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Interview: Hermann Diebold, Gründer der Werkzeugeinkaufs-Plattform 7tools

Hermann Diebold, geschäftsführender Gesellschafter, Helmut Diebold GmbH & Co.
„Wir schaffen die Zukunft im digitalen Werkzeug-Geschäft“

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Hermann Diebold, geschäftsführender Gesellschafter, Helmut Diebold GmbH & Co.: „Mit 7tools haben Käufer ein Werkzeug zur Hand, womit sie mit wenigen Klicks das optimale Produkt finden und auswählen können.“ Bild: Diebold
Unter dem Namen 7tools gibt es eine neue Shop-Plattform für den Werkzeugeinkauf, die von erfahrenen Unternehmern aus der Metallbranche entworfen und entwickelt wurde. Hermann Diebold, einer der Gründer sowie Gesellschafter der Helmut Diebold GmbH & Co., erläutert die Idee hinter dieser Plattform.

mav: Sehr geehrter Herr Diebold, mittlerweile gibt es eine ganze Anzahl an Shops rund um den Werkzeugeinkauf. Was hat Sie dazu bewogen, mit 7tools einen weiteren Shop aufzuziehen?

Diebold: Die Idee einer Plattform für die Werkzeugbeschaffung treibt mich schon seit Jahren um. Ich kaufe selber sehr viel online ein, und das nicht erst seit Covid. Dadurch habe ich viel Erfahrung im Umgang mit den unterschiedlichsten Shops und Plattformen sammeln können. Weil aber alle gefundenen Plattformen im B2B-Bereich nur „den halben Weg“ mit den erforderlichen Funktionen gegangen sind, haben wir unsere eigene Plattform entwickelt, von Praktikern für Praktikern gemacht.

Was für einen Mehrwert bekommt der Nutzer von 7tools?

Diebold: 7tools betreibt das B2B Geschäft professionell. Der Hersteller wird durch die Digitalisierung stark entlastet und vor allem die Käufer haben deutlich weniger Vorgänge bei der Beschaffung.

Welche Unternehmen bieten ihre Produkte bereits auf 7tools an?

Diebold: Wir haben am Start bewusst mit nur 10 Unternehmen der Werkzeugbranche begonnen um alle Funktionen sicher beherrschen zu können. Per Ende Oktober 2021, also nur einen Monat nach dem Start, werden diese Firmen bereits 25 000 Artikel anbieten. Es sind 5 Firmen aus Deutschland und 5 Firmen aus der Schweiz am Start. Die 7tools AG hat auch ihren Sitz in der Schweiz. Dies ist dem Zufall geschuldet dass meine zwei Gründungspartner in der Schweiz ansässig sind und wir uns vor allem die Digitalisierung der grenzüberschreitenden Zollabwicklung vorgenommen haben. Dieses Thema ist nicht trivial und wir sind stolz, dass wir die Lösung schon am Start realisiert haben. Das finden Sie bisher auf keiner B2B-Plattform und auch die Big Players können es nicht.

Ist geplant, weitere Lieferanten in den Shop aufzunehmen?

Diebold: Wir werden ab dem Start pro Monat zwei bis drei neue Hersteller mit Ihren Produkten auf die Plattform bringen. Dafür müssen Herstellerdaten harmonisiert und die Mediadaten geladen werden, was einen gewissen Aufwand bedeutet und leider nicht vollautomatisiert ablaufen kann weil die Datenstrukturen aller ERP Systeme oder PIM-Systeme unterschiedlich sind.

Sie erwähnten, dass die Nutzer durch 7tools ihre Beschaffungskosten senken können. In welcher Größenordnung wird sich die Einsparung bewegen?

Diebold: Wenn man im bisher analogen Fall von der Anfrage, über das Angebot, die Bestellung, die Auftragsbestätigung und Lieferung bis zur Rechnungskontrolle zwanzig Vorgänge durch persönliche Eingaben abwickeln musste, sind das bei einer Beschaffung über 7tools weniger als zehn Vorgänge. Das freut insbesondere die Geschäftsführer in den Firmen, weil ihre Verwaltung viel weniger Aufwand hat und alle Daten über Bestellungen jederzeit transparent zur Verfügung stehen. Ich kenne den bisherigen Aufwand in unserem eigenen Haus und weiß daher genau, wie aufwändig Suchen und Abklären sein kann. Die Prozesse im B2B sind geradezu geschaffen für Digitalisierung.

