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Fräsen mit 5 Achsen im neuen Design

Erfüllter Einsteigertraum
Fräsen mit 5 Achsen im neuen Design

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1980 gründete Peter Müller die Maschinenbau-Firma gleichen Namens im Allgäuer Sulzberg. Seitdem ist der Betrieb mit Augenmaß gewachsen. Als erstes Unternehmen überhaupt setzt die Peter Müller GmbH seit Herbst 2007 die Pfrontener Neuentwicklung DMU 40 Monoblock mit 5 Achsen im neuen Design ein. Den Maschinenhersteller interessieren nun brennend die im Kundenalltag gewonnenen Erfahrungen.

Autor: Dr.-Ing. Hans-Peter Schossig

Seit Firmengründung setzt Peter Müller Fräsmaschinen von Deckel Maho bzw. der Vorgängerfirma Maho ein. Daraus entwickelte sich eine auf beidseitigem Nutzen basierende Beziehung. So ist Peter Müller zugleich kritischer Anwender von und Zulieferer für Maschinen aus Pfronten. Außerdem sammelten er und seine Mitarbeiter frühzeitig Erfahrungen mit der 5-Achs-Fräsbearbeitung. Bisheriger Glanzpunkt: Seit Herbst 2007 fertigt die Pfrontener Neuentwicklung DMU 40 Monoblock mit 5 Achsen und im neuen Design als erste gelieferte Kundenmaschine im „ungefilterten“ Zerspanungsalltag der Peter Müller GmbH. Den Maschinenhersteller interessieren nun brennend die mit dem nagelneuen 5-Achs-Fräszentrum und die mit dem Handling des neuen Designs gewonnenen Erfahrungen. Zusätzlich können die Frässpezialisten um Peter Müller diese direkt mit denen einer seit zweieinhalb Jahren betriebenen, größeren Deckel Maho DMU 80 Monoblock-Maschine vergleichen.
5-Achs-Fräsen ist Fertigungsalltag
Es ist gar nicht so lange her, da war das 5-Achs-Fräsen eine Technologie für auserwählte Anwender. Heute gehört 5-AchsFräsen zumindest im Anstell- oder Positionierbetrieb bei heimischen Zulieferern oder Lohnfertigern zum Fertigungsalltag. Dabei kann der Begriff Lohnfertiger zu unrecht abwertend verwendet werden, denn dieser Unternehmerstand feiert in Deutschland gegenwärtig eine verdiente Aufwertung.
An der Verbreitung des 5-Achs-Fräsprozesses haben viele Partner Anteil, beginnend bei den Herstellern der Maschinen und deren Bauteile über CNC-Produzenten bis zu CAD/ CAM-Entwicklern. Alle diese Partner haben den jetzigen Technologienutzern in einem langwierigen Prozess die Berührungsängste vor dem 5-Achs-Einsatz genommen.
So auch im Fall der Peter Müller GmbH, die Peter Müller 1980 in einer Garage mit zwei Drehmaschinen als Lohnfertiger gründete. Inzwischen werden neben Bohr- bzw. Zentriermaschinen und 4 CNC-Drehmaschinen 9 CNC-Fräsmaschinen betrieben. Seit fast drei Jahren versieht ein DMU 80 Monoblock-Fräszentrum der benachbarten Deckel Maho Pfronten GmbH ihren täglichen 5- Achsbetrieb. Bereits 1985 wurde die erste Fräsmaschine aus Pfronten erworben, sicher aber nicht nur aus nachbarlicher Verbundenheit. Sondern Peter Müller und sein enger Mitarbeiter Manfred Schaaf wollten den schnellen Wechsel zwischen Vertikal- und Horizontal-Fräsen einer MH 700 C-Maschine mit 4 Achsen ausnutzen. Dieser vorteilhafte Maschineneinsatz führte über mehrere Installationen Mitte 2005 zum 5-Achs-Anstellfräsen in dem neu errichteten Betrieb. Um es vorweg zu nehmen, inzwischen erschaffen Peter Müller und seine 28 Mitarbeiter pro Jahr nicht nur über 2,5 Millionen Euro „echte“ Werte, sondern setzen auf die neueste Technologie. Parallel zur Werkstattprogrammierung versenden Peter Müller und seine Zerspaner vom CAD/CAM-Programmierplatz, man hat sich für ein Solid Works-System entschieden, wie selbstverständlich 5- Achs-Fräs-Programme übers interne DNC-Netz. Empfänger sind u.a. moderne Fräszentren z.B. aus der Monoblock-Baureihe von Deckel Maho Pfronten.
Piloteinsatz für Universalfräszentrum
So führte die Verbindung zwischen Anwender und Hersteller moderner Frästechnik zum praktischen Pilot-Einsatz des auf der EMO 2007 präsentierten Universalfräszentrums DMU 40 Monoblock mit 5 Achsen. Als eines der ersten Fräsmaschinen- Exemplare der „DMG New Generation“ wurde die neu entwickelte DMU 40 Monoblock mit berechtigten Alleinstellungsmerkmalen als Weltneuheit präsentiert.
Bisherige Tester und EMO-Besucher empfanden die Maschinen im „New DMG Design“ nach Betrachtung sowie Erfühlen der Haptik und Ergonomie zwar als revolutionär und Trendsetter. Die Interessenten lobten nach dem ersten Eindruck das Erscheinungsbild mit hochwertigen Oberflächenmaterialien wie gehärteten Kunststoff und Velourchrom sowie der DMG Ligtline für die Visualisierung der Maschinenzustände. Die Frage nach erster Bewährung der neuen Maschinengeneration in neuem DMG-Design im „ungefilterten“ Praxisgebrauch blieb bis dato offen. Vor allem waren nicht Erfahrungen hochqualifizierter Werkzeug- und Formenbauer gefragt, sondern die der unter knallhartem Kostendruck arbeitenden Fräser aus dem Maschinenbau- bzw. Lohnfertiger-Sektor. Denn in dieser Branche werden heute nicht nur komplizierteste Werkstücke in Auftrag gegeben, sondern der permanente Druck auf Stückkosten und Termine steigt immens. Wobei hinsichtlich Präzision und Komplettfertigung die gleichen Anforderungen wie im Hightechbereich Werkzeug- und Formenbau gestellt werden.
Ehrliche Kritik war gefragt
So war ehrliche Kritik unter benachbarten Partnern gleicher Mentalität gefragt.
Denn trotz Erzeugnis-Bandbreite der Peter Müller GmbH hat sich sein Maschinenbau zu einem wichtigen Lieferanten für Deckel Maho entwickelt. Aus Sulzberg just-in-time zugelieferte Präzisionserzeugnisse wie das Werkzeugmagazin für die DMU 40 Monoblock beweisen das.
Maschinenanwender und -hersteller einigten sich schon vor der EMO. Die erste in der Pfrontener Fließmontage gebaute Serien-DMU wurde im Herbst 2007 als weiteres 5-Achs-Fräszentrum bei der Peter Müller GmbH in Betrieb genommen.
Das größte Herstellerwerk der Gildemeister AG in Pfronten mit seinen fast 1200 Mitarbeitern, die übrigens dieses Jahr mehr als die gleiche Anzahl hochwertiger Maschinen produzieren, demonstriert mit der Abrundung ihrer Basis-Maschinenreihe durch das Universal-Fräszentrum DMU 40 Monoblock eindringlich Erfolgsgeschichte. Seit 2000 wurden über 4200 Fräszentren meist mit 5 Achsen in allen Industriezweigen und auch für reine Produktionseinsätze installiert.
Sowohl in der boomenden Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt besteht gleichermaßen wie in der Feinwerk- oder Automobiltechnik Bedarf an effizienten Universalfräsmaschinen mit Linearwegen zwischen 400 und 500 mm.
Die Standardvariante der DMU 40 Mono-block als vollwertige 5-Achs-Maschine toppt so eine sich tausendfach bewährende Baureihe, die besonders auch für Einsteiger geeignet ist.
Trendsetter seiner Klasse
Zur These, dass mit dieser neugestalteten Maschine der„ DMG New Generation“ die Pfrontener einen Trendsetter „seiner“ Klasse auf den kompakten Dreipunkt-Maschinenfuß stellten, werden von Peter Müller erste Beweise geliefert. Unter dem Klassenbegriff sind Maschinen kompletter Grundausstattung mit Arbeitsräumen vergleichbar zur DMU 40 Monoblock mit X/Y/Z = 450/ 400(quer)/ 480 mm (vertikal) zu verstehen. Wobei die DMU 40 trotz optimalem Zugang zum Arbeitsraum nur etwa 50 % der Grundfläche einer Kreuztischmaschine mit vergleichbaren Wegen benötigt und die DMU 40-Maschinenhöhe geringer als die einer entsprechenden Gantry- Maschine mit Stößel ist.
Hervorragende Zerspanungswerte
Die Bestätigung für diese nach Hochglanzprospekt klingenden Angaben liegt nun bei Erstnutzer Peter Müller, der auf Nachfrage danach in betont sachlicher Art reagiert: „Trotz Unabhängigkeit vom Maschinenlieferanten Deckel Maho sind wir inzwischen nicht nur vom neuen Design der DMU 40 Monoblock sondern vom Gesamtkonzept überzeugt. Die Bedienbarkeit der Maschine ist bei der Herstellung unserer kleinen Werkstückserien vorbildlich, neben dem Konzept ist das Handling des Fräszentrums absolut stimmig. Alle bisher erreichten Haupt und- Nebenzeiten erfüllen nicht nur Herstellervorgaben, sondern sie präsentieren annähernd Parameter reiner Bearbeitungszentren. Beispiele dazu sind die Fräskopfdrehzahl 12 000 U/min oder 30 m/min Eilgang bzw. die NC-Tischdrehzahl bis 60 U/min.“
Maschine entscheidet über Ertrag
Im Zusammenhang mit der Programmkompatibilität zu bisher eingesetzten Deckel Maho-Maschinen wählte Peter Müller die CNC Millplus IT. Als Antwort auf Fragen möglicher Maschinen-Verbesserungen durch den Hersteller nennt Müller die Optimierung der V600-Software im Zusammenhang mit dem neuen DMG Ergoline Control 19“-Bildschirm. Nach den öfters gehörten allgemeinen Nöten der Zulieferer befragt, ergänzt Müller: „Ein Zulieferer kann eben nur mit effizienten Maschinen einen ausreichenden Ertrag erwirtschaften. Dabei müssen und dürfen wir nur so genau wie absolut nötig fertigen. Natürlich freuen wir uns über die Genauigkeitsreserven der Monoblock-Maschinen, die zur Belieferung unserer namhaften Kunden wie Liebherr, Thyssen, Ott oder Saurer Alma immer öfter abgerufen werden.
Als gegenwärtige Umsatzbremse kann ich vor allem den Facharbeitermangel nennen. Wenn wir nicht ständig ausbilden würden, bei uns gilt auch der 10-%-Belegschaftsanteil von Azubis als Richtschnur, müssten wir auf einige Aufträge verzichten.“
Dass Peter Müller selbst bis 7 Tage in der Woche im kleinen aber feinen Betrieb nach dem Rechten sieht und seine Söhne sich ebenfalls im Maschinenbau ausbilden lassen, verschweigt er dabei bescheiden.
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