Startseite » Peripherie »

Oberflächenbehandlung effizienter und sicherer

Weiterentwicklung für die Getriebefertigung
Oberflächenbehandlung effizienter und sicherer

Anzeige
Kapazitätserweiterungen in Asien und Deutschland machten bei einem Automobilhersteller den Invest in neue Shotpeening-Systeme zur Oberflächenbehandlung von Getriebeteilen erforderlich. Mit den Anlagenkonzepten RDT 150-S5 und RSA 1400-S6 bot Rösler Lösungen, die in Technik, Leistung und Arbeitsschutz klare Vorteile bieten.

Durch das Shotpeening – ein Verfahren, das auch Kugel- oder Verdichtungsstrahlen genannt wird – erhalten die Oberflächen von Getriebeteilen Eigenschaften, die in der Automobilindustrie gefragt sind: höhere Festigkeit, weniger Verschleiß und längere Lebensdauer bei gleichzeitig reduziertem Gewicht. Vorgaben für das partielle Strahlen der Flanken von Zahnrädern in einer neuen Produktionsstätte in Asien und Fertigungslinie in Deutschland bestanden im Strahlergebnis, also der zu erreichenden Druckeigenspannung, und dem Werkstückdurchsatz.

Die Satelliten-Drehtischanlage von Rösler überzeugte die Projektverantwortlichen durch mehrere Faktoren: Dazu zählt der Drehtisch, der in fünf durch feste Wände getrennte Segmente aufgeteilt ist. Sie bestehen aus Manganhartstahl und sind im Einstrahlbereich zusätzlich mit Werkzeugstahl belegt sowie mit Magnetabdichtungen ausgestattet. Der Strahlbereich ist dadurch zuverlässig vom Außenbereich abgedichtet. Dies gewährleistet, dass ein „Beschuss“ des Bedieners durch vagabundierendes Strahlmittel ausgeschlossen ist und die Anlage verschleißfrei weitertaktet. In jeder der fünf Kammern befindet sich ein Satellit mit teilespezifischer Werkzeugaufnahme für bis zu acht Zahnräder, die manuell beschickt wird.
Gestrahlt wird in zwei Kammern mit Hochleistungs-Schleuderrädern vom Typ Hurricane H 32. Sie sind im Gegensatz zu den Lösungen vieler Wettbewerber als Einscheibenrad ausgeführt, was einen schnellen Wechsel der Wurfschaufeln von außen ohne Demontage des Impellers und Dosierers ermöglicht. Der Wechselzyklus pro Schleuderrad liegt bei nur zirka zehn Minuten, wodurch sich die Wechselausfallzeiten auf ein Minimum reduzieren lassen. Ein weiteres Plus ist die kompakte Ausführung der Anlagen. Entscheidend für den Kunden war einerseits der geringe Platzbedarf und die damit verbundene Möglichkeit des dezentralen Strahlbetriebs mit minimiertem Teilehandling und die Sicherheit, dass bei Ausfall einer Anlage nicht die gesamte Produktion steht. Andererseits punkteten die geringeren Investitionskosten und das sehr gute Strahlergebnis. Denn mit der RDT 150-S5 lässt sich eine Druckeigenspannung von 1200 MPa und mehr erzielen, während man mit bisher eingesetzten Anlagen nur rund 1000 MPa erreichen konnte.
Strahlen mit automatisiertem Teilehandling
Für die geforderte höhere Druckeigenspannung von bis zu 1500 MPa entwickelte Rösler mit der Druckluft-Strahlanlage RSA 1400-S6 eine kundenspezifische Lösung. Die Beschickung der einzelnen Anlagenlinien erfolgt hier in der Regel automatisch über Handlingsysteme (manuelle Beschickung wäre aber auch denkbar), welche ebenfalls von Rösler konzipiert wurden. Diese entnehmen die Werkstücke automatisch einer Reinigungsanlage, positionieren jeweils ein Zahnrad mit einer Genauigkeit von ± 1,0 mm auf den Werkstückaufnahmen der Satelliten und transportieren sie nach dem Strahlprozess wieder zur Reinigungsanlage.
Gestrahlt wird mit drei Düsen, die gezielt auf die zu bearbeitenden Stellen des Bauteils gerichtet sind. Dabei können bis zu drei Strahlpositionen definiert werden. Aufgrund der Kundenvorgaben sind die Anlagen mit einer und zwei Positionen ausgeführt, was bei einer Strahlzeit von 40 Sekunden einen Durchsatz von rund 1500 Werkstücken pro Anlage (erweiterbar auf bis zu 4500 Werkstücke pro Anlage) im Dreischichtbetrieb gewährleistet. Um einen unterbrechungsfreien Strahlbetrieb sicherzustellen, sind die Anlagen mit speziellen Doppeldruckkesseln ausgestattet.
Entscheidend war die sehr hohe Reproduzierbarkeit des Strahlprozesses bei der RSA-Anlage. Die Rösler-Gruppe ist bei Druckluftanlagen für die anspruchsvollen Anwendungen in der Automobilindustrie sowie der Luft- und Raumfahrttechnik durch die Akquisition von Baiker und Vapor Blast technologisch führend. Diese Spitzenstellung verdankt sie verschiedenen patentierten Lösungen wie beispielsweise speziellen Dosiersystemen. Zur hohen Prozesssicherheit trägt auch die effektive kontinuierliche Strahlmittelaufbereitung mit Windsichtung, Siebstation und Spiralabscheider bei. Letzterer gewährleistet, dass ausschließlich Strahlmittel in runder Kontur auf das Bauteil aufgebracht wird.
Für das Werk in Asien entschieden sich die Projektverantwortlichen des Automobilherstellers für vier Anlagen RDT 150-S5 und eine RSA 1400-S6 mit manueller Beschickung. Die deutsche Niederlassung wurde mit sieben vollautomatisierten RSA 1400-S6-Anlagen ausgestattet. Die geforderte Inbetriebnahme innerhalb von 20 Wochen nach Auftragseingang wurde von Rösler jeweils erfüllt.
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild mav Innovation in der spanenden Fertigung 12
Ausgabe
12-2020
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Fachzeitschrift additive

Trends

Aktuelle Entwicklungen in der spanenden Fertigung

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Alle Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de