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Interview mit Benjamin Baron, Leiter Automatisierung bei Index, zu den iXcenter-Roboterzellen

Benjamin Baron, Leiter Automatisierung, Index-Werke GmbH & Co. KG
Index: „Eine Stärke ist die Integration nachgelagerter Prozesse“

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Wie könnte eine optimale Automationslösung in der Drehteilefertigung aussehen? Benjamin Baron, Leiter Automatisierung bei Index, ist überzeugt, dass das Unternehmen mit den modular aufgebauten iXcentern eine überzeugende Antwort auf diese Frage gefunden hat. Im Gespräch mit der mav erläutert Baron, welche Stärken die Roboterzellen noch haben und wie sie sich in die Fertigung integrieren lassen. Das Interview führte: Holger Röhr

Welchen Kunden würden Sie eine iXcenter Lösung empfehlen?

Baron: Den einen Kunden gibt es für das iXcenter nicht. Die Anforderungen und Anwendungsgebiete sind sehr vielfältig. Dazu gehört zum Beispiel die Verlängerung der Schichten in den Abend oder das Wochenende. Vor allem die integrierten iXcenter sind im Preis-Leistungs-Verhältnis sehr interessant und haben sich beim Betrieb der Anlage in der Nacht- und Wochenendschicht schnell amortisiert. Damit kommen sie für ein breites Kundenspektrum in Frage.

Aber auch einem häufigen Umrüsten durch kleine Losgrößen kann mit einem modularen iXcenter und automatischem Greiferwechsel Rechnung getragen werden. Weitere Anforderungen sind die Integration von vor- oder nachgelagerten Prozessen, lageorientiertes Zu- und Abführen, flexible Rüstmöglichkeiten auf neue Werkstücke oder komplexe Zuführvorgänge z.B. rotationsunsymmetrischer Werkstücke in ein Sonderspannmittel.

Sehen Sie den Knickarmroboter als universell beste Automation oder empfehlen Sie je nach Anwendung zum Beispiel auch eine Portallösung?

Baron: Wir bei Index sind immer auf die bestmögliche Lösung für den Kunden und seine Anwendung aus. So wird bei jeder Projektanfrage geprüft, welche Automation für diesen Fall am geeignetsten ist. Sicherlich ist der Knickarmroboter in puncto Flexibilität und Integration nachgelagerter Prozesse unschlagbar, aber in manchen Fällen sind andere Anforderungen wie Aufstellfläche, Preis oder Geschwindigkeit im Fokus und können abhängig vom Werkstück und Bearbeitungsprozess mit anderen Automationslösungen besser erfüllt werden. Index bietet für jeden Fall die passende Lösung.

Was macht die Modularität der iXcenter Roboterlösungen aus?

Baron: Aus Sicht des Kunden sieht es doch so aus: Je nach Werkstück und Bearbeitungszeit ergeben sich relativ lange Stillstandzeiten der Werkstückhandhabung – egal, ob es sich um eine Portal- oder Roboterlösung handelt. Bei der modularen Roboterzelle hat man die Möglichkeit der Integration nachgelagerter Prozesse wie Reinigen, Messen oder Beschriften und kann diese Zeiten sinnvoll nutzen und den Mehrwert der Automation und damit der Gesamtanlage deutlich steigern.

Aber auch für Index sind die iXcenter ein wichtiger Baustein im Portfolio. Die Modularität schafft für uns die Möglichkeit, mit den Automationsanbietern mitzuhalten und im Rahmen eines Gesamtpaketes vielfältige kundenspezifische Anforderungen abzudecken.

Kann der Anwender bei Bedarf ein iXcenter an unterschiedlichen Maschinen zum Einsatz bringen?

Baron: Grundsätzlich ist das iXcenter für den Anbau an nur einer Maschine gedacht. Ein häufiger Wechsel zwischen den Maschinen ist nicht vorgesehen. Dennoch ist beispielsweise das integrierte iXcenter sehr kompakt gebaut und mit der Bodenkonsole leicht transportierbar. Mit maschinenseitiger Vorbereitung einer Automatiktür und unserer Unihandschnittstelle ist ein Wechsel technisch möglich. Das integrierte iXcenter ist an einer Vielzahl von Produktreihen verfügbar und unterscheidet sich nur an wenigen maschinenabhängigen Schnittstellenteilen.

Lässt sich ein im Einsatz befindliches iXcenter modular aufrüsten, inwiefern ist das möglich, könnten Sie hier auch Beispiele nennen?

Baron: Vor allem das modulare iXcenter lebt von der Flexibilität und bietet damit auch die Möglichkeit einer Nachrüstung im Feld. Der mechanische Aufbau des iXcenter und der große integrierte Zusatzschaltschrank bieten alle notwendigen Vorbereitungen dazu. Prozesse wie Reinigen, Messen oder Gravieren können auch nachträglich integriert werden.

