Jochen Daumen: Tungaloy ist der Innovationstreiber

Jochen Daumen, Geschäftsführer, Tungaloy Germany GmbH im Gespräch

Jochen Daumen: Tungaloy ist der Innovationstreiber

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Der Werkzeughersteller Tungaloy ist mit einem beeindruckenden Portfolio im deutschen Markt unterwegs. Neben der schieren Anzahl an Werkzeugen für alle Bearbeitungssituationen, begeistern die japanischen Werkzeugexperten, als Teil der IMC-Group, immer wieder mit echten Innovationen. Das Interview führte: Frederick Rindle
mav: Die EMO 2017 öffnet in wenigen Tagen ihre Tore. Was ist Ihr persönliches Highlight auf dem diesjährigen Tungaloy-Messestand?

Daumen: Das ist nicht einfach auf den Punkt zu bringen da wir mehrere Neuheiten präsentieren. Ein Highlight ist sicherlich die Präsentation des neuen CBN-Schneidstoffes der Sorte BXA20. Gerade auch weil in der neuen Sorte eine Reihe an echten Innovationen steckt. So ist es unserer Entwicklungsabteilung gelungen, eine doppelt so dicke Beschichtung als bei konventionellen Sorten herzustellen. Die neue Schneidstoffsorte wird in Verbindung mit einer Wendeschneidplatte mit einer optimierten GNGA-Geometrie angeboten. Während eine klassische CNGA-Platte einen Eckenwinkel von 80 Grad hat, wurde dieser in der neuen Version auf 70 Grad reduziert. Dadurch hat man bei Plan- und Längsdreharbeiten einen größeren Freiraum zwischen Werkstück und Werkzeug. Das begünstigt wiederum eine bessere Spanabfuhr und verhindert zudem ein zerkratzen der Oberfläche durch mitgeschleppte Späne.

Besonders stolz sind wir aber auf die Standzeitverlängerungen, die wir mit unserer neuen Sorte erreicht haben. Erste Versuche mit den Werkzeugen haben gezeigt, dass wir damit die Standzeiten beim Hartdrehen im Vergleich zu konventionellen Sorten zum Teil sogar verdreifachen konnten.

Welche Bedeutung haben die mit CBN bestückten Werkzeuge bei Tungaloy?

Daumen: Die CBN-Werkzeuge sind bei uns einer der Hauptumsatzträger beim Drehen. Wobei sie hauptsächlich in der klassischen Hartbearbeitung verwendet werden. Neuerdings werden sie aber auch immer häufiger in der Bremsscheibenbearbeitung eingesetzt. Gerade bei der Gusseisenbearbeitung gewinnt das CBN so im Vergleich zur Keramik immer mehr Marktanteile. Ebenso steigt der Anteil der CBN-Werkzeuge bei der Sintermetallbearbeitung. Dort haben wir uns in den letzten Jahren sogar eine marktführende Position erarbeitet. Aber generell gesagt sind die Hart-, Guss- und Sintermetallbearbeitung die drei Haupteinsatzfelder für den ultraharten Schneidstoff.

Ist Tungaloy von der Grundausrichtung her eher ein Spezialist für das Drehen?

Daumen: Tungaloy ist seit vielen Jahren als Drehspezialist bekannt. Dort sind wir zu Hause und haben hierfür auch einige sehr innovative Drehwerkzeuge anzubieten. Allerdings wurde in den letzten Jahren auch ganz massiv in die Bereiche Fräsen und Bohren investiert. Denn hier haben wir es mit zwei ganz interessanten Produktfeldern zu tun, die wir weiter ausbauen werden. Durch den Erfolg mit unseren Fräs- und Bohrwerkzeugen hat sich bei Tungaloy auch der Umsatz bezogen auf die Bearbeitungsarten verschoben – ohne dass wir beim Drehen Anteile verloren hätten, sind die Bereiche Fräsen, Bohren und nicht zu vergessen das Stechen gewachsen. In den letzten beiden Jahren haben wir mit dieser Strategie sogar deutliche Zugewinne gemacht. Unsere Wachstumsraten waren klar zweistellig.

In den letzten Jahren hat Tungaloy mit der „feed the speed“-Kampagne unter anderem seine Hochvorschub-Werkzeuge besonders in den Fokus gerückt. Wie kommen diese Werkzeuge im Markt an?

Daumen: Tungaloy hat Hochvorschubfräswerkzeuge seit 1990 im Programm, von daher ist für uns die Hochvorschubbearbeitung nicht erst seit ein paar Jahren ein Thema. Damals haben wir erstmals unsere dreischneidigen TXP-Wendeschneidplatten präsentiert und waren damit einer der ersten, die das Verfahren angeboten haben.

