„Zerspanen bleibt maßgebliche Fertigungstechnologie“

Erfolgreicher Branchentreff in Tuttlingen

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Trotz Herausforderungen durch die Mobilitätswende bleibt die Zerspanung eine maßgebliche Fertigungstechnologie und Wirtschaftsmotor der Region – so die Botschaft von Branchenexperten auf dem
3. Innovation Forum Zerspanungstechnologie, zum dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, der Technologieverbund Technology-Mountains und das Kompetenzzentrum für Spanende Fertigung an der Hochschule Furtwangen (KSF-Institut) am 4. Juni nach Tuttlingen eingeladen hatten. Dort referierten und diskutierten mehr als 180 Teilnehmer über wegweisende Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Ideen in der Zerspanungstechnologie.

„Wir alle wissen, dass unsere Zerspanungsbranche vor einigen Herausforderungen steht, über die wir hier auf diesem Forum reden müssen“, sagte IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd in ihrer Begrüßungsansprache. Diese Herausforderung fokussiere sich vor allem im Systemwandel in der Automobilindustrie. Sie sei sich sicher, dass sich der Markt in Richtung Elektromobilität verschieben – aber auch, dass die weltweite Nachfrage nach Hybrid- und Verbrennungsmotoren steigen werde. Deshalb forderte Hakenjos-Boyd Technologieoffenheit bei der Entwicklung neuer Antriebe ein. „Wir lehnen es ab, sich jetzt schon einseitig auf den elektrischen Antrieb festzulegen.“

Insgesamt zeigte sich die IHK-Präsidentin zuversichtlich, was die regionale Zerspanungsindustrie anbelangt. „Ich bin mir sicher, dass unser Know-how in der Präzision künftig mehr denn je gefragt sein wird. Zerspanen bleibt maßgebliche Fertigungstechnologie.“

Dr. Harald Stallforth, Vorstandsvorsitzender des Technologieverbundes Technology-Mountains, bezeichnete die Zerspanungsbranche sogar als den Wirtschaftsmotor der Region schlechthin, der zwar traditionell anmute, jedoch ein hoch innovativer Bereich sei.

Prof. Konrad Wegener, Institutsleiter an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, sprach über die notwendige Koexistenz von subtraktiver und additiver Fertigung. Denn die additive Fertigung sei ein Urformverfahren, das erst durch die Nachbearbeitung funktionale Oberflächen und geometrische Genauigkeit erhalte. „Die additiven Fertiger denken, dass die Teile automatisch fertiggestellt aus der Maschine kommen. Dem ist aber nicht so“, erklärte Wegener. Die Lösung sei eine Kombiproduktion aus dem Aufbauen von Bauteilen mit additiver Fertigungstechnologie und dem Abschleifen: So entstehe ein Hybridbauteil.

Um moderne Zerspanungstechnologien ging es bei dem Ausblick von Prof. Bahman Azarhoushang. Er präsentierte seine Forschungsergebnisse zur Hochgeschwindigkeitszerspanung. Danach sei die Schnittgeschwindigkeit der wichtigste Parameter bei der Zerspanung hinsichtlich Leistung, Kosten, Produktivität, Energie- und Ressourceneffizienz sowie der Werkzeugstandzeit. „In Zukunft werden noch höhere Schnittgeschwindigkeiten bei den Zerspanungsprozessen eingesetzt“, blickte der Leiter des KSF-Instituts in die Zukunft.

Abgerundet wurde das Forum durch eine begleitende Ausstellung, in welcher 20 Unternehmen ihr Know-how in der Zerspanungstechnik anschaulich präsentierten und die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken einluden. „Wir freuen uns sehr, dass sich das Innovation Forum Zerspanungstechnologie als Plattform etabliert hat, um Kontakte mit Geschäfts- und Entwicklungspartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu knüpfen“, so das Resümee der drei Veranstalter.

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