Anlagen, Verfahren

Matthias Knoll, Knoll Maschinenbau GmbH

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„Wo geht´s lang?“, war das Motto der Knoll-Messe vom 6. bis 9. Mai 2008 am Firmensitz in Bad Saulgau. Als Antwort drängt sich dem Besucher auf: Energie sparen. Mehr als 500 geladene Besucher hatten nicht nur Gelegenheit, vielerlei Problemlösungen rund um die Maschine und den Prozess zu sehen, sondern konnten live in der Produktion energieeffiziente Pump- und Filteranlagen kennenlernen.

Das Interview führte Rudolf Beyer

Die Konjunktur brummt, wozu braucht´s dann bei der Firma Knoll jetzt im Mai eine Hausmesse?
Matthias Knoll: Für unsere Hausmesse gibt es zwei Gründe. Zum einen wollen wir unseren Kunden, Lieferanten und Interessenten unsere Innovationskraft rund um das Thema Fördern, Filtern, Pumpen demonstrieren und zum anderen unsere innovative Technologie mit einem leistungsstarken Produktspektrum zeigen. Kunden, die vor drei Jahren das letzte Mal hier waren, erkennen mit Sicherheit unsere Firma nicht wieder.
Knoll legt im Umsatz seit Jahren zweistellig zu. Das muss doch auf Dauer erhebliche Probleme bereiten?
Matthias Knoll: Das Umsatzwachstum von 18 Prozent im letzten Jahr und 15 Prozent im Jahr zuvor hat uns in der Tat ganz schön gefordert. Wir hatten Rückstände, die wir durch zusätzliche Schichten abgearbeitet haben. Durch die Einrichtung von 100 neuen Arbeitsplätzen innerhalb eines Jahres haben wir unsere Kapazitäten so ausgebaut, dass wir heute wieder auf normale Lieferzeiten kommen. Und weil wir auch dieses Jahr mit dem Wachstum unserer Kunden mitziehen wollen und nochmal 20 Prozent zulegen werden, wären wir nicht unglücklich, wenn wir demnächst in einer Konsolidierungsphase unsere Abläufe und Prozesse diesen Gegebenheiten anpassen könnten.
Energiesparen ist offensichtlich das beherrschende Thema der diesjährigen Hausausstellung?
Matthias Knoll: Wir haben heute in unserem Produktportfolio alles, was man an Förder- und Filteranlagen für Späne und Kühlschmierstoffe in der Metallbearbeitung braucht. Auf der einen Seite muss die Technik stimmen. Ich denke, wir haben hier für jede Anwendung die richtige Lösung. Was jetzt hinzukommt, ist die Forderung nach Energieeinsparung, denn die Energiekosten steigen permanent. Für Produktionsverantwortliche bedeutet das, verstärkt auf sparsames Equipment, wie wir es auf der Hausmesse zeigen, zu achten. Frequenzgeregelte Motoren, wie wir sie in Pumpen einbauen, die in vielen unterschiedlichen Betriebspunkten laufen müssen und sich in sehr großen Drehzahlbereichen bewegen, sind heute fast ein Muss, um Energie zu sparen.
Welche Einsparmöglichkeiten gibt es denn aktuell bei Knoll-Produkten?
Matthias Knoll: Das fängt mit steuerbaren Druckbegrenzungsventilen an Kühlmittelanlagen an. Beispielsweise lässt sich bei der Bearbeitung eines Getriebegehäuses auf einem BAZ der Energiebedarf der Kühlmittelanlage durch druckminimierten Umlauf in Pausenzeiten schon mal um 11 Prozent senken.
Das klingt ja noch nicht berauschend.
Matthias Knoll: Kostet aber auch fast nichts. Wer etwas mehr investiert, kann bei mittleren Anschaffungskosten und kurzer Amortisationszeit 36 Prozent an Energie sparen, wenn er seine Kühlmittelaufbereitungsanlage mit Druckbegrenzungsventil bei konstanter Drehzahl und gesteuertem variablen Druck betreibt. Diese Möglichkeit werden wir künftig auch in unsere Angebote bei Einzelanlagen für Werkzeugmaschinen aufnehmen. Alternativ werden wir unser PQ-Tronic anbieten.
Was darf man unter PQ-Tronic verstehen?
Matthias Knoll: Mit PQ-Tronic erreichen wir bei variablem Druck, Volumenstrom und Drehzahleinstellung der Kühlmittelpumpe mittels Frequenzumrichter sogar 70 Prozent Energieeinsparung. Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich dadurch, dass sich durch frequenzgeregelte Antriebe an den Pumpen die Pumpenstandzeit erhöht, ein geringerer Wärmeeintrag in den Kühlschmierstoff erfolgt und sich dadurch die Kühlleistung reduziert. Trotz relativ hohem Investment ergibt sich beim Einsatz von PQ-Tronic die größte Energieeinsparung bei kürzester Amortisationszeit.
Eine beeindruckende Anlage ist der neue Vakuumfilter VLX, mit dem bei Knoll das Kühlmittel der hauseigenen Schleifmaschinen aufbereitet wird. Ist das auch eine Energie sparende Anlage?
Matthias Knoll: Der Vakuumfilter VLX ist ein Hochleistungsfilter zum Reinigen von Kühlschmierstoffen spanabhebender Bearbeitungsverfahren, insbesondere für Schleifprozesse. Durch die hohe Filterleistung ist das Produkt idealer Bestandteil eines zentralen Reinigungssystems für mehrere Maschinen. Die besondere Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus der hohen Energie-Effizienz, dem geringen KSS-Verlust und den niedrigen Entsorgungskosten, denn mit dem Vakuumfilter erzeugen wir ein Konzentrat mit geringer Restfeuchte ohne Filterhilfsmittel.
Und wie funktioniert das?
Matthias Knoll: Die Schmutzflüssigkeit strömt durch den Einlaufkasten in den Boden des Schmutztanks und steigt an. In der Filterkammer erzeugen Vakuumpumpen einen Unterdruck. Die Flüssigkeit läuft durch das Filterband, das die Schmutzpartikel zurückhält, in die Filterkammer. Dabei entsteht ein dicker Filterkuchen, der selbst als Filtermedium dient und kleinste Schmutzpartikel abscheidet. Eine Filterpumpe befördert die gereinigte Flüssigkeit in den Reintank. Filter- und Vakuumpumpe sind so geregelt, dass das System möglichst nur die maximal notwendige Flüssigkeitsmenge filtert. Mit zunehmendem Filterkuchen sinkt die Durchlässigkeit der Filterfläche und das Niveau der Schmutzflüssigkeit steigt an. Bei einem definierten Füllstand schaltet der Bandantrieb ein und befördert den Trägergurt zusammen mit dem Filterband ein Stück weiter. Damit gelangt durchlässiges Filterband auf die Filterfläche, der Volumenstrom steigt und das Niveau der Schmutzflüssigkeit nimmt wieder ab. Durch dieses intelligente Regelsystem erreichen wir eine sehr hohe Energie-Effizienz.
Was passiert, wenn in der Schmutzflüssigkeit Späne oder andere Verunreinigungen vorhanden sind?
Matthias Knoll: Das Filterband durchläuft mehrere Stationen. Der Austrag von Spänen, auch von Leichtmetallen, erfolgt in einer Vorfiltereinrichtung. Das ist der Anfangsbereich des Filterbandes, auf dem sich praktisch noch kein Filterkuchen aufgebaut hat. Die hier durchlaufende Schmutzflüssigkeit wird mit seinen Verunreinigungen zurück in den Schmutztank gefördert. Deshalb ist diese Anlage universell einsetzbar für unterschiedliche Bearbeitungsverfahren, Werkstoffe und Kühlschmierstoffe.
Wieso benötigt man bei diesem Vakuumfilter kein Filtervlies?
Matthias Knoll: Bei dem VLX-Filter kommt ein von uns entwickeltes Endlos-Filterband aus einem speziellen Kunststoff zum Einsatz, das eine sehr lange Standzeit aufweist. Das Filterband durchläuft mehrere Stationen. Nach der Vorfiltereinrichtung, in der das Band mit einem dünnen Schmutzkuchen vorbelegt wird, kommt die eigentliche Filterstrecke zur Abscheidung der Schmutzpartikel. Es folgt eine Trocknungsstrecke, auf der dem Konzentrat die Flüssigkeit entzogen wird. Am Ende der Filterstrecke wird mittels einer Abblasdüse das Konzentrat und mit Spüldüsen die verbliebenen Restpartikel vom Band getrennt. Durch den Aufbau eines neuen Filterkuchens am Anfang der Filterstrecke beginnt der Vorgang von neuem. Allein durch die Einsparung üblicher Vliesfilter und deren kostenträchtiger Entsorgung, vor allem, wenn mit Öl gearbeitet wird, erspart uns an dieser Anlage pro Jahr circa 10 000 Euro. Auch die Entsorgung der pulvrigen Überreste, die nach dem Filtervorgang abgeschieden werden, ist wesentlich kostengünstiger als bei üblichem Schleifschlamm.
Knoll hat jetzt also auch bei der Kühlmittel-Aufbereitung von Schleifmaschinen die Nase vorn?
Matthias Knoll: Ich glaube, wir sind mittlerweile mit Filterlösungen für die Schleifbearbeitung sehr gut aufgestellt. Vor fünf oder sechs Jahren waren wir da noch etwas schwach. Wir werden uns auch künftig verstärkt um die Schleifmaschinenhersteller bemühen. So wollen wir künftig Filter für die Feinstfiltration unter 5 Mikrometer anbieten. Diesen Markt möchten wir bedienen und nicht kampflos dem Wettbewerb überlassen. In Feldversuchen testen wir derzeit mehrere Neuentwicklungen in unterschiedlichen Anwendungen.
Hat Knoll weitere Neuigkeiten in der Pipeline?
Matthias Knoll: Mit unseren Kreisel- und Schraubenspindelpumpen sind wir sehr gut aufgestellt. Diesen Erfolg wollen wir auf andere Branchen ausweiten. Deshalb haben wir in den letzten Jahren unsere Pumpen für den Einsatz in Food and Beverage weiterentwickelt. Hier kommen hochviskose Medien wie Schokolade, Säfte, Joghurte, Farben, Lacke und andere chemische Stoffe zum Einsatz. Wir bieten für diesen neuen und speziellen Markt mit Sicherheit eines der besten Produkte, aber es wird Zeit brauchen, bis wir in diesem Segment Fuß fassen.
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