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Kommentar von Holger Röhr: Kampf um die Grindtec-Aussteller

Kommentar von Holger Röhr
Kampf um die Grindtec-Aussteller

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Dass sich der Messeveranstalter AFAG mit der extrem späten Absage der Grindtec 2020 keine Freunde unter den Ausstellern gemacht hat, ist nachvollziehbar. Gerade die größeren Schleiftechnik-Anbieter hatten schon eine Menge Zeit und Geld in die Veranstaltung investiert, als wenige Tage vor der ohnehin schon vom März auf den November verschobenen Messe das endgültige Aus kam. Egal, ob das nun hochgradig ungeschickt, Schicksal oder einfach nur glücklos war, am Ende hat wohl nicht zuletzt die Unzufriedenheit der Grindtec-Aussteller den Verein deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) ermutigt, gemeinsam mit der Messe Stuttgart unter dem Namen „Grindinghub“ eine neue Schleiftechnik-Messe ins Leben zu rufen. Ein geschickter Schachzug war es sicherlich, auch noch den Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) als ideellen Träger mit an Bord zu holen, kommt doch ein erheblicher Anteil der angepeilten Aussteller aus der Schweiz.

Dass das neue Angebot nicht auf Kooperation, sondern auf Konfrontation abzielt, erkennt man an der Entscheidung, die zweijährlich geplante Veranstaltung in die geraden Jahre zu legen, in denen traditionell auch die Grindtec stattfindet. Da wundert es kaum, dass auch der geplante Termin für die Erstveranstaltung im Mai 2022 zeitlich dicht an den Märztermin der Grindtec heranrückt.

Ich weiß nicht, seit wann die “Grindinghub“ geplant wurde, aber erkennbar ist, dass das Messegeschäft, schwer von der Corona-Pandemie getroffen, in Zukunft noch umkämpfter sein wird, als es ohnehin schon war.

Mit untrüglichem Instinkt haben VDW und Messe Stuttgart die Chance erkannt, die sich ihnen bot, und beherzt zugegriffen. Der Verband und der Messveranstalter aus dem Ländle wollen allen Unzufriedenen und Enttäuschten die perfekte Alternative zur über viele Jahre fast perfekten Weltleitmesse der Schleiftechnik, der „Grindtec“, bieten. Klar, wer etwas kritisieren wollte, hat das auch schon früher getan: das Messegelände in Augsburg – verkehrstechnisch nicht optimal, zu klein und nicht wirklich modern. Das Profil der Messe – zu sehr auf die Werkzeugschleifer ausgerichtet, zu wenig in die Breite gehend. Die Standgrößen – für manche Unternehmen ein Quell ständigen Ärgernisses, um jeden zusätzlichen Quadratmeter musste man feilschen.

Stellt sich die Frage: War die Grindtec vielleicht nur deshalb so beliebt, weil es bis dato schlicht keine Alternative und damit keinen Vergleich gab?

Die Aussichten für eine neue Schleiftechnik-Messe auf dem Stuttgarter Messegelände sind gut. Garantiert ist der Erfolg der Grindinghub aber nicht. Die Zukunft wird zeigen, ob das Team aus VDW, Messe Stuttgart und Swissmem nicht nur den richtigen Riecher und das perfekte Gefühl fürs Timing hatte, sondern am Ende auch ein guter Chancenverwerter ist.

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