Welche Aufgaben können die modularen Roboterzellen neben der Teilezu- und -abführung noch übernehmen?

Baron: Von einfachen Wendestationen bis hin zur hochkomplexen Integration ist alles möglich. Neben verschiedene Reinigungsverfahren wie Abblasstationen, Ultraschallbecken oder Waschmaschinen steht das Messen von Werkstücken stark im Fokus. Mit der Closed-Loop-Technologie können die Messwerte an die Maschine zurückgeführt und so entsprechend gegengesteuert werden. Aber auch Aufgaben wie Entgraten, Laserbeschriften oder Gravieren lassen sich problemlos integrieren.

Welche nachgelagerten Prozesse lassen sich in der Zelle noch erledigen?

Baron: Beim iXcenter unterscheiden wir zwischen der maschinenintegrierbaren und der modularen Lösung. Bei der maschinenintegrierbaren liegt der Fokus auf der kompakten Baugröße und dem Be- und Entladen der Maschine. Kleinere Sonderlösungen wie Abblasstationen oder Messeinrichtungen werden auch hier realisiert. Beim modularen iXcenter setzen wir auf Flexibilität und haben die Möglichkeit der Integration einer Vielzahl an vor- und nachgelagerter Prozesse wie unterschiedlicher Reinigungsverfahren, Mess- und Prüfverfahren, Entgratstationen oder Beschriftungsanlagen.

Ist der Kunde bei den iXcenter-Lösungen auf Fanuc als Roboterlieferant festgelegt?

Baron: Bei unseren iXcenter-Lösungen arbeiten wir ausschließlich mit Fanuc. Darüber hinaus haben wir aber auch schon einige Projekte mit anderen Roboterfabrikaten realisiert. In diesem Fall arbeiten wir jedoch mit einem Systemintegrator zusammen und kaufen die Roboterzelle zu.

Was müssen CNC-Maschinen-Bediener zusätzlich lernen, um mit der Roboterbedienung zurechtzukommen?

Baron: Neben dem Grundwissen in der Roboterprogrammierung sind für einige iXcenter spezifischen Kenntnisse notwendig.

Wie sieht es in der Arbeitsvorbereitung aus? Wie aufwendig ist die Programmierung der Robotertätigkeiten?

Baron: Erfahrungsgemäß stellt die Programmierung des iXcenter die Bediener nicht vor große Herausforderungen. Dennoch arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung der Bedienerfreundlichkeit unserer iXcenter. Beispiele hierfür sind die Programmierung durch Eingabe einfacher Parameter oder die Bereitstellung vorgefertigter Programmabläufe wie beim Einfuttern.

Wie können die Mitarbeiter hier geschult werden?

Baron: Neben einer Grundschulung bei Fanuc bieten wir in unserem hausinternen Schulungszentrum entsprechende iXcenter-spezifische Schulungen an. Neben theoretischem Wissen erfolgt ein Großteil der Schulung direkt am iXcenter. Aber auch die Anfahrunterstützung beim Kunden durch unsere unsere Experten ist ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Umgang mit dem iXcenter. Vor allem, weil hier auf die kundenspezifischen Prozesse eingegangen werden kann.

Wie viele iXcenter-Lösungen sind bereits im Einsatz?

Baron: Im vergangenen Jahr war die Auftragslage im Maschinenbau bekanntermaßen schwierig, aber mit der zunehmenden Erholung der Wirtschaft kommen seit dem Jahreswechsel wöchentlich neue iXcenter-Projekte hinzu. Doch auch im vergangenen Jahr konnten unter anderem durch Nachrüstungen einige iXcenter im Feld platziert werden.

Wie ist das Feedback der Kunden bislang?

Baron: Die Rückmeldungen aus dem Feld sind durchweg positiv. Wir haben mit unserem iXcenter einen Nerv getroffen. Neben der technisch guten Lösung und den perfekt abgestimmten Schnittstellen ist vor allem der Hauptsprechpunkt zu nennen, dass sich Index als Komplettanbieter präsentiert. Der Kunde bekommt sowohl die Maschine als auch die Roboterzelle aus einer Hand. Ob Projektanfrage, Schulung, Anfahrunterstützung oder Service – der Kunde hat einen zentralen Ansprechpartner für seine Anliegen. Aber auch optisch ist die Gesamtanlage ein echtes Highlight, weil alles aufeinander abgestimmt ist.

Wie lassen sich die iXcenter-Automationslösungen in eine digitale, vernetzte Fertigung integrieren?

Baron: Über die Anbindung der Maschinen in unsere iXworld sind natürlich auch unsere Automationslösungen an eine digitale, vernetzte Fertigung angebunden.

Kontakt:
Index-Werke GmbH & Co. KG
Hahn & Tessky
Plochinger Straße 92
73730 Esslingen
Tel.: +49 (0) 711 3191-0
E-Mail: info@index-werke.de
Website: www.index-werke.de

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