Mit 7tools haben Käufer ein Werkzeug zur Hand, womit sie mit wenigen Klicks das optimale Produkt finden und auswählen – indem sie direkt auf der Plattform die gesuchten Produkte vergleichen, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Die gesamte Abwicklung einer Bestellung, auch verschiedener Artikel von mehreren Lieferanten, wird mit nur einer Rechnung erledigt. Die Speditionsabwicklung wird über 7tools digital erledigt und verrechnet, auch bei Rücksendungen oder Transportschäden. Bei grenzüberschreitendem Warenverkehr wird die Zollabwicklung komplett von der Plattform übernommen und das Inkasso durch die Plattform erledigt. Dies spart dem Unternehmen einen großen Teil der bisher notwendigen Arbeiten für die Beschaffung und Logistik der Produkte ein.

Nachbestellungen können über die 7tools App per Barcode direkt aus der Werkstatt erfolgen bzw. per Workflow über den berechtigten Beschaffer im Unternehmen.

Sind die Preise auf der Plattform zum Bestelldatum garantiert oder hängen diese von der Entwicklung auf den derzeit stark steigenden Rohstoffpreisen ab?

Diebold: Als Praktiker und Branchenkenner haben wir diese derzeit drastische Entwicklung bereits in der Software berücksichtigt. Der Hersteller kann einen Materialteuerungszuschlag angeben der momentan gilt, der Käufer sieht diesen Wert transparent in seinem Warenkorb vor der Auslösung einer Bestellung.

Die Entwicklung eines derartigen Shops setzt viel technisches und kaufmännisches Wissen voraus. Wer sind die Köpfe dahinter?

Diebold: Mit meiner 35-jährigen Erfahrung als Hersteller und damit auch Verkäufer unserer Produkte bin ich vor fünf Jahren mit der Idee für die Plattform 7tools gestartet. Ich hatte aber am Anfang keine Möglichkeiten zur Umsetzung. Durch viel Netzwerken in der Branche habe ich die richtigen Insider als Partner gefunden, die mit mir gemeinsam analysiert haben wie B2B wirklich gemacht werden muss. Zu dritt haben wir dann die Firma 7tools AG gegründet und vor allem wiederum in der Branche erfahrene Investoren für die Finanzierung der Entwicklung gefunden. Anfangs haben wir nach Start-up-Kapital gesucht, aber den Finanzinvestoren war unsere Idee Gott sein Dank nicht sexy genug. Wir haben dann in Form von Fachleuten aus der Branche die für uns besseren Investoren gefunden.

In welche Länder werden die Produkte geliefert?

Diebold: Am Start werden die Produkte in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein geliefert. Mit drei Sprachen gehen wir an den Start: Deutsch, Englisch und Französisch. In Kürze kommt dann noch Italienisch dazu damit alle drei Landessprachen in der Schweiz abgedeckt sind. Und dann ist es naheliegend, den Verkauf auch nach Italien auszudehnen – auch weil es in Italien sehr gute Hersteller für Präzisionsprodukte gibt, Italien ein wichtiger Absatzmarkt ist und die Italiener sowieso sehr IT-affin sind. Danach kommen die weiteren EU Staaten hinzu. Da wir die Zollabwicklung digitalisiert haben, muss dies auch für Länder in der EU entsprechend angepasst werden – man denke nur an die unterschiedlichen Mehrwertsteuer-Sätze. Also auch wieder kein triviales Unterfangen. Aber Plattformen werden international nur handlungsfähig und erfolgreich sein, wenn sie diese Prozesse sauber digitalisiert haben.

Wie stellt sich die Handhabung der grenzüberschreitenden Lieferung dar?

Diebold: 7tools berechnet schon im Warenkorb alle Kosten für Verpackung, Transport, Zollabwicklung und Zollgebühren. Der Logistikpartner macht die Verzollung und liefert die Ware die bis 12 Uhr bestellt und bis 14 Uhr bestätigt wurde, gesichert am nächsten Tag beim Besteller ab.

Ist die Rücksendung und Neulieferung etwa bei Transportschäden sichergestellt?

Diebold: Ja das muss so sein. Ein Transportschaden wird angemeldet, vom Verursacher als solcher akzeptiert und die Kostenübernahme garantiert. Alles digital und ohne händische Erstellung von Papieren oder Rechnungen. 7tools erzeugt dann das Transportetikett das der Logistiker mit einem Scanner liest. Schlanker geht ein solcher Prozess nicht.

