Automobilzulieferer fertigt mit Standardmaschinen günstiger als in Asien

Dauerläufer sichert weltweite Wettbewerbsfähigkeit

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Der Automobilzulieferer Heuschkel & Barnickel in Nürnberg fertigt pro Woche 100 000 Riemenspannerkomponenten. Um diese enormen Stückzahlen zu bewältigen, hat man sich zum wiederholten Mal für eine Investition in die Ultrapräzisions-Drehmaschine SB-CNC von Spinner entschieden. Nach Meinung der Verantwortlichen, haben diese Maschinen wesentlichen Anteil daran, dass man sich im Wettbewerb weiter behaupten kann.

Im Jahr 2008 wurden weltweit 60 Millionen Autos produziert. In 5,5 Millionen davon waren Bauteile vom Unternehmen Heuschkel & Barnickel. Und der Zuwachs an Riemenspannern nimmt durch technische Zusatzangebote wie Klimaanlagen etc. weiter zu. Während die europäischen Hersteller hier mittlerweile auf das mechanische Konzept setzen, konzentrieren sich die asiatischen Autobauer auf hydraulische Riemenspanner.

Und das ist im konkreten Fall der Kundenkreis des Automobilzulieferers. Nicht zuletzt durch den chinesischen Markt musste man in Nürnberg deshalb die Kapazitäten weiter ausbauen und in Werkzeugmaschinen investieren. Im Bereich der Riemenspanner bzw. des Drehens hat man sich für die Ultrapräzisions-Drehmaschine SB-CNC von Spinner entschieden. Das ist nicht nur die 2500ste Maschine dieser Baureihe, sondern bei dem Automobilzulieferer mittlerweile auch die zehnte Spinner-Maschine.
Für Norbert Hopf, den Bereichsleiter Fertigung, war das eine folgerichtige Entscheidung: „Diese Maschinen laufen seit Jahren absolut prozesssicher und sind bei der Wiederholgenauigkeit mit drei bis vier Mikrometer für dieses Produktspektrum nahezu maßgeschneidert. Außerdem bauen die Maschinen sehr kompakt. Bei anderen Anbietern müssten wir bei unserer Produktpalette auf eine größere Baureihe zurückgreifen. Zudem funktioniert der Service, falls man den tatsächlich mal braucht, innerhalb von 24 Stunden und problemlos.“
Aluminium-Druckguss verhält sich wie Knetgummi
Letzteres scheint bei der Dauerbelastung von drei Schichten, sechs Tage die Woche, und den Stückzahlen auch elementar. Zumal man strengste Liefertreue praktiziert und man sich auch derzeit schon wieder an der obersten Kapazitätsgrenze bewegt. Die beschriebene Wiederholgenauigkeit in Verbindung mit den Fertigungstoleranzen von drei Hundertstel Millimeter bei den Passungen klingt für eine Werkzeugmaschine dagegen zunächst vielleicht lapidar. Der Werkstoff Aluminium-Druckguss hat es allerdings in sich.
Den Prozess muss man im Griff haben, denn das Material ist fast vergleichbar mit Knetgummi, beschreibt es Norbert Hopf. Und so hat man mit der Spinner SB-CNC auch genau die richtige Maschine, wie Bernhard Glass, Inhaber der BG Werkzeugmaschinen, beschreibt: „Bei dieser Maschine arbeitet Spinner mit Flachführungen und geschabten Schlitteneinheiten. Das bringt eine sehr gute Dämpfung, absorbiert Vibrationen und ist vor allem wie hier auch beim Einsatz von PKD-Werkzeugen für die Standzeit und die Qualität im Prozess sehr vorteilhaft.“
Produziert wird in Nürnberg günstiger als in Asien
Bei diesen Stückzahlen müssen auch die Taktzeiten stimmen, und von der Schnelligkeit der Maschine ist man in Nürnberg begeistert, denn bei optimaler Werkzeuganordnung sind die Verfahrwege enorm kurz, die Nebenzeiten entsprechend gering. Ein Aspekt, den Jürgen Baader, der kaufmännische Leiter des Unternehmens, natürlich gerne sieht: „Allein die Tatsache, dass wir hier in Nürnberg für den asiatischen Markt fertigen, sagt schon viel. Wir sind weltweit einer der wenigen Anbieter, der solche Teile konkurrenzfähig herstellen kann. Selbst Osteuropa hat unsere Preise schon hinterfragt. An dieser Situation und der Tatsache, dass wir dauerhaft Qualität produzieren können, haben sicher auch die Spinner-Maschinen einen Anteil.“
Interessant dabei ist sicher, dass es sich bei der SB-CNC um eine absolute Standardmaschine handelt. Also eine frei programmierbare, lineargeführte und kostengünstige Maschine ohne Revolver, angetriebene Werkzeuge oder Automationslösung. Die Werkzeugführung ist Made by Heuschkel & Barnickel, obwohl die Maschine gut zu automatisieren wäre.
In der Summe also alles Argumente, weshalb sich in Nürnberg auch nie die Frage nach einem anderen Hersteller gestellt hat. Aus kaufmännischer Sicht sieht Baader allerdings noch weitere gute Gründe für diese Investition: „Gut und kostengünstig hatten wir schon. Zudem wäre aber eine neue Technik eines anderen Anbieters zu installieren, selbst wenn er entschieden billiger wäre, langfristig teurer. Man darf hier ja nicht vergessen, dass die Maschine kompatibel mit den anderen Maschinen sein muss, denn die Infrastruktur mit beispielsweise Spannmitteln oder Werkzeugträgern wäre ja auch sehr kostenintensiv.“
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