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Metav nimmt Fahrt auf

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW)
„Die Metav ist die Messe für West- und Nordeuropa“

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Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW). Bild: VDW
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Die 21. vom VDW veranstaltete Metav, Fachmesse für Technologien der Metallbearbeitung, findet vom 10. bis 13. März 2020 in Düsseldorf statt. Für Dr. Wilfried Schäfer steht die Messe 40 Jahre nach ihrer Premiere nicht nur für neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen in der Metallbearbeitung, sie spiegelt auch die Spannung wider auf der Schwelle zur vierten industriellen Revolution.

mav: Warum hat sich der Standort Düsseldorf für die Metav seit 40 Jahren bewährt?

Schäfer: Für die Wahl des Austragungsortes war entscheidend, dass die 1980 neu gestartete Messe in einem der wichtigsten Werkzeugmaschinenmärkte Deutschland stattfinden sollte mit einer Anbindung an das europäische Umland und guter Verkehrsinfrastruktur für Auto, Bahn und Flugzeug. Daher fiel die Wahl auf Nordrhein-Westfalen und den Messestandort Düsseldorf. Zwischenzeitlich hat sich die Metav auf Ausstellerseite zu einer internationalen Messe entwickelt. Auf Besucherseite adressiert sie Nordwestdeutschland und aufgrund der guten Fluganbindung Kunden aus anderen wichtigen europäischen Märkten. Die Metav ist ein fester Termin im Messekalender der Produktionstechnik. Sie ist für jeden Anbieter ein Muss, der seine Kunden, insbesondere den Maschinenbau, nicht nur in dessen Kernland Nordrhein-Westfalen, sondern auch in angrenzenden Regionen ansprechen will.

Warum ist die Region Nordwestdeutschland für den Maschinenbau so interessant?

Schäfer: Im unmittelbaren Einzugsgebiet treffen die Aussteller – 2018 waren es rund 560 Firmen aus 24 Ländern – auf über 12 000 Betriebe. Die Unternehmen kommen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung, aus Elektronik und Elektrotechnik, aus dem Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie. Dahinter stehen 1,6 Mio. Beschäftigte und ein Umsatz von rund 515 Mrd. Euro.

Mit welchen Erwartungen kommen die Besucher zur Metav?

Schäfer: Die Kunden kommen mit einer hohen Motivation zur Metav und wollen investieren. Entscheider hatten 2018 einen Anteil von fast zwei Dritteln an den Besuchern. Sie kamen vorrangig aus dem Maschinenbau sowie der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Ihr Angebotsinteresse richtete sich vor allem auf Werkzeugmaschinen, CAD/CAM-Systeme, Prüf- und Messtechnik, Automation sowie Werkzeuge und Maschinen für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau.

Tatsächlich gaben 44 Prozent der Metav-Besucher in der Befragung 2018 an, konkrete Investitionsabsichten zu verfolgen. 18 Prozent hatten während der Veranstaltung sogar Aufträge erteilt oder beabsichtigten das nach der Messe.

Was wird es zur Metav 2020 Neues geben?

Schäfer: Zunächst einmal wird die Messe in diesem Jahr erstmals in der neuen Halle 1, die flächenmäßig größer ist als die alten Hallen 1 und 2 zusammen, sowie in den Hallen 4 und 5 stattfinden. Die bisherige strikte Trennung nach Produktbereichen wird gelockert. Damit rücken beispielsweise die Präzisionswerkzeuge und das Zubehör noch näher an die Maschinenhersteller heran. Zudem wurde die Laufzeit der Metav von fünf auf vier Tage verkürzt.

Die Metav zielt auf die gesamte Prozesskette in der Metallbearbeitung ab. Über welche weiteren Themen können sich die Besucher auf der Messe informieren?

Schäfer: Wir haben die Metav seit einigen Jahren um vier Areas ergänzt. Sie stellen die Themen Additive Manufacturing, Medical, Moulding und Quality besonders heraus und ziehen jeweils ihr eigenes Publikum an.

Zudem nimmt Industrie 4.0 in der Metallbearbeitung immer mehr Fahrt auf, und 2020 ist die Metav der Infopoint für Industrie 4.0 in der Produktion. Einzelne Aspekte sind die vernetzte Fertigung, Cloud-Anwendungen, Cyber Security, Datenanalyse, 5G, Machine Learning, Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie sowie nicht zuletzt umati – universal machine tool interface und OPC UA. Die Metav bietet eine umfassende Betrachtung und Bewertung der genannten Entwicklungen, sowohl an den Ständen der Aussteller als auch im Rahmenprogramm. Ergänzt wird das Programm noch durch den Themenpark „Automatisierung und Digitalisierung“.

Auf der Metav wird es, ähnlich wie zur EMO 2019, eine umati@Metav-Live-Demonstration geben. Was kann der Besucher hier erwarten?

Schäfer: Hier wird die Live-Anbindung von Maschinen und Softwaresystemen über die umati-Schnittstelle an ein zentrales Dashboard gezeigt, unabhängig davon, wo die Maschinen stehen. Einmal mehr wird so demonstriert, wie einfach, schnell und unkompliziert Daten über die umati-Schnittstelle ausgetauscht werden können. Sie laufen am zentralen umati-Informationsstand zusammen und sind mit der umati-App abrufbar. Vorträge unter dem Motto „Meet the experts“ laden zudem die Interessenten zum Gespräch mit umati-Kennern ein.

Weiterhin wird der VDW gemeinsam mit dem VDMA erstmals am 11. März 2020 einen Kongress zur Cyber Security organisiern. Wie kam es zu dieser Veranstaltung?

Schäfer: Dahinter steht die Frage nach der Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten. Experten aus dem VDMA Competence Center Industrial Security sprechen vom „Schutz der Maschine vor dem Menschen“, denn erfahrungsgemäß sind die Ursache von Angriffen und Störungen technischer Systeme Menschen oder die Umgebung des Systems. In der Produktionstechnik sind Kunden und Hersteller gleichermaßen davon betroffen. Beim Anwender sind Maßnahmen für eine zuverlässige, robuste und vertrauenswürdige Vernetzung von Maschinen und Anlagen in der Produktion gefragt. Beim Hersteller geht es um technische und organisatorische Schutzmaßnahmen von Maschinen, Anlagen und deren Komponenten, digitalen Dienstleistungen und Geschäftsprozessen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg, vom Design und der Konstruktion bis zur Außerbetriebnahme.

Der Kongress auf der Metav beleuchtet beide Seiten. Dabei ist klar, dass es eine 100-Prozent-Sicherheit nicht gibt und Angriffe sich nicht gänzlich verhindern lassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich auf den Ernstfall vorzubereiten, um den normale Betriebsmodus möglichst schnell wiederherzustellen.

Das wirtschaftliche Umfeld ist aktuell schwierig und die Situation wird sich wohl auch in den kommenden Monaten nicht verbessern. Wie schätzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage ein?

Schäfer: Die weltweite Investitionsgüternachfrage hat sich seit dem vierten Quartal 2018 nach acht Jahren Hochkonjunktur in der internationalen Werkzeugmaschinenindustrie deutlich beruhigt. Die Gründe dafür sind bereits vielfach identifiziert und diskutiert worden.

Als Verstärker für die ohnehin starke Eintrübung der Nachfrage wirken sich die wirtschaftspolitischen Verwerfungen aus, insbesondere der Handelskrieg zwischen den USA und China. Das aktuelle Abkommen wird nach Expertenmeinung kaum dazu führen, dass die Zölle schnell wieder abgeschafft werden. Der zunehmende Protektionismus auf allen Ebenen beeinträchtigt den Welthandel und darüber hinaus internationale Zulieferketten. Schließlich bereitet der Strukturwandel in der Automobilindustrie hin zu neuen Antriebstechnologien weitere Probleme. Das gesamte Szenario verunsichert die Industrie weltweit. Unternehmen sind sehr vorsichtig geworden und stellen ihre Investitionen vermehrt zurück.

Entsprechend ist in den ersten neun Monaten 2019 der Auftragseingang der internationalen Werkzeugmaschinenindustrie in allen Regionen kräftig ins Minus gerutscht. Speziell in Europa, dem wichtigen Einzugsgebiet für die Metav, sanken die Bestellungen um 19 Prozent. Beim Metav-Gastgeber Deutschland mit seiner hohen Exportabhängigkeit ist der Auftragseingang bis Oktober dieses Jahres – das sind die aktuellsten verfügbaren Daten – um 23 Prozent gefallen. Das betrifft in- und ausländische Bestellungen gleichermaßen. Am besten, wenn man so will, haben sich noch die Orders aus dem Euroraum gehalten, die 18 Prozent unter Vorjahr notierten.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung für 2020 ein?

Schäfer: Für 2020 geht Oxford Economics, ein Prognosepartner des VDW, im besten Fall von einer Stabilisierung der Entwicklung in Europa aus. Die wirtschaftliche Gesamtleistung soll mit 1,2 Prozent Zuwachs auf dem gleichen Niveau liegen wie 2019. Die Industrieproduktion soll um 0,8 Prozent steigen, nach 0,5 Prozent im laufenden Jahr. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt wird ebenfalls eine Stabilisierung erwartet. Die Industrieproduktion, die 2019 schrumpfen soll, wird voraussichtlich wieder leicht ins Plus drehen. Für den Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenindustrie bedeutet dies, dass im Laufe des kommenden Jahres voraussichtlich die Talsohle durchschritten wird

Metav 2020
www.metav.de


Metav 2020 in Düsseldorf

Die Metav 2020 – 21. Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung zeigt das komplette Spektrum der Fertigungstechnik. Schwerpunkte sind Werkzeugmaschinen, Fertigungssysteme, Präzisionswerkzeuge, automatisierter Materialfluss, Computertechnologie, Industrieelektronik und Zubehör. Hinzu kommen die neuen Themen Moulding, Medical, Additive Manufacturing und Quality. Sie sind in so genannten Areas mit eigener Nomenklatur fest im Metav-Ausstellungsprogramm verankert. Zur Besucherzielgruppe der Metav gehören alle Industriezweige, die Metall bearbeiten, insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobil- und Zulieferindustrie, Luft- und Raumfahrt, Elektroindustrie, Energie- und Medizintechnik, der Werkzeug- und Formenbau sowie Metallbearbeitung und Handwerk.



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