Auftragseingang auf Rekordniveau – Umsatz leicht rückläufig

Heller: Stabile Entwicklung 2018

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Die Geschäfte des Nürtinger Werkzeugmaschinenbauers Heller haben sich 2018 stabil entwickelt. Bild: Heller
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Der Werkzeugmaschinenhersteller Heller hat im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 558,3 Millionen Euro erzielt. Damit blieben die Nürtinger 3 % unter dem Vorjahrswert. Der Auftragseingang erreichte ein Rekordniveau von 695,2 Millionen Euro – ein Plus von 13,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit Orders im Wert von 546 Millionen Euro weist auch der aktuelle Auftragsbestand einen Höchstwert auf. Die Mitarbeiterzahl stieg moderat von 2440 in 2017 auf 2590 in 2018. Die Eigenkapitalquote konnte erhöht werden und beträgt nun knapp 35 %.

„Der leichte Umsatzrückgang ist vor allem durch zeitliche Verschiebungen im Projektgeschäft zu erklären“, erläutert CEO Klaus Winkler. „Sehr erfreulich für uns ist hier allerdings das Abschneiden des After-Sales-Geschäftes, das rund ein Viertel des gesamten Geschäftsvolumens ausmacht.“ Mit dem Service erwirtschaftete der Werkzeugmaschinenbauer einen Umsatz von 142 Millionen Euro und lag damit über Plan.

Das Maschinengeschäft trug mit 412 Millionen Euro zu den Erlösen bei. Deutschland blieb auch 2018 für die Unternehmensgruppe der wichtigste Markt mit einem Umsatzvolumen von 192 Millionen Euro (34,4 %). Im übrigen Europa musste man allerdings einen leichten Rückgang der Umsatzerlöse hinnehmen. Besonders erfreulich war die Entwicklung hingegen auf dem asiatischen Kontinent. Hier stand zum Jahresende ein Plus von rund 27 % (148 Millionen Euro) zu Buche. Ebenfalls sehr positiv entwickelten sich die Geschäfte in Südamerika, wo eine Umsatzsteigerung von 46 % erreicht wurde.

Der Auftragseingang im Neumaschinengeschäft geht auf ein sehr erfreulich verlaufendes Geschäft mit Projekten und Einzelmaschinen zurück. Trotz zunehmender Beruhigung des automobilen Projektgeschäfts im Jahresverlauf steht der Auftragseingang hier für mehr als 50 % des Neumaschinengeschäfts, aufgrund eines Großprojekts. Investitionen in die Elektromobilität gewannen an Bedeutung. Erneut erfolgreich verlief das Geschäft mit der Beschichtung von Zylinderlaufbahnen, das zu einer erheblichen CO2-Reduzierung moderner Verbrennungsmotoren beiträgt.

Das größte Wachstum wurde mit Anwendungen außerhalb des klassischen Fahrzeuggeschäfts und vor allem in der 5-Achs-Bearbeitung erzielt. Investitionen in die Automatisierung der Produktion und digitale Angebote erfreuten sich starker Nachfrage. Betrachtet man die Entwicklung des Auftragseingangs nach Regionen, so war Europa die stärkste Absatzregion für Maschinen und Dienstleistungen von Heller: Mehr als zwei Drittel der neuen Aufträge kamen 2018 aus den europäischen Märkten. Herausragend war dabei die Entwicklung auf dem Heimatmarkt Deutschland, der mit knapp 30 % den Löwenanteil zu der europäischen Entwicklung beitrug. 17 % der Aufträge kamen aus Asien, 12 % aus der Region Americas.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte die Heller Gruppe insgesamt 18,5 Millionen Euro in Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung und Modernisierung. Ein Schwerpunkt lag in der Digitalisierung eigener Prozesse. In Nürtingen entsteht derzeit eine zusätzliche Montagehalle, wo zukünftig die Endmontage von 5-achsigen Bearbeitungszentren mit Hilfe modernster Montagekonzepte erfolgen soll. Die Fertigstellung der neuen „Spindellinie“ in der Fertigung komplettiert die Investitionen am schwäbischen Firmensitz.

Im brasilianischen Produktionswerk in Sorocaba sowie in Troy (USA) wurde in die Modernisierung des Maschinenparks und der Geschäftsausstattung investiert. Außerdem wuchs die Unternehmensgruppe 2018 durch die Akquisition der Paatz Viernau GmbH aus Thüringen.

Politische Unsicherheiten, Auseinandersetzungen um wechselseitige Handelsbarrieren, vor allem zwischen den USA und China, die hohe Schuldenlast vieler Länder, aber auch die nicht enden wollende Diskussion um den Brexit treten aktuell immer stärker ins Bewusstsein. Die politisch getriebene Diskussion über die künftigen Antriebskonzepte sorgt für zusätzliche Unsicherheit und beeinflusst Investitionsentscheidungen. Auch deshalb hat die Anzahl der kurzfristig zu vergebenden Automotive-Projekte weltweit erkennbar abgenommen, auch wenn die Diskussion in Deutschland besonders intensiv geführt wird. Schließlich ist der Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche unverändert hoch und auch der Beschaffungsmarkt und die Materialversorgung bilden weiterhin Engpassfaktoren.

Die weltwirtschaftliche Lage wird für 2019 sowohl international als auch für Deutschland aber noch immer verhalten optimistisch eingeschätzt. Der weltweite Verbrauch an Werkzeugmaschinen wird sich auch 2019 auf hohem Niveau bewegen. Bei Heller geht man davon aus, dass sich diese Entwicklung auch in den wichtigsten Teilmärkten, in denen man präsent ist, niederschlagen wird. Das erste Quartal sei etwas unter den Erwartungen angelaufen, was vor allem mit einer Beruhigung im automobilen Projektgeschäft begründet wird. „Dank der vollen Auftragsbücher erwarten wir auch für 2019 eine gute Auslastung, steigende Umsatzerlöse und ein ordentliches Jahresergebnis“, blickt Winkler optimistisch auf die aktuelle Entwicklung.

Darüber hinaus ist das Jahr 2019 ein ganz Besonderes für Heller: Das Unternehmen feiert sein 125-jähriges Jubiläum. 1894 hatte der erst 25 Jahre alte Hermann Heller mit der Gründung eines Handelsgeschäfts und Produktion von geschützten Artikeln und Uhrmacherwerkzeug in Nürtingen den Grundstein für das heutige Familienunternehmen gelegt. Ein weiteres Highlight ist die alle zwei Jahre stattfindende Leitmesse des Werkzeugmaschinenbaus, die EMO Mitte September in Hannover. Der Branchentreff ist für Heller und die zahlreichen Besucher eine hervorragende Plattform, um aktuelle Fertigungsanforderungen, Entwicklungen und Trends zu diskutieren und den Grundstein für Investitionen zu legen. Unterm Strich sieht sich das Unternehmen auch für kommende Herausforderungen gut aufgestellt.

Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH
www.heller.biz

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