Gehäuse-Bearbeitung: „Sieg auf ganzer Linie“

Von innen und außen sauber einstechen

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Für Innen- und Außeneinstiche an Mikrofongehäusen aus Metall setzt die Hermann Sewerin GmbH in Gütersloh seit einiger Zeit Sonderwerkzeuge der Reihen Penta Cut und Cut Grip von Iscar ein – mit sehr guten Resonanzen. Im Vergleich zur vorigen Lösung haben sich die Standzeiten deutlich verbessert, die Werkzeugkosten reduziert und die Bearbeitung stabilisiert.

Für Kommunen, Versorger, Stadtwerke oder Handwerksfirmen ist die weltweit tätige Sewerin GmbH eine wichtige Adresse, wenn Gas- oder Wasserleitungen auf Dichtheit zu prüfen sind, um Gefahr für Mensch und Umwelt auszuschließen. Das Unternehmen stellt zuverlässige, mit Mikrofonen und Sensoren ausgestattete Messgeräte zur Wasser- und Gaslecksuche her, die helfen, Fehler schnell zu orten und sie dann zu beheben.

Im Jahr 1908 als kleine Schlosserwerkstatt gegründet, kam Sewerin auf Umwegen zum heutigen Geschäftsfeld. Zahlreiche Grubenunglücke in der Region Anfang des 20. Jahrhunderts brachten den Firmengründer Hermann Sewerin auf die Idee, einen „Gasanzeiger von Grubengasen“ zu konstruieren. Seither hat das in vierter Generation geführte Familienunternehmen sein Portfolio kontinuierlich ausgebaut. Heute werden in Gütersloh Messgeräte für die Gas- und Wasserlecksuche entwickelt, konstruiert, erprobt und zur Serienreife gebracht.

Zur Ortung von Leckagen in Wasserrohrnetzen kommen Geräte (Datenlogger) zum Einsatz, die magnetisch an Schlüsselstangen von Schiebern, an Hydranten oder anderen Armaturen im Rohrnetz installiert und mit Mikrofonen ausgestattet sind. Ist eine Leitung undicht, gibt sie spezifische Schallwellen ab. Messen die Geräuschlogger Werte, die deutlich vom Normalwert abweichen, wird die Existenz von Lecks auf der gemessenen Strecke deutlich. Dann geht ein Lecksucher die Strecke mit einem mobilen Gerät ab und horcht alle paar Meter per Mikrofon in den Boden. Durch diese Methode der Lokalisierung lassen sich Leckagen mit einer Zielgenauigkeit von wenigen Zentimetern identifizieren.

Nacharbeiten dauerten zu lang

Markus Ogur, Fertigungsleiter Mechanik bei Sewerin, bereitete das Innen- und Außeneinstechen für O- und Dichtringe an den Mikrofongehäusen Kopfzerbrechen. „Wir mussten mit dem bis dato eingesetzten Standardwerkzeug in einen Einstich bis zu vier Mal einfahren, um die geforderte Nutbreite zu erhalten. Darüber hinaus waren wir mit den Standzeiten unzufrieden“, schildert er. Bei der Bearbeitung der Werkstücke aus Edelstahl und Messing bildeten sich immer wieder Grate, die umständlich entfernt werden mussten.

„Die Nacharbeiten haben zu viel Zeit in Anspruch genommen.“ Zudem lief die Bearbeitung nicht stabil. Weil immer die Gefahr des Werkzeugbruchs bestand, war stets ein Mitarbeiter an der Maschine anwesend, um solche Störfälle schnell zu beheben.

Auf der Suche nach einer Alternative holte Ogur schließlich zwei Experten an Bord. Gemeinsam mit Rainer Dummann, geschäftsführender Gesellschafter des langjährigen Iscar-Vertriebspartners MZT Reining GmbH, und Wolfram Haubrock, Anwendungstechnik und Beratung bei Iscar, nahm er die Thematik genau unter die Lupe. Die Fachleute schlugen vor, Sonderwerkzeuge für die Stechanwendungen einzusetzen. Erste Entwürfe und Skizzen überzeugten Ogur von Anfang an. So entstanden aus den Standard-Reihen Penta und Cut Grip zwei Sonderwerkzeuge, die Iscar am Firmensitz im badischen Ettlingen speziell für die Sewerin-Anwendung entwickelt hat.