Und was ist das besondere an Ihren Hochvorschubfräsern?

Daumen: Im Gegensatz zu anderen Anbietern hat Tungaloy ein vollständiges Werkzeugprogramm für das High-feed-milling im Angebot. Das heißt, wir haben nicht nur einen Fräser, sondern wir haben Werkzeuge für die unterschiedlichsten Bearbeitungsarten. Konkret kann ich zum Beispiel unseren Topseller in diesem Bereich, die Werkzeuge der Do-Feed-Reihe, nennen. Deren positive Schneidengeometrie vermindert die bei der Hochvorschubbearbeitung oftmals hohen Schnittkräfte deutlich und belastet somit die Werkzeugmaschinen nicht übermäßig. Unser Portfolio reicht sogar bis zu einfachen Tungaloy-Standardfräsern die nur durch den Austausch der Wendeschneidplatte zu Hochvorschubfräsern umfunktioniert werden können.

Wie sehen die aktuellen Entwicklungen im Bereich Hochvorschubfräsen aus?

Daumen: Mit dem Do-Twist-Ball haben wir einen Hochvorschubfräser speziell für den Werkzeug- und Formenbau geschaffen. Der Fräser wurde entwickelt, um die bislang eingesetzten Rundplattenfräser zu ersetzen. Das besondere dabei sind die rechteckigen Wendeschneidplatten, die mit einem Vollradius an jeder Seite ausgestattet sind. Damit hat der Anwender eine vierschneidige Platte, die im Gegensatz zur Rundplatte absolut verdrehsicher in ihrem Plattensitz hält. Zudem kann der Do-Twist-Ball-Fräser vom normalen Profilfräser zum Hochschubfräser sehr leicht umgerüstet werden. Dazu muss lediglich die Wendeschneidplatte gewechselt werden. So kann man mit dem Werkzeug zum Beispiel im Hochvorschubverfahren eine Tasche auskoffern und dann in einem zweiten Schritt das Profil fräsen. Das ist ein typisches Produkt, das die Innovationskraft von Tungaloy verdeutlicht.

Wie stark sehen Sie diese Innovationskraft im Vergleich zum Wettbewerb?

Daumen: Tungaloy, als Teil der IMC-Group, ist seit vielen Jahren als innovativer Werkzeugunternehmen bekannt. Unsere F&E präsentiert ständig neue Produkte. Das sind zumeist echte Neuentwicklungen, die uns von unseren Marktbegleitern abheben. Zudem gibt es bei uns auch ganz und gar einzigartige Werkzeugsysteme, wie den sechsschneidigen Wendeschneidplatten-Bohrer Tung-Six-Drill, oder die patentierte Beschichtungstechnologie unserer BXM CBN Serie. Das findet man nach meinem Kenntnisstand sonst nirgends. Tungaloy ist als Vollsortimenter der Innovationstreiber.

Wie sieht es dann mit Industrie-4.0-Lösungen aus?

Daumen: Auch da kann Tungaloy als Werkzeuglieferant mit dem Werkzeugmanagementsystem Matrix eine äußerst effektive Lösung anbieten. Der Kunde hat mit dem System nicht nur immer das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sondern er hat damit auch ständig die Werkzeugkosten im Blick – und das nach den einzelnen Werkstücken aufgeschlüsselt. Somit ist der Anwender in der Lage, stets mit den aktuellen und korrekten Werkzeugkosten zu kalkulieren.

Ebenso kann Matrix auch die komplette Werkzeuglogistik übernehmen. Was der Kunde schlussendlich von der vernetzten Lösung sieht, ist lediglich der Werkzeugschrank als Ausgabesystem. Das System ist dabei sowohl für Kleinstbetriebe als auch für Goßkonzerne wie zum Beispiel Automobilhersteller geeignet. Was der Kunde in den Schränken bevorraten möchte, ist ihm dabei selbst überlassen. Neben Werkzeugen kann das System zum Beispiel auch Schrauben oder Ersatzteile aufnehmen. Zudem bietet das System eine ganze Menge an statistischen Auswertemöglichkeiten, wie zum Beispiel zum Werkzeugverbrauch. Da ist dann aber der Kunde gefragt, wie viel er davon verwenden möchte. Tungaloy Germany GmbH www.tungaloy.com/de EMO Halle 4 Stand E38

Seit 1990

hat Tungaloy Hochvorschubfräser im Programm. Wir waren damit einer der Ersten auf dem Markt und haben so das Verfahren miteingeführt.“ Jochen Daumen, Geschäftsführer, Tungaloy Germany GmbH
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