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Hermle: Rückläufiges Ergebnis, solide Basis

45 % weniger Orders im ersten Halbjahr – gut gerüstet zum „Durchstarten“
Hermle: Rückläufiges Ergebnis, solide Basis

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Aufgrund der coronabedingten Nachfrageschwäche hat der schwäbische Werkzeugmaschinenbauer Hermle – hier der Firmensitz in Gosheim – im ersten Halbjahr 2020 einen Auftragsrückgang von 45,5% verzeichnet. Bild: Hermle
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Wegen der coronabedingt stark rückläufigen Nachfrage ist der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers Hermle im ersten Halbjahr 2020 gemessen am Vergleichszeitraum des Vorjahres um 45,5 % auf 119,4 Millionen Euro gesunken. Aus dem Ausland erhielt das Unternehmen neue Bestellungen im Wert von 75,3 Millionen Euro (Vorjahr 129,7 Millionen Euro) und aus dem Inland von 44,1 Millionen Euro (Vorjahr 89,2 Millionen Euro).

Der Konzernumsatz ging um 30,6 % auf 160,9 Millionen Euro zurück Davon entfielen 98,0 Millionen Euro (Vorjahr 125,3 Millionen Euro) auf das Ausland und 62,9 Millionen Euro (Vorjahr 106,4 Millionen Euro) auf das Inland. Die Exportquote erhöhte sich von 54,1 % auf 60,9 %.

Während des bisherigen Höhepunkts der Corona-Krise im April und Mai war neben dem Neumaschinen- auch das Service- und Ersatzteilgeschäft stark beeinträchtigt. In diesem Bereich verzeichneten die Gosheimer gegen Ende des Berichtszeitraums in einigen Ländern eine allmähliche Erholung.

Durch das Konzept des atmenden Unternehmens könne Hermle weitreichende Kapazitätsanpassungen umsetzen und auf Auslastungsschwankungen bis zu einem gewissen Grad sehr flexibel reagieren, so der Konzern. Daher war die Ertragslage im Berichtszeitraum von den coronabedingten Umsatzeinbußen zwar deutlich belastet, blieb aber weiterhin solide. Von Januar bis Juni 2020 belief sich das Betriebsergebnis im Konzern auf 29,8 Millionen Euro (Vorjahr 50,7Millionen Euro) und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 29,9 Millionen Euro (Vorjahr 50,6 Millionen Euro). Daraus errechnet sich eine Bruttoumsatzmarge von 18,6 % (Vorjahr 21,8 %). Nach Steuern wurde ein Periodenüberschuss von 21,5 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr 37,3 Millionen Euro).

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen in der Berichtsperiode auf 9,2 Millionen Euro (Vorjahr 4,5 Millionen Euro). Sie betrafen vor allem zwei größere, bereits 2019 begonnene Bauprojekte: Zum einen errichtet Hermle aufgrund der begrenzten Flächen am Firmensitz ein weiteres Produktionsgebäude am zweiten Fertigungsstandort Zimmern, das voraussichtlich noch im laufenden Jahr fertiggestellt und für die Blechfertigung genutzt werden soll. Zum anderen wurden die Kapazitäten für das Technologie- und Schulungszentrum sowie das Ersatzteillager am US-Standort Franklin/Wisconsin erweitert. Die beiden strategisch wichtigen Projekte waren zu Beginn der Covid-19-Pandemie bereits so weit fortgeschritten, dass es sinnvoll war, sie trotz der Krise fortzusetzen. Andere Investitionsmaßnahmen wurden bzw. werden großteils gestoppt.

Am 30. Juni 2020 waren bei Hermle konzernweit 1304 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt nach 1319 am Jahresende 2019. Wegen der coronabedingt rückläufigen Nachfrage wurden wenn möglich frei werdende Stellen nicht neu besetzt und Gleitzeitkonten weitgehend abgebaut. Die Zahl der Auszubildenden nahm im Stichtagsvergleich von 79 auf 94 junge Menschen zu.

Tiefpunkt der Nachfrage scheint erreicht

Seit Beginn des dritten Quartals scheint sich bei Hermle die Normalisierung des Service- und Ersatzteilgeschäfts zu verfestigen. Auch der Tiefpunkt der Nachfrage nach Neumaschinen könnte in manchen Branchen erreicht sein. Wegen des inzwischen deutlich reduzierten Auftragsbestands wurden im Sommer wie angekündigt längere Produktionspausen mit einer entsprechend höheren Ergebnisbelastung eingelegt. Da es nach wie vor unklar ist, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, welche Gegenmaßnahmen noch nötig werden und wie sich diese auswirken, bleibt es unsicher, ob sich die derzeit zu beobachtende Bodenbildung und teilweise leichte Belebung der Nachfrage verstetigt.

Zudem dürfte die Entwicklung branchenabhängig sehr unterschiedlich verlaufen. Während sich Bereiche wie die Medizintechnik möglicherweise noch im laufenden Jahr erholen, wird die Krise bei anderen Abnehmern wie der Luftfahrtindustrie voraussichtlich deutlich länger anhalten, sodass die Auswirkungen bei Hermle auch noch 2021 zu spüren sein dürften.

Prognose stabil

Für das Gesamtjahr 2020 geht Hermle weiterhin davon aus, dass der Konzernumsatz um rund 50 % und das Betriebsergebnis hierzu überproportional abnehmen werden. Da die Entwicklung im ersten Halbjahr insgesamt etwas besser verlief als im April erwartet, scheint die Prognose aktuell gut abgesichert, wobei unverändert große Risiken, aber auch die Chance einer günstigeren Entwicklung bestehen. Unabhängig davon sieht sich Hermle gut gerüstet, um nach der Krise wieder voll durchzustarten. Die Basis dafür bildeten neben der sehr soliden finanziellen Ausstattung und hohen Flexibilität die weitere Internationalisierung und die kontinuierliche Automatisierung und Digitalisierung des Angebots.

Maschinenfabrik Berthold Hermle AG
Industriestraße 8–12
D-78559 Gosheim
Telefon: +49 (0) 7426/95–0
E-Mail: info@hermle.de
Internet: www.hermle.de

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