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Mit neuem Dreh-Fräszentrum hat Spinner das Werkstückspektrum enorm erweitert

Mit neuem Dreh-Fräszentrum hat Spinner das Werkstückspektrum enorm erweitert
Mit Revolver, Y-Achse und schwenkbarer Frässpindel

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Es ist ein Dreh-Fräszentrum mit einem völlig anderen Konzept, denn mit Revolver, Y-Achse und schwenkbarer Frässpindel ist es universell einsetzbar und bietet zudem die Möglichkeit zur Feinstbearbeitung. Beim Unternehmen TEC-AW in Iffezheim hat das Dreh-Fräszentrum Microturn von Spinner so nicht nur das Produktportfolio enorm erweitert, sondern gilt aufgrund der Flexibilität und erreichbaren Präzision als einzigartig. Autor: Manfred Lerch

Für gewöhnlich investiert man in ein Bearbeitungszentrum, wenn entsprechende Aufträge vorliegen, man Kapazitäten erweitern will oder vorhandene Maschinen gegen aktuelle Technologien getauscht werden. Arno Walter, Geschäftsführer bei TEC-AW bewegten da allerdings ganz andere Gründe. Seine Überlegung war 2020, dass man sich in der aktuellen Krise bewegen, etwas anbieten muss, wodurch man sich vom Wettbewerb abgrenzen kann. Die Idee war, in die hochpräzise Fertigung mit Toleranzen zwischen 2-3 µm einzusteigen.

Seine Suche nach einem entsprechenden Bearbeitungszentrum führte ihn unter anderem zum Unternehmen Hollenbach. Dort wurde er erstmals mit dem Dreh-Fräszentrum Microturn von Spinner konfrontiert: „Ich habe mich natürlich am Markt umgesehen und war bei den namhaften Unternehmen. Der eine konnte nicht drehen, der andere konnte 5-achsig fräsen und drehen, es fehlte aber die Gegenspindel. Und dann habe ich die Microturn gesehen. Die war zwar in einer anderen Ausbaustufe und es wurde darauf verzahnt, aber ich habe sofort gesehen: Das ist es, wonach ich suche. Damit ist Fräsen, Präzisions- und Hartdrehen sowie Schleifen möglich. So kann man sich im Markt der normalen Präzisionsfertigung mit hochpräzisen Bauteilen abgrenzen.“

Zufällig kamen zu dem Zeitpunkt Anfragen von einem Messmittelhersteller und gleichzeitig von mehreren Unternehmen aus der Schweiz, ob auch Präzisionsbauteile gefertigt werden könnten. Mit zwei Mitarbeitern ist er deshalb zu Spinner nach Sauerlach gefahren, hat die Maschine drei Tage getestet und sich dann für die Investition entschieden. Seit Januar 2021 wird damit nun in Iffezheim gefertigt. Mit Begeisterung, wie er sagt, denn die Microturn ist mit 72 Werkzeugen im Werkzeugmagazin, 24 angetriebenen Werkzeugstationen im Servo-Revolver und 12 Werkzeugen in einem hochsteifen stationären Werkzeugträger ausgestattet. Speziell der lineare Werkzeugträger bringt demnach Vorteile. Eine feste Station für Werkzeuge, kein Werkzeugwechsel, keine Fehler bei der Wiederholgenauigkeit. Der Revolver wird zur Vorbearbeitung eingesetzt, die hochpräzise Bearbeitung erfolgt am festen Schlitten.

In der High-End-Version für die hochpräzise Komplettbearbeitung

Nun hat Arno Walter alle Optionen bei der Microturn geordert. Das fängt bei der Anordnung der Linearwerkzeuge an, geht über den Revolver mit Y-Achse, B-Achse mit Frässpindel bis hin zur Gegenspindel und dem Stangenlademagazin plus der Vorbereitung für eine Roboterbeladung. Außerdem ist auf dem Linearträger eine Werkzeugspindel aufgebaut, um Bauteile innen und außen schleifen zu können. In der Summe aber ist es die Präzision, die überzeugt.

Den Wärmegang beziffert er von morgens bis abends mit maximal 2 µm. Die Präzision ist auch der Grund dafür, weshalb die Vorbereitung für eine Roboterbeladung gewählt wurde. Während das Stangenlademagazin für gewöhnliche Bauteile ausreichend ist, müssen hochpräzise Futterteile ohne Vibration laufen, in die Maschine gebracht und nach der Bearbeitung vorsichtig von der Gegenspindel abgegriffen werden. In Sachen Präzision ist in Iffezheim also alles bestens. Das gilt auch für die Wirtschaftlichkeit, denn aufgrund der Komplettbearbeitung bzw. weil die Microturn eine Mehrkanal-Maschine ist, konnte man die Durchlaufzeiten stark reduzieren.

Bei TEC-AW erfolgt beispielsweise die Rückseitenbearbeitung während der Hauptzerspanung. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass bestimmte Verfahren dank der hohen Präzision substituiert werden können. Dazu Arno Walter: „Ein Beispiel dafür ist eine Prüflehre für eine Hirth-Verzahnung. Dieses Bauteil wurden bislang vorbearbeitet, gehärtet und geschliffen. Mit der Microturn wird die Prüflehre jetzt komplett hart gedreht und ich könnte sogar die Verzahnung einfräsen. Das heißt: Selbst wenn wir uns bei Losgrößen bis 2000 Stück bewegen, ist die Durchlaufzeit auch bei Prototypen wichtig. Hier fällt das Vordrehen, Härten, Schleifen etc. weg und man hat den kompletten Ablauf im Haus.“

Wie wichtig eine wirtschaftliche Fertigung nach in Iffezheim wie vor ist, machen auch die Schnittdaten deutlich. Es wird wie auf herkömmlichen Maschinen geschruppt und fein gedreht. Und obwohl man auf der Maschine auch 5-achsig fräsen kann, sieht Arno Walter die Microturn nicht als klassische Fräsmaschine. Obwohl Verfahrwege von +/- 50 mm in den Y-Achsen zur Verfügung stehen, konzentriert man sich vielmehr auf das Drehen. Und das umfasst jetzt das Feinst- und Hartdrehen im sub-micron Bereich, in den Durchmessern von 3 bis
100 mm. Auch wenn Arno Walter bereits der 115. Erwerber einer Microturn ist, kann diese Investition als vorausschauend bezeichnet werden. Vor allem auch deshalb, weil seines Erachtens viele nicht wissen, dass es so ein Maschinenkonzept auf dem Markt gibt.

TEC-AW GmbH
www.tec-aw.de

D-76473 Iffezheim

Spinner Werkzeugmaschinen GmbH
www.spinner.eu.com

D-82054 Sauerlach

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