Benninghoven setzt in der Ausbildung auf Universalfräsmaschinen von FPS mit Handrad und CNC

Gespür für Metall

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Die Benninghoven GmbH & Co. KG ist ein führender Hersteller von Anlagen zur Asphaltherstellung. Dafür wichtige, qualifizierte Mitarbeiter bildet das Unternehmen in zwei hochmodernen Lehrwerkstätten großteils selbst aus. Hier lernen die Azubis unter anderem den Umgang mit den Universalfräsmaschinen FPS 620M-NC, die manuelles Fräsen ebenso ermöglichen wie automatisiertes – inklusive Programmierung via High-End-CNC. Autor: Wolfgang Klingauf

Asphalt soll bereits in der Antike als Dichtmaterial verwendet worden sein. Bis zur Hauptanwendung im Straßenbau vergingen jedoch noch viele Hundert Jahre. Anfang des 19. Jahrhunderts war es soweit. Seither sind Straßen die Grundlage technologischer Integration, sozialer Vernetzung und Motor der Wirtschaft. Entsprechend hoch ist die Bedeutung der Asphaltherstellung.

Zu den Innovationsführern dieser Branche zählt die zur Wirtgen Group gehörige Benninghoven GmbH & Co. KG. Sie entwickelt und produziert Anlagen zur Herstellung von Asphalt im rheinland-pfälzischen Wittlich. Ein Standort, zu dem sich Geschäftsführung und Gesellschafter zu hundert Prozent bekennen. Bester Beweis: Der Anlagenbauer hat von Mitte 2016 bis Mitte 2018 ein neues Werk im Wert von 130 Mio. Euro errichtet, lediglich zehn Kilometer vom bisherigen entfernt.

Permanente Aus- und Weiterbildung

Entscheidend dafür waren laut einem Unternehmenssprecher neben der guten Infrastruktur vor allem das qualifizierte Fachpersonal am Standort: „Wir brauchen unsere Mitarbeiter, denn deren Knowhow ist die entscheidende Basis unseres Erfolgs. Entsprechend wichtig ist uns eine permanente Aus- und Weiterbildung.“ Ein Signal, das bei den Mitarbeitern gut ankommt und dessen Bedeutung der Geschäftsführer nicht zuletzt durch die ins neue Werk integrierte Ausbildungswerkstatt für Metall- und Elektrotechnik unterstreicht.

Die Anlagen von Benninghoven werden aus vielen Komponenten mit unterschiedlicher Struktur zusammengesetzt, die oft aus komplexen, extrem großen und sehr filigranen Teilen bestehen. Genau auf diese Anforderungen ist der Maschinenpark des Unternehmens ausgelegt, zu dem verschiedene CNC-Bearbeitungszentren, Bohr-, Räum- und Nutenziehmaschinen gehören. Diese gilt es, sicher und schnell zu bedienen, um maximale Qualität und Produktivität zu erreichen. Entsprechend umfangreich und vielseitig wird laut Ausbilder Marc Lucas qualifiziert. Der Industriemeister erklärt: „Wir haben eine Ausbildungsquote von rund zehn Prozent. Dabei zählen die universell einsetzbaren Industrie- und Konstruktionsmechaniker zu unseren Kernausbildungsberufen. Sie lernen den Umgang mit verschiedenen Technologien, zu denen natürlich das Zerspanen mit Fräsmaschinen gehört.“

Manuelles Fräsen mit dem Handrad

Die Entscheidung, die Lehrwerkstatt mit Universalfräsmaschinen von FPS auszustatten, fiel nach ausführlichen Vergleichen diverser Angebote. Ganz vorne im Anforderungskatalog standen Flexibilität, Bedienbarkeit und Qualität der Maschinen. Allesamt Schlüsselthemen von FPS, hebt Wilhelm Buchholz, Vertriebsingenieur bei FPS hervor: „Die bei Benninghoven eingesetzten FPS 620 M-plus und FPS 620 M-NC lassen sich manuell mit mechanischem oder elektronischem Handrad bedienen. Darüber hinaus ist die „Plus“ mit der Streckensteuerung TNC 128 und die „NC“ mit der High-End-Steuerung TNC 620 von Heidenhain ausgestattet. Es lässt sich also das gesamte Spektrum des Fräsens mit diesen Maschinen erlernen.“

Marc Lucas bestätigt die Aussagen und erläutert: „Wer ein guter Industriemechaniker werden will, muss ein Gespür für Metall entwickeln. Das heißt, er muss zum einen mit gewöhnlichen Handfeilen das Material bearbeiten, zum anderen gilt es, manuell mit Handrädern zu fräsen. So fühlt er, wie tief und schnell sich diverse Werkstoffe abtragen lassen und dass sich Unterschiede im Härtegrad enorm auf die erreichbare Zerspanungsleistung auswirken.“ Die Schutzscheiben der FPS-Maschinen sind abgeklappt und die Handräder aktiviert. So arbeiten die Azubis von Benninghoven bereits im ersten Lehrjahr diverse Nuten, Bohrung oder Gewinde von Hand ein und können diesen Zerspanprozess aus nächster Nähe beobachten.

Auf High-End-CNC programmieren und simulieren

Ab dem zweiten Lehrjahr lernen die angehenden Industriemechaniker, CNC-Programme zu erstellen. Hilfreich hierbei: Die FPS 620 M-NC verfügt über ein flexibel schwenkbares Bedienfeld mit 19 Zoll großem Touchscreen. Dahinter befindet sich die Highend-Steuerung TNC 620 FS von Heidenhain. Der Benutzer führt eine viertel Drehung am Schlüsselschalter aus, schon sind die Handräder abgeschaltet und die CNC ist aktiviert. Dank der werkstattorientierten Arbeitsschrittprogrammierung SmarT.NC, mit der auch die Fräsmaschinen der „realen Fertigung“ ausgestattet sind, wird der Benutzer durch grafische Darstellungen geführt, sodass er schnell ein funktionsfähiges Programm erstellen kann.

Da Sicherheit für die Mitarbeiter und Maschinen bei Benninghoven über allem steht, betrachten die Azubis ihr erstelltes CNC-Programm generell erst als Bildschirmsimulation, zeigen es dann dem Meister und drücken erst nach Freigabe den Startknopf. Auch während des Fräsvorgangs gewährleistet die FPS 620 M-NC höchsten Schutz für die Maschinenbediener, da das Software-Tool „funktionale Sicherheit“ in die CNC integriert ist. Hinter dem System steckt eine zweikanalige Logik, die im Fehlerfall oder bei Betätigung des Not-Aus-Tasters zum unmittelbaren Halt der Achsen führt. So können die Lehrlinge durch die Schutzscheibe den kompletten Fräsvorgang beobachten und meist nach wenigen Minuten ihr Werk in Händen halten.

Dabei zeigt sich Marc Lucas auch mit der Qualität und Präzision der hergestellten Bauteile sehr zufrieden. „Genauigkeiten von einem Hundertstel Millimeter oder H7-Lagersitze sind mit den FPS kein Problem“, bekräftigt der Industriemeister, der noch vor einigen Jahren als Abteilungsleiter in der Zerspanung bei Benninghoven tätig war. Dementsprechend unterstützt er durch gelegentliches Zuarbeiten auch gerne seine Kollegen von der Betriebsmittelkonstruktion, des Prototypenbaus und der Produktion. Schmunzelnd ergänzt er dazu: „Solche ‚Aufträge‘ sind auch für unsere Lehrlinge immer ein gewisses Highlight.“

Azubis fertigen präzise Bauteile für die Produktion

Die Basis für die hohe Präzision legt FPS durch eine eigensteife, mehrfach verrippte Gusskonstruktion und geschabte Führungen. Darüber hinaus sind direkte Längenmesssysteme von Heidenhain mit einer Positioniergenauigkeit von 5 µm in allen linearen Achsen integriert. Der moderne Spindelmotor leistet in der FPS 620M-NC bis zu 7 kW und erreicht Drehmomente bis 340 Nm.

Von Vorteil sieht Ausbilder Lucas auch die kompakten Abmaße der Fräsmaschinen. Mit 2435 mm Breite, 1875 mm Tiefe und 2000 mm Höhe brauchen die Maschinen lediglich rund 4,5 m2 Stellfläche. Dadurch lassen sie sich perfekt in die Lehrwerkstatt integrieren, haben aber dennoch einen großen Arbeitsbereich, der Bewegungen zulässt, die bei X = 620 mm, Y = 350 mm und Z = 400 mm liegen.

Hohe Qualität ist bei FPS kein Zufall

FPS produziert mit hoher Fertigungstiefe zu 100% in Deutschland. Ein Punkt, der auch die Delegation von Benninghoven beim Besuch des FPS-Werks Anfang 2018 beeindruckt hat, wie Marc Lucas hervorhebt: „Uns imponierte die Leistungsfähigkeit der Produktion in Warngau. Das hat die Entscheidung für diese Fräsmaschinen noch mal bestätigt.“

Aus heutiger Sicht zeigt sich der Ausbildungsmeister noch immer sehr zufrieden, denn beide FPS 620 M laufen stets zuverlässig. Dabei macht sich Lucas auch keine Sorgen, falls es mal zum Servicefall kommt. Denn selbst bei Kleinigkeiten reagiert der Kundendienst schnell, wie er aus Erfahrung weiß: „Am CNC-Schwenkarm gab es kurz nach Inbetriebnahme ein Problem mit der mechanischen Befestigung. Die FPS-Techniker haben die Schwachstelle umgehend beseitigt, sodass wir die Maschine in kürzester Zeit wieder einsetzen konnten.“

Benninghoven GmbH & Co. KG
www.benninghoven.com

FPS Werkzeugmaschinen GmbH
www.fps-germany.com
Metav Halle 5, Stand E11


Die Benninghoven GmbH & Co. KG, Wittlich, …

gehört mit ihren rund 750 Mitarbeitern zur Wirtgen Group, einem international tätigen Unternehmensverbund der Baumaschinenindustrie, der etwa 8000 Mitarbeiter beschäftigt. Benninghoven stellt leistungsstarke Anlagen rund um die Asphalttechnik her und zeichnet sich neben hoher Kompetenz in Entwicklung und Produktion durch hohe Qualität und kurze Reaktionszeiten aus. Basis dafür sind qualifizierte Mitarbeiter. Entsprechend hoch ist die Ausbildungsquote. Sie liegt bei rund 10 %.


Wer ein guter

Industriemechaniker werden will, muss ein Gespür für Metall entwickeln. Das heisst, er muss zum einen mit gewöhnlichen Handfeilen das Material bearbeiten, zum anderen gilt es, manuell mit Handrädern zu fräsen. So fühlt er, wie tief und schnell sich diverse Werkstoffe abtragen lassen.“

Marc Lucas, Ausbildungsmeister

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