Welche Vorteile haben Firmen, die 7tools für den Verkauf ihrer Produkte nutzen?

Diebold: Die Hersteller bekommen über die Plattform 7tools einen breiten Marktzugang, sowohl national als auch international. Direkt neben seinem Produkt kann sich ein Hersteller mit Firmen- und Produktinformationen präsentieren, d. h. er kann sich und sein Produkt digital bekannt machen. Die Suchfunktionen und die Produktauswahl sind professionell gestaltet, Suchfunktionen sind bereits mit künstlicher Intelligenz verknüpft. Es gibt Vergleichsmöglichkeiten auf Produktebene die dem Käufer die Produktsuche erleichtern. Er soll immer das für seine Anwendung passende Produkt finden und keine Fehlkäufe tätigen die zu Rücksendungen führen könnten. Zum besten Preis soll er gute Qualität bekommen für sein gutes Geld, denn die Hersteller-Marke ist jederzeit erkennbar. So werden auch Nischenanbieter gefunden, die oft fantastische Produkte haben, denn sie werden auf der 7tools-Plattform ebenbürtig über die technische Produktsuche platziert. So nehmen auch Klein- und Kleinstunternehmen und Hidden Champions an der vierten industriellen Revolution teil.

Werden Kunden die Möglichkeit haben, in Kommentaren ihre Erfahrungen zum Produkt anderen Interessenten mitzuteilen?

Diebold: Ja, die Plattform wird eine Community-Funktion anbieten, über die sich Anwender Informationen zum gesuchten Produkt oder Zerspanungsprozess einholen können. Hätte ich diese Möglichkeit gehabt bei meinen B2C-Einkäufen, dann hätte ich in vielen Fällen die schlechte Qualität der Produkte vielleicht erkennen können und sie nicht zurückschicken müssen. Und ganz schlimm daran ist, dass diese Produkte bei der Rückgabe vor meinen Augen in einen Sack gesteckt und später vernichtet werden. Die Vertreiber machen sich gar nicht die Mühe einer Rückabwicklung.

Ist diese Kommentarfunktion überwacht, damit keine unberechtigte Kritik veröffentlicht wird?

Diebold: Ja, hier müssen Compliance-Regeln eingehalten und die Rechte der Hersteller geschützt werden. Dafür benutzen wir wieder KI. Und im schlimmsten Fall klären das Anbieter und Kritiker bilateral über die Kontaktfunktion von 7tools.

Funktioniert der Bestellvorgang auch über das Smartphone?

Diebold: Der Bestellvorgang funktioniert responsiv über alle mobilen Geräte.

Wie sieht es mit individuellen Sonderwerkzeugen aus? Können diese ebenfalls beschafft werden? Wie erfolgt in diesem Fall die Bestellung, da der Hersteller wohl technische Unterlagen vom herzustellenden Teil für die Anfertigung des Sonderwerkzeugs benötigt.

Diebold: Es wird in der Phase 2 eine Funktion geben, über die der Anwender Sonderwerkzeuge anfragen kann. Er kann Zeichnungen an seine Anfrage anhängen und wir stellen sicher, dass seine Daten auf unseren Servern so geschützt sind, dass nur die Berechtigten darauf zugreifen können. Dies ist eine ganz wichtige Voraussetzung für die Datensicherheit bei der Digitalisierung.

Wo können Einkäufer den neuen Shop finden?

Diebold: Man findet ihn unter www.seventools.com. Wir müssen natürlich den Shop und seine Funktionen den Firmen in der Abnehmerbranche bekannt machen. Dazu rühren wir kräftig die Werbetrommel über die Presse, die Fachmedien und die Fachverbände und wir gehen direkt auf die Geschäftsleitungen der Industriebetriebe zu. Wir sind sicher, dass die von uns erarbeiteten Funktionen die Marktteilnehmer so weit überzeugen werden, dass durch Weiterempfehlungen die Kunde über die Plattform 7tools schnell verbreitet wird und das Geschäft an Fahrt aufnimmt. Ganz nach unserem Motto: Wir schaffen die Zukunft im digitalen Werkzeug-Geschäft.

Helmut Diebold GmbH & Co. Goldring Werkzeugfabrik
An der Sägmühle 4
D-72417 Jungingen
Telefon: +49 7477 871 33
E-Mail: kontakt@hsk.com
Internet: www.hsk.com

7tools AG
Gewerbestrasse 11
CH-6330 Cham, Schweiz
E-Mail: mail@seventools.com
Internet: https://seventools.com

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