Auftragsbücher voll – Weiterführung geplant SHW ist insolvent

Auftragsbücher voll – Weiterführung geplant

SHW ist insolvent

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Trotz voller Auftragsbücher musste der Wasseralfinger Werkzeughersteller SHW jetzt Insolvenz anmelden. Bild SHW
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Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH hat am 15. Mai 2018 beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zuvor war der Versuch, das Unternehmen vorinsolvenzlich zu restrukturieren, trotz voller Auftragsbücher gescheitert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Martin Mucha von der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger und Partner bestellt. Als sanierungserfahrener Geschäftsführer begleitet Bernd Grupp von der Wintergerst Societät für Unternehmer-Beratung das Insolvenzverfahren. Nicht von der Insolvenz betroffen ist die SHW Bearbeitungstechnik GmbH.

Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Aalen-Wasseralfingen. Schwerpunkt ist die Entwicklung und Herstellung von spanabhebenden Großbearbeitungszentren mit extrem langen Verfahrwegen. Besonderes Know-how besitzt das Unternehmen in der Entwicklung maßgeschneiderter, hochtechnologischer Fräsköpfe und aufgabenangepasster Maschinenlösungen aus einem standardisierten Baukastensystem.

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit in der Gruppe rund 300 Mitarbeiter am Hauptsitz Aalen-Wasseralfingen sowie in Serviceniederlassungen in China, Indien und den USA und plant in diesem Geschäftsjahr einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Produkte von SHW sind unter anderem im Anlagen- und Maschinenbau, bei Bau- und Landmaschinen sowie im Transportbereich im Einsatz und bearbeiten beispielsweise Großteile für Großdieselmotoren oder Turbinen.

Die Unternehmenskrise zeichnete sich bereits seit Anfang des Jahres 2017 ab, als sich die Konjunktur für Hersteller von Großbearbeitungszentren abkühlte. In dieser Zeit konnten Großaufträge aus China gewonnen werden, die sich jedoch in Teilen nicht realisierten und darüber hinaus nachteilige Deckungsbeiträge aufwiesen. Wachsende Verluste sowie eine zunehmend angespannte Liquiditätssituation führten ab Herbst 2017 zu einer Zuspitzung der Krise, was auch die zunehmend gute Auftragslage nicht verhindern konnte. Die Umsatzplanung für 2018 war bereits im Januar vollständig mit Aufträgen unterlegt und wies im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Umsatzwachstum aus. Das Management um Geschäftsführer Anton Müller initiierte einen Restrukturierungsprozess, der trotz der positiven Aussichten für 2018 und 2019 nicht zu Ende gebracht werden konnte.

„Wir sind mit Kunden, Lieferanten und Banken im Gespräch, um den Betrieb der SHW Werkzeugmaschinen GmbH fortzuführen und um Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Geschäftsführer Grupp. „Unser gemeinsames Konzept mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter sieht vor, alle möglichen Optionen hierfür zu prüfen.“

Anton Müller, geschäftsführender Gesellschafter ergänzt: „Mit unserer exzellenten Fräskopftechnologie, unserem modularen Baukastensystem sowie unseren loyalen und leistungsbereiten Mitarbeitern sind wir für die kommenden Herausforderungen des Marktes exzellent aufgestellt. Ich bedauere sehr, dass wir trotz voller Auftragsbücher und vielen Überstunden in der Fertigung in unseren Restrukturierungsbemühungen gebremst wurden.“

Vorläufiger Insolvenzverwalter Martin Mucha: „In einem ersten Schritt muss jetzt zunächst der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden. Allerdings sehe ich nach erster kursorischer Prüfung durchaus realistische Chancen, den produktionsseitig gut aufgestellten Betrieb mit seinem attraktiven Maschinenangebot im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens zu sanieren. Die Marke SHW ist im Werkzeugmaschinenmarkt bestens eingeführt, das Unternehmen ist für viele namhafte Kunden ein wichtiger Partner.“

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