Deutsche Meister im Drehen und Fräsen lösen Ticket nach Sao Paulo

Beste Nachwuchszerspaner gekürt

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Unter tosendem Applaus sind die angehenden Zerspanungsmechaniker Tim Zelmer (18 Jahre, Gildemeister Drehmaschinen GmbH, Bielefeld) und Patrick Aiple (20 Jahre, Chiron-Werke GmbH, Tuttlingen) auf der AMB als Deutsche Meister der Worldskills Germany im Berufswettbewerb CNC-Drehen bzw. -Fräsen geehrt worden. Gleichzeitig lösten sie ihre Tickets als Mitglieder im Team Germany für die nächsten Weltmeisterschaften der Berufe Worldskills 2015 im brasilianischen Sao Paulo. Dort treffen sich die besten Fachkräfte aus 60 Ländern, um in über 40 Berufsdisziplinen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung ihre Weltmeister zu ermitteln.

„Die Besten ihres Fachs fahren nach Brasilien zur WM“, kommentiert Worldskills Germany-Geschäftsführer Hubert Romer. „Aber von allen Teilnehmern haben wir hier einen exzellenten Wettkampf gesehen: Hohes Leistungsniveau gepaart mit modernsten Dreh- und Fräsmaschinen. Die vielen internationalen Besucher konnten live miterleben, wie engagiert die jungen Fachleute sich ins Zeug gelegt, Können, Präzision und starke Nerven gezeigt haben.“ Die Deutschen Meisterschaften hätten neugierig gemacht auf eine Ausbildung im Bereich Zerspanung und verdeutlicht, wozu junge Leute fachlich unter Wettkampfbedingungen in der Lage sind.
Auf den Medaillenrängen landeten bei den CNC-Drehern die beiden 19-Jährigen Raphael Stohmann (2. Platz, Gildemeister Drehmaschinen GmbH, Bielefeld) und Jan Jagnow (3. Platz, Ari-Armaturen GmbH, Schloß-Holte Stukenbrock). Bei den CNC-Fräsern wurde Pascal Mattes (21 Jahre, Chiron-Werke GmbH, Tuttlingen) Zweiter; Max Schöne (20 Jahre, Eberhard Schöne Maschinenbau eK, Bernsdorf/Sachsen) belegte Platz 3.
Je sechs Finalteilnehmer bei den Drehern und Fräsern aus Industrieunternehmen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Bayern hatten sich zuvor bei Vorausscheiden in der DMG Mori Academy bzw. bei den Chiron-Werken (aus 17 bzw. 10 Teilnehmern) für Stuttgart qualifiziert. In 13,5 bzw. 22 Stunden mussten die jungen Fachkräfte dann je ein Werkstück aus Aluminium und zwei aus Stahl mit teils komplizierter Außen-, Innen- Fräs- und Bohrbearbeitung fertigen. Dazu erstellten die Teilnehmer mit Hilfe eines Mastercam Software-Systems von vorgegebenen Zeichnungen Konstruktionen und lauffähige Programme, montierten die Bearbeitungswerkzeuge und fertigten nach den Qualitätsstandards und in der avisierten Zeit an CNC-Drehmaschinen von DMG Mori und CNC-Fräsmaschinen von Chiron die Werkstücke.
Mit einem Koordinatenmessgerät von Mitutoyo wurde dann objektiv überprüft, ob die Vorgaben des Konstrukteurs und die Toleranzen genau eingehalten wurden (90 % der Bewertung), eine Expertenjury bewertete diese noch subjektiv auf Grundlage eines festgelegten Bewertungssystems nach Kriterien wie Aussehen, Sauberkeit der Kanten und Oberflächengüte (10 Prozent Anteil).
„Das Niveau bei den inzwischen vierten Deutschen Meisterschaften war weltmeisterlich“, zeigte sich der für den CNC-Dreher-Wettbewerb Verantwortliche Jörg Harings, Gesamtleiter Training an der DMG Mori Academy, zufrieden. „Die Finalisten setzten alles daran, trotz der Hektik und des Geräuschpegels im Atrium der AMB-Messe Top-Resultate in puncto Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität der anzufertigenden Werkstücke zu liefern. Das vorherige Training hat sich ausgezahlt. Solche attraktiven Events wie dieser nationale Leistungsvergleich in Stuttgart motivieren Auszubildende zu Spitzenleistungen. Gleichzeitig ist dies in Zeiten von Fachkräftemangel eine gute Chance, die Effektivität von eigenen Ausbildungskonzepten zu hinterfragen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Gelingt es uns, noch mehr junge Menschen für das Thema Worldskills zu begeistern, profitieren unsere Kunden und letztlich auch wir von motivierten Azubis und Interessenten für zerspanende Berufe.“
Auch sein Worldskills-Expertenkollege Herbert Mattes, Ausbildungsleiter bei Chiron, bestätigt den Eindruck aus Sicht der CNC-Fräser: „Das Niveau ist gegenüber vorherigen Meisterschaften spürbar gestiegen: Souveräner Umgang mit der Software, kaum Bedienfehler und gute Qualität der Arbeit an den Maschinen, super Zeitmanagement. Schon die Vorbereitung auf, aber besonders die Teilnahme an Berufswettbewerben wie auf der AMB fördert jene Fachkräfte, die wir in unserer Maschinenbaubranche brauchen. Das ist auch eine gute Plattform, sich mit den Besten zu messen – übrigens ein zusätzlicher Anreiz sich bei der Ausbildung richtig reinzuhängen.“
Einig sind sich beide Experten darin: „Um international ganz weit vorne mitzumischen und auch bei den bevorstehenden Worldskills im brasilianischen Sao Paulo in beiden CNC-Berufswettbewerben ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitzureden, bedarf es einer intensiven Vorbereitung unserer Schützlinge Tim und Patrick. Fehlerfreies Verarbeiten der nach nichteuropäischen Standards gefertigten Zeichnungsvorlagen, schnelle aber saubere Programmierung und optimaler Umgang mit den Fertigungsmaschinen müssen ebenso geübt werden wie das Arbeiten unter Zeitdruck. Dazu gehört auch, noch mehr Wert auf die mentale Stärkung der Teilnehmer zu legen.“
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