Bei der Reihe Penta Cut handelt es sich um ein fünfschneidiges System zum radialen Präzisionsstechen mit Standardbreiten bis vier Millimeter. Bei Sonderlösungen können die Werkzeugspezialisten auf Breiten von bis zu acht Millimeter zurückgreifen. Die Werkzeugfamilie überzeugt auch durch einen attraktiven Preis pro Schneide für Sonderformplatten. Eine stabile tangentiale Schraubenklemmung sorgt für einen vibrations- und verschleißarmen Einsatz. Das Werkzeug, ausgelegt mit zielgerichteter Kühlung, erreicht lange Standzeiten und ermöglicht eine sehr gute Spanabfuhr.

Für das System Cut Grip zum Inneneinstechen wurden präzisionsgepresste und -geschliffene Schneideinsätze entwickelt. Die Wendeschneidplatten sind in ein- und zweischneidiger Ausführung erhältlich. Iscar bietet mit dem Inneneinstechsystem laut eigenen Angaben die größte Auswahl an Grundhaltern, ausgestattet mit zielgerichteter Kühlmittelzufuhr. Die Werkzeuge gibt es in Breiten bis elf Millimeter. Cut Grip ist die erste Wahl für Präzisionseinstiche mit Eingriffstiefen größer als zehn Millimeter.

Die Herausforderung war für die Experten schnell klar: „Wir brauchten ein Werkzeug, das mit nur einem Einstich das gewünschte Ergebnis liefert und darüber hinaus prozesssicher arbeitet“, sagt Haubrock. „Bei der bisherigen Bearbeitung hatte sich oft ein Spanring gebildet, der schlecht zu entfernen war“, ergänzt Dummann. Die Idee war, die Fase gleich mit auf die Wendeschneidplatte zu konstruieren. Ogur testete die Sonderlösung zunächst beim Inneneinstechen. Das Ergebnis überzeugte: „Es gab keinen Ausschuss mehr, und die Montage der Mikrofongehäuse ist einfacher geworden.“ Aus der anfänglichen Probephase ist nach den Worten von Dummann eine kleine Kettenreaktion entstanden.

Der Einsatz der Werkzeuge hat sich für Sewerin längst ausbezahlt. Waren früher 75 Werkzeuge pro Jahr erforderlich, so sind es heute lediglich zwölf. „Die Standzeiten haben sich bei Cut Grip um das Sechsfache erhöht, bei Penta Cut um das Fünfeinhalbfache“, sagt Ogur. Sewerin spart jährlich über 56 Prozent an Werkzeugkosten. Durch die langen Einsatzzeiten sind die Kosten für den Werkzeugwechsel um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Die Bearbeitungszeit wurde um fünf Prozent zurückgefahren. „Wir konnten den Prozess jetzt auf 20 Sekunden pro Teil begrenzen. Das ergibt eine jährliche Einsparung von 40 Stunden“, rechnet Ogur vor.

Mannlose Produktion läuft reibungslos

Für Sewerin haben sich durch den Einsatz der Werkzeuge auch Kapazitätsvorteile ergeben. Weil die Platten so zuverlässig arbeiten, entfällt eine ständige Maschinenkontrolle durch Mitarbeiter. „Wir produzieren heute mannlos, und das funktioniert sehr gut“, sagt Ogur, der damit seine Fachkräfte sinnvoll anderweitig einsetzen kann. Darüber hinaus sieht er weiteres Potenzial für Penta und Cut Grip. „Wir werden diese Platten auch noch für Gewindefreistiche einsetzen.“

Seit geraumer Zeit steht eine weitere Innovation von Iscar in der mechanischen Fertigung von Sewerin: die Werkzeugverwaltung Matrix. Damit will Ogur die Rüstprozesse optimieren. Ziel ist es, über Barcodes schnell an die richtigen Werkzeuge zu gelangen. Obwohl erst kurze Zeit im Einsatz, hat Sewerin bereits gute Erfahrungen gemacht. „Wir stellen damit sicher, dass der Bediener stets das für die Anwendung geeignete Werkzeug mit dem passenden Halter erhält und Verwechslungen ausgeschlossen sind.“ Matrix registriert neue Werkzeuge und hinterlegt systematisch relevante Daten wie Einsatzzweck und Preis. „Im Laufe der Zeit werden wir damit die Werkzeugverwaltung deutlich verbessern.“

Vorbildliche Zusammenarbeit

Die Kooperation mit den Werkzeug-Experten in der Projektphase bezeichnet Ogur als vorbildlich. Dummann und Haubrock haben schnell konstruktive Lösungsvorschläge erarbeitet und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Sewerin weiterentwickelt. Schnelle Reaktionen und kurze Kommunikationswege haben zum Erfolg geführt. Mit den Iscar-Sonderwerkzeugen hat Sewerin nach den Worten von Ogur „einen Sieg auf ganzer Linie errungen.“

Iscar Germany GmbH
www.iscar.de



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