleistungsthermoplasten, wie bspw. PEEK, kommt es auf Grund der hohen Verarbeitungstemperatur jedoch zu gewissen Herausforderungen, die die Prozessstabilität verringern. Über die Online-Fertigungsplattform Instawerk werden Kompaktiereinheiten für das Automated Fiber Placement in wenigen Klicks online bestellt.