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Guter Strom, schlechter Strom

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Guter Strom, schlechter Strom

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„Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“ Fast 50 Jahre ist es her, dass der Club of Rome diese Schlussfolgerung an das Ende seines Berichts „Die Grenzen des Wachstums“ gestellt hat. Und er hat damit eine ganze Generation wachgerüttelt.

Man mag es kaum glauben, aber Wasserstoff als Energieträger war in der Folgezeit schon ein großes Thema. Erzeugt durch Photovoltaik, nutzbar elementar oder chemisch gebunden, die Energie dann wieder freigesetzt in Brennstoffzellen. Letztlich nichts anderes als eine simplifizierte Form des Energiekreislaufs, den die Natur seit ewigen Zeiten praktiziert und ohne den es uns gar nicht gäbe. Wir könnten nicht einmal atmen. Dass wir einmal so viel regenerative Energie erzeugen würden wie heute, das haben damals viele als Phantasterei abgetan. Umso wichtiger war die Frage: Wie können wir Energie sparen?

Genau das scheint mir heute etwas in den Hintergrund zu rücken. Strom ist gut, wenn er nur grün ist. Wenn wir nur genug Windräder bauen, dann kommt es auf den Energieverbrauch doch nicht mehr an. Dann macht es auch nichts, den erzeugten Primärstrom mit weiterem Verlust in Wasserstoff zu transferieren, der dann wiederum über die bestehenden Erdgasnetze transportiert werden kann. Die Energiekonzerne freut‘s, können sie doch jetzt schon H2-ready-Heizungsanlagen anpreisen, die den Endkunden das gute Gefühl vermitteln, etwas für eine bessere Zukunft getan zu haben.

Wenn der Strom nur grün ist, dann macht es nichts, dass wir jeden Abend unser Smartphone ans Netz hängen. Dass wir unsere Freizeitaktivitäten mit E-Scootern und anderem sinnlosem Zeug bereichern. Dass wir Audio- oder Videostücke jedes Mal aufs Neue von einem Server streamen, anstatt einmal eine Schallplatte oder eine DVD in den Schrank zu stellen. Dass wir nicht einfach ein paar Geldscheine drucken, sondern Bitcoins schürfen, die riesige Mengen an Energie schlucken. Auch bei der E-Mobilität scheint mir aktuell die größte Herausforderung darin zu liegen, möglichst viel Energie ins Auto zu packen. Da wiegt die Batterie dann schon mal so viel wie früher der ganze Wagen. Der oftmals nur eine Mensch, der in einem hoch motorisierten E-SUV fährt, fällt da im wahrsten Wortsinn kaum noch ins Gewicht.

Was ich damit sagen will: 20 % mehr Windräder sind toll. Aber ein Äquivalent eingesparten Stroms erfüllt einen ähnlichen Zweck. Und in puncto Energieeffizienz kann die heutige Technologie ja auch eine ganze Menge leisten. Der beste Strom ist doch am Ende der, der gar nicht erst verbraucht wird. Oder?

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