3615 Besucher in Teheran – Wechsel in Zweijahresrhythmus AMB Iran trotzt den Umständen

3615 Besucher in Teheran – Wechsel in Zweijahresrhythmus

AMB Iran trotzt den Umständen

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Mit einer trotz Ausstellerrückgangs soliden Besucherzahl und hoher Besucherqualität hat die dritte AMB Iran geschlossen. Bild: Messe Stuttgart
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Trotz Ausstellerrückgangs hat die dritte AMB Iran mit einer soliden Besucherzahl und einer hohe Besucherqualität abgeschlossen. Vom 26. bis 29. Juni 2018 trafen 3615 Besucher (2017: 5.736) auf 135 Aussteller (2017: 202) aus 13 Ländern. 74 Prozent der Besucher planen trotz der aktuellen schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten eine Investition; wegen den hohen Investitionssummen für Werkzeugmaschinen und der drohenden Abkopplung des Iran vom internationalen Zahlungsverkehr bleibt der Erfolg des Nachmessegeschäftes aber abzuwarten.

Die Qualität der Fachbesucher war dennoch wiederholt überzeugend: 87 Prozent der Besucher ordnen sich der Industrie zu und kamen vor allem aus den Branchen Automobil (37 %), Zulieferindustrie (16 %), der Öl- und Gasindustrie (8%) und dem allgemeinen Maschinenbau (6 %). Jeder zweite iranische Besucher reiste von außerhalb Teherans aus Industriezentren wie Isfahan oder Tabriz zur Messe an – laut Veranstalter ein deutliches Zeichen, dass die AMB Iran landesweite Bedeutung erlangt hat.

„Die dritte AMB Iran war eine gute und wichtige Veranstaltung“, resümiert Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. „Auch wenn während der Messe neue Drohungen aus den USA die iranischen Öllieferungen betreffend geäußert wurden und uns die immer schwierigere Lage bei Bankgeschäften Sorge macht, die Rückmeldung unserer Aussteller und Besucher zeigt, die AMB Iran wird gebraucht, auch wenn aktuell Geschäfte sehr schwierig sind.“

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.), ergänzt: „Auf unsere Initiative hin hat es auch in diesem Jahr wieder einen deutschen Gemeinschaftsstand auf der AMB Iran gegeben. Dieser war mehr als nur ein Ausstellungselement. Vielmehr haben ihn die iranischen Partner und Besucher auch als Bekenntnis zum Atomvertrag gewertet. Der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen ist ein wichtiger Bestandteil für die Fortsetzung des politischen Dialoges und für notwendige Veränderungsprozesse.“

Ein deutliches Zeichen der Bemühungen der Europäischen Union um die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit dem Iran zeigte die Präsenz von Vertretern und Delegationen der Europäischen Kommission auf der AMB Iran. Als Vertreter der EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft betonte Christo Stefanov Polendakov, Botschafter der Republik Bulgarien im Iran, bei der Eröffnung, dass der einseitige Rückzug der USA vom Iran-Deal nicht gleichbedeutend mit neuen Sanktionen gegen Iran sei. Rechtmäßige Geschäfte müssten weitergehen, die Europäische Kommission sei deshalb im intensiven Dialog mit dem Iran.

Im Zuge dessen unterzeichneten die Generaldirektion Grow, die innerhalb der Europäischen Kommission für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU zuständig ist, und die iranische Außenhandelskammer TPO (Trade Promotion Organisation of Iran) eine Vereinbarung zum Dialog auf politischer und wirtschaftlicher Ebene.

Des Weiteren sprach auf dem EU-Iran Forum Eric Lighthart, Finanzberater bei der niederländischen Botschaft im Iran und Experte für die Finanzbeziehungen zwischen der EU und dem Iran. Er betonte, dass jetzt Kreativität nötig sei, um weiterhin über legale Wege Geld zwischen dem Iran und der EU zu transferieren. Eine Möglichkeit sei der Aufbau einer europäischen Bank, aber auch auf iranischer Seite müssten Anstrengungen unternommen werden, um den Devisenhandel stabil zu halten.

Die AMB Iran 2018 wurde außerdem von einer Matchmaking-Initiative von Eurochambres, der Vereinigung der europäischen Industrie- und Handelskammern, unterstützt. Das Programm Business Beyond Borders brachte über 302 Firmen aus 17 Ländern zusammen. Über 250 Matchmaking-Sitzungen bestätigen, dass auf iranischer wie internationaler Seite der Wille zur Zusammenarbeit und Geschäften weiterhin besteht. „Die Beteiligung war wirklich sehr gut, trotz der aktuellen Begleitumstände“, berichtet Sara Lanzilotta, Organisatorin von Business Beyond Borders. „Wir haben auch noch vor Ort viele Anfragen bekommen und das Feedback der Aussteller war durchwegs positiv. Wir hoffen, dass wir durch unser Programm neue Partnerschaften auf den Weg bringen konnten und europäische Unternehmen bei Geschäften im Iran unterstützen konnten.“

Die AMB Iran konnte sich trotz schwieriger Wirtschaftslage im Iran weiter etablieren: 48 Prozent der Besucher hatten bereits eine oder beide Vorveranstaltungen besucht. 78 Prozent würden die nächste Veranstaltung wieder besuchen und 80 Prozent weiterempfehlen. Von Besucherseite zeigt das aber eine gedämpftere Erwartungshaltung also noch bei der Veranstaltung in 2017, als beide Werte bei über 90 Prozent lagen.

Dennoch sind noch 75 Prozent der Besucher sicher, dass die Bedeutung der Messe weiter steigen wird, und 22 Prozent sehen die AMB Iran bereits als fest etabliert an. Hauptbesuchsgründe für die Besucher waren die Information über Innovationen, der konkrete Abschluss von Verträgen, die Möglichkeit zur Weiterbildung und der Aufbau neuer Geschäftskontakte.

Das zum dritten Mal vom VDW organisierte Fachforum wurde sehr gut angenommen. Die Vorträge von iranischen und internationalen Ausstellern waren an beiden Veranstaltungstagen gut besucht.

Die Veranstalter Messe Stuttgart und VDW werden die AMB Iran zukünftig alle zwei Jahre ausrichten. Die Verschiebung in einen Zweijahresrhythmus wurde von den Ausstellern sehr positiv aufgenommen, da dieser aktuell dem Marktumfeld der Branche im Iran entspreche. Die nächste AMB Iran wird im Juni 2020 ausgerichtet.

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