Wolfgang Wolf, Geschäftsführer, Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI)

Automation

Wolfgang Wolf, Geschäftsführer, Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI)

Wolfgang Wolf, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI)
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Mechatronik soll in der Industrie des Südwestens rasch eine gewichtige Rolle spielen. Die Entwicklung des Kompetenznetzwerks Mechatronik BW (www.mechatronik-ev.de) zum Landescluster kommentiert Wolfgang Wolf, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landesverbands der Baden-Württembergischen Industrie (LVI).

Das Interview führte Dietmar Kieser

mav: Die „Arena of Innovation“ auf der Motek ist ein Beispiel, um Kompetenzen und Innovationen im Bereich der Mechatronik sichtbar zu machen. Einzelaktionen dieser Art dürften das Thema kaum nachhaltig verankern. Wo muss es hingehen?
Wolf: Trotz des Erfolgs dieser Aktion reicht ein einzelner Messeauftritt nicht. Wichtig sind regelmäßige Aufschläge, die es rasch auszuführen gilt. Ein Platz wie die Landesmesse Stuttgart wäre dafür hervorragend geeignet. Dabei meine ich aber nicht nur Ausstellungen, auch Workshops thematisieren aktuelle Herausforderungen. Selbst wenn nur das Kompetenznetzwerk, der LVI und einige andere Beteiligte beispielsweise vierteljährlich solche Veranstaltungen mit der Messe aufziehen würden, könnte dies die Nachhaltigkeit fördern.
mav: Reicht das für die Breitenwirkung aus?
Wolf: Das wäre der zweite wichtige Schritt, der von zentraler Stelle aus zu initiieren ist. Hier muss verdeutlicht werden, wie die gewaltigen Chancen des Themas zu nutzen sind – nicht nur mit Mechatronik, sondern auch in Verbindung mit der Automatisierungstechnik über alle Produktