Auswuchtmaschine beschleunigt Qualitätssicherung bei LMT Kieninger

Auswuchtmaschine beschleunigt Qualitätssicherung von Präzisionswerkzeugen

Perfekt integriert, Prozess optimiert

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Um die steigenden Anforderungen in der Qualitätssicherung seiner Präzisions- und Trägerwerkzeuge aufzufangen, entschied sich der Werkzeughersteller LMT Kieninger zur Anschaffung einer weiteren Auswuchtmaschine von Schenck Rotec. Die Wahl fiel auf das kompakte Komplettsystem Tooldyne, das auch auf der diesjährigen EMO in Hannover zu sehen sein wird. Dank seines Leistungsumfangs und einiger kundenspezifischer Zusatz-Features ließ es sich perfekt in den Produktionsprozess einbinden.

LMT Kieninger gilt als Spezialist für Sonderwerkzeugsysteme sowie Werkzeuge für den Gesenk- und Formenbau. Zu den Produkt-Highlights gehören lange Reihenbohrstangen mit integrierten Schieberwerkzeugen zum Bearbeiten der Lagergassen großer Dieselmotoren. Das Gesamtangebot des Unternehmens deckt allerdings viele weitere Werkzeugtypen ab, mit denen sich hohe Genauigkeiten und exzellente Oberflächen realisieren lassen – beispielsweise Kopierfräser, Planfräsersysteme und Stufenbohrer.

Die Herstellung solcher Präzisionslösungen bedarf einer ausgefeilten Qualitätssicherung. Weil sich in Lahr fast alles um rotierende Werkzeuge dreht, spielt die Auswuchttechnik eine maßgebende Rolle. Seit etlichen Jahren setzt der Hersteller hier auf die Auswuchtmaschinen und Anlagen von Schenck Rotec. Im Mittelpunkt steht eine Horizontal-Auswuchtmaschine HM20 von 2007, die 2015 im Rahmen eines umfassenden Technologie-Upgrades mit dem neuen Messgerät CAB920 ausgestattet wurde.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war den Verantwortlichen bei LMT Kieninger allerdings klar, dass sie wegen des weltweiten Erfolgs ihrer Werkzeuge – etwa in der optischen Industrie und im Flugzeugbau – über die Investition in eine zweite Auswuchtmaschine würden nachdenken müssen. Sie sollte dem flexiblen Abfedern von Nachfragespitzen dienen und sich nahtlos in die bestehenden Prozesse einfügen lassen. „Neben Grundvoraussetzungen wie hohe Messgenauigkeit und Sicherheit standen daher Aspekte wie Vernetzbarkeit und Datenhandling ganz oben auf unserer Wunschliste“, sagt Guiseppe Scarpulla, der bei LMT Kieninger die Fertigung der Trägerwerkzeuge leitet.

Vertikal ergänzt horizontal

Die Wahl fiel auch diesmal auf eine Maschine von Schenck Rotec: Eine vollausgestattete Tooldyne der neuesten Ausführung. Dieses kompakte Komplettsystem vertikaler Bauart hat sich seit seiner Markteinführung in den 1990er-Jahren über mehrere Modellgenerationen als Lösung für das ebenso sichere wie wirtschaftliche Auswuchten von High-Speed- und Präzisionswerkzeugen und ihren Aufnahmen etabliert.

In Lahr erfolgt das Auswuchten unmittelbar nach der Montage und vor der Endkontrolle der Werkzeuge. Im Sinne einer 100-Prozent-Kontrolle wird dabei jedes einzelne Tool geprüft. Neben den eingangs erwähnten Werkzeugen gehören dazu auch Wendeschneidplatten, Rückwärtssenker sowie fertig montierte Fräsköpfe und Scheibenfräser, die später teilweise in Highspeed-Applikationen laufen.

Die daraus folgenden, rein technischen Anforderungen, etwa bezüglich Flexibilität und Messgenauigkeit, erfüllt die Tooldyne serienmäßig. Denn die Maschine ist konzipiert für viele Arten rotierender Werkzeuge. Sie dürfen bis zu 30 kg wiegen, mit Aufnahme bis zu 600 mm lang sein und maximale Durchmesser von 400 mm haben. Die Unwuchtmessung erfolgt in ein und zwei Ebenen bei Spindeldrehzahlen von bis zu 1200 min-1. Die kleinstmögliche Restunwucht liegt bei 0,5 gmm/kg – das entspricht bei einem Werkzeug mit 1,0 kg Gesamtgewicht einer Schwerpunkt-Exzentrizität von nur 0,5 µm.

Unkomplizierte Prozessintegration

Konstantin Dubino, Produktmanager von Schenck Rotec, berichtet allerdings, dass das Lastenheft des Kunden einige individuelle Wünsche enthielt: „Damit sollte vor allem sichergestellt werden, dass sich die neue Maschine schnell in das Produktionsumfeld einbinden lässt und auch die weitere Prozessoptimierung unterstützt. Wir erwarteten daher, dass einige zusätzliche Features zu realisieren waren.“

In den Projektgesprächen zeigte sich jedoch, dass es hierbei vorrangig um Fragestellungen zu Datenmanagement und Prüfprotokoll-Verwaltung ging. Diese konnten rasch ad acta gelegt werden, da die Tool
dyne viele für das moderne Datenhandling wichtige Features bereits ab Werk mitbringt – etwa eine Ethernet-Schnittstelle, Statistiken im CSV-Dateiformat, den Export der Rotordaten oder auch ein Wuchtprotokoll.

Als großer Vorteil für die einfache System- und Prozessintegration erwies sich zudem, dass die Intelligenz der Anlage auf der Basis von Microsoft Windows arbeitet. „Uns ermöglichte das eine schnelle und einfache Vernetzung der Maschine mit unserem IT-System in der Produktion“, betont Scarpulla. „Außerdem war damit von Beginn ein durchgängiger Datenfluss gewährleistet – ohne aufwändige Konfigurationsarbeiten.“

Den Wunsch des Kunden, die Prüfprotokoll-Verwaltung zu optimieren, erfüllten Dubino und sein Team, indem sie der Tooldyne einen Barcode-Reader einpflanzten. „Dank dieses Zusatz-Features können wir die Barcodes unserer Laufzettel jetzt direkt an der Auswuchtmaschine einscannen und alle Auftrags- und Produktdaten automatisch ins Prüfprotokoll übernehmen“, erläutert Fertigungsleiter Scarpulla. „Manuelle Eingabeprozeduren entfallen also, wodurch wir viel Zeit sparen, Fehler vermeiden und die Effizienz spürbar verbessern.“

Seit etwa einem halben Jahr ist die Tooldyne in Lahr am Werk. Ende 2016 war sie geliefert und neben der im Jahr zuvor modernisierten Horizontal-Auswuchtmaschine von Schenck Rotec platziert worden. Die große Maschine trägt nach wie vor die Hauptlast der bei LMT Kieninger anfallenden QS-Prüfungen. Wie geplant wird die Tooldyne für bestimmte Werkzeugtypen eingesetzt oder um Nachfragespitzen und Engpässe abzufangen.

Für Scarpulla und sein Team ist die neue Maschine rasch zur festen Größe der Qualitätssicherung geworden. „Unübersehbar ist hier alles auf Effizienz und Prozesssicherheit ausgelegt – von der Plug-&-Play-Inbetriebnahme über die einfache Bedienung bis hin zum niedrigen Energiebedarf und dem geringen Serviceaufwand“, so Scarpulla.

Ein Highlight der Tooldyne ist die pneumatische Spannaufnahme, die das Werkzeug nach dem Aufsetzen in den Adapter einzieht und präzise fixiert. Dies reduziert nicht nur die Prozessdauer, sondern sorgt auch für reproduzierbare, hochgenaue Unwuchtmessungen.

„Ein großer Vorteil für LMT Kieninger war zudem, dass die Tooldyne mit dem gleichen CAB-Messgerät arbeitet wie die bereits 2015 modernisierte Horizontal-Auswuchtanlage“, erläutert Dubino. „Die Bedienoberfläche mit ihrer klaren Symbolsprache und der intuitiven Menüführung war also in Lahr bereits bekannt.“ Rasch schätzen gelernt haben die Qualitätssicherer von LMT Kieninger einen weiteren Effizienzfaktor der Tooldyne: die Permanent-Kalibrierung. Sie basiert darauf, dass die Maschine nach ISO-Standards mit einem zertifizierten ISO-Rotor geprüft und kalibriert ist. Dies befreit den Anwender von zeitraubenden werkzeugspezifischen Kalibrierläufen vor oder während des Auswuchtens und verkürzt die Bearbeitungszeit erheblich. „Wenn die Werkzeugdaten eingetippt sind, können wir den Messlauf sofort starten – ohne Warteschleife“, erklärt Scarpulla. „Und nach der Unwuchtmessung zeigt die Maschine dann die Position für den Ausgleich deutlich sichtbar und genau mit einem Linienlaser an. Es kann also gleich weitergehen.“

Umfassendes Serviceprogramm

Wie bereits die modernisierte Horizontal-Auswuchtmaschine, so ist auch die neue Tooldyne bei LMT Kieninger in das umfassend angelegte Service- und Wartungsprogramm von Schenck Rotec eingebunden. Dazu gehört nicht nur eine schnelle Ersatzteilversorgung, sondern auch eine 24/7-Ferndiagnose. Schöner Nebeneffekt in Lahr: Die routinemäßige Wartung beider Auswuchtmaschinen lässt sich terminlich kombinieren und wird vom selben Servicetechniker von Schenck Rotec ausgeführt.

Schenck Rotec GmbH
https://schenck-rotec.de
EMO Halle 6 Stand B45


Grundkörper und Schneiden optimal verbinden

LMT Kieninger gehört heute zur weltweit agierenden LMT Group. Die mittelständische Unternehmensgruppe ist im Familienbesitz und steht für Spitzentechnologie im Präzisionswerkzeuge- und Spezialmaschinenbau. Prägendes Element der Firmengeschichte ist die Realisierung von Sonderwerkzeugen, die 1960 mit der Entwicklung von Ausdrehwerkzeugen zur Innenbearbeitung von Rohren begann. Später kamen erste Messerkopfsysteme mit auswechselbaren Schneiden hinzu, die das Unternehmen zum Anwendungsbereich Gesenk- und Formenbau und zur Entwicklung von Schnittstellen zur Befestigung und Einstellung von Wendeschneidplatten auf den Grundkörpern der Werkzeuge führten. Im Jahr 1979 präsentierte das Unternehmen das weltweit erste 3D-Messerkopfsystem zum Planfräsen von Zylinderköpfen und Gehäusen. Das optimale Zusammenwirken von Grundkörpern und Schneiden prägt die Arbeit von LMT Kieninger bis heute.

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