Kooperation mit OPC Foundation soll Umati-Schnittstelle voranbringen Mit Volldampf zur gemeinsamen Maschinen-Sprache

Kooperation mit OPC Foundation soll Umati-Schnittstelle voranbringen

Mit Volldampf zur gemeinsamen Maschinen-Sprache

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Unter der Bezeichnung Umati (Universal machine tool interface) arbeitet der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) gemeinsam mit großen deutschen Herstellern an einer universellen Schnittstelle für den Austausch von Maschineninformationen. Im Dezember hat auch der Schweizer Branchenverband VPT seine Unterstützung bekundet. Und mit der Einrichtung einer Joint Working Group mit der OPC Foundation nimmt Umati jetzt eine weitere Hürde auf dem Weg zum allgemein anerkannten Standard.

Die OPC-UA-basierte Werkzeugmaschinen-Schnittstelle Umati (Universal machine tool interface) hat eine weitere Hürde auf dem Weg zum allgemein anerkannten Standard genommen: Der VDW hat zusammen mit der OPC Foundation dazu eine so genannte Joint Working Group eingerichtet. Die Gruppe hat ab Januar 2019 ihre Arbeit aufgenommen. „Interessierte Mitglieder der OPC Foundation, des VDW oder angeschlossener Vereinigungen, die an der gemeinsamen Entwicklung von Umati nach Maßgabe der so genannten Companion Specifications der OPC Foundation mitarbeiten wollen, können sich gerne melden“, sagt Dr. Alexander Broos, Projektleiter für Umati beim VDW. Der VDW will damit erreichen, dass Kundenbedürfnisse in den Standard einfließen. Das erhöhe die Akzeptanz der Schnittstelle als weltweit akzeptierter Konnektivitätsstandard.

Wie bei internationalen Standards üblich, wird ein Entwurf von Umati der (Fach-) Öffentlichkeit zur Einsichtnahme, für Anmerkungen und Kommentare präsentiert. Nach Abschluss einer Frist werden die eingegangenen Kommentare soweit wie möglich eingearbeitet und ein endgültiger Standard verabschiedet. Im Gegensatz zur klassischen Standardisierungsorganisation gehören bei OPC UA dazu auch Konfigurationsdateien, die das Aufsetzen eines so genannten OPC-Servers erleichtert, der dann die eigentliche Kommunikation übernimmt.

Grundlage für Umati ist eine Initiative führender deutscher Werkzeugmaschinenhersteller unter dem Dach des VDW. Sie wollen die Anbindung von Werkzeugmaschinen an unterschiedliche kundenseitige IT-Infrastrukturen erleichtern. Bereits seit Oktober 2017 arbeitet ein Projektteam mit den Werkzeugmaschinenherstellern Chiron, DMG Mori, Emag, Grob, Heller, Liebherr-Verzahntechnik, Trumpf und United Grinding, an der Schnittstelle. Unterstützt wird dieses Kernteam durch die Steuerungshersteller Beckhoff, Bosch Rexroth, Fanuc, Heidenhain und Siemens. Des Weiteren wird die Gruppe durch das Institut ISW der Universität Stuttgart begleitet. Außerdem sind mittlerweile die Unternehmen GF Machining Solutions und Pfiffner (FFG Gruppe) integriert.

Erste Feuerprobe bestanden

Die erste Feuerprobe bestand umati im Rahmen eines Showcase auf der AMB 2018. Insgesamt wurden 15 Maschinen von neun Herstellern mit fünf Steuerungsplattformen an zahlreiche Kommunikationspartner angebunden. Grundlage war ein Auszug des ersten Parametersatzes, der bis dahin gemeinsam definiert worden war. Die beteiligten Unternehmen berichten, dass die Vernetzung zwischen 8 und 16 Stunden in Anspruch genommen hat.

„Der nächste große Meilenstein für Umati ist die Vorstellung eines umfangreicheren Showcase auf der EMO Hannover 2019“, kündigt Broos an. „Bei der Weltleitmesse für die Metallbearbeitung wollen wir eine deutlich größere Anzahl vor allem auch internationaler Partner für Umati vorstellen.“ Dazu führe der VDW intensive Gespräche mit den wichtigsten Marktbegleitern in aller Welt. Neben angestrebten Kooperationen mit Unternehmen stimmt sich der VDW eng mit den jeweiligen Schwesterverbänden in Europa, den USA, Japan, China und Südkorea ab.

Schweiz und Deutschland treiben Digitalisierung gemeinsam voran

Die Eidgenossen sind seit dem Jahreswechsel mit im Boot: Die Schweizer VPT (Vereinigung für angewandte Produktionstechnik) und der deutsche VDW wollten in Zukunft gemeinsam an der Standardisierung des Informationsaustausches mit Produktionsmaschinen arbeiten, gaben die beiden Verbände im Vorfeld der Messe Industrialis bekannt. Eine entsprechende Erklärung wurde am 6. Dezember 2018 unterzeichnet.

„Die VPT vereinigt Maschinenhersteller und -betreiber in seinen Reihen, die beide großes Interesse an einem einfach funktionierenden Informationsaustausch der Maschinen mit übergeordneten IT-Systemen haben“, sagt VPT-Präsident Dr. Jürg Krebser. „Sie benötigen die Maschineninformationen, um ihre Produkte und Produktionsprozesse zu optimieren. Dabei sollten nicht herstellerspezifische Datenformate den Zugang zu diesen Informationen erschweren.“

Dies hat die VPT zum Anlass genommen, das Programm Prodnet im Jahr 2016 ins Leben zu rufen. Im Rahmen der Aktivitäten will sie branchenübergreifende Lösungen zur Nutzung der Digitalisierungsmöglichkeiten erarbeiten und hat bereits konzeptionelle Vorarbeiten geleistet sowie in einigen Schlüsselthemen konkrete Grundlagen geschaffen.

In der Umati-Projektgruppe des VDW arbeiten auch zwei Schweizer Unternehmen mit: GF Machining Solutions und United Grinding. „Dank der offenen Zusammenarbeit können die themenspezifischen Vorarbeiten des Prodnet-Konsortiums in das Standardisierungsprojekt des VDW übernommen werden“, sagt Andreas Rauch, Head of Digital Business bei GF Machining Solutions. „Pronet bringt zudem sein dichtes Mitgliedernetzwerk ein, das die Umati-Schnittstelle frühzeitig prüfen und damit Risiken erkennen kann.“

Beide Initiativen sollen ein rasches Erreichen der gemeinsamen Ziele ermöglichen. Die beteiligten Unternehmen können mit ihrem Beitrag nicht nur die Maschinendigitalisierung mitgestalten, sie sichern sich damit auch den Zugang zu Technologiekompetenz an vorderster Front.

Weitere Verbände unter dem Dach des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) leisten vergleichbare Arbeit in ihren jeweiligen Branchen. Hier bringt sich der VDW ein, um Umati auch für andere Maschinenbauzweige nutzbar zu machen.

„Den Initiativen in Deutschland und der Schweiz ist es zu verdanken, dass Maschinenhersteller erstmals in dieser Intensität operativ zusammenarbeiten“ ergänzt Lorenz Zellweger, Initiant und Geschäftsstellenleiter der VPT. „Das ist ein Kulturwandel. Der Schwung daraus soll genutzt werden, um die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg zu intensivieren und auch die Abnehmer bei der Gestaltung der neuen Zusammenarbeitsformen einzubeziehen.“

Mehr zu Umati unter https://vdw.de/technik-und-normung/umati

VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken
www.vdw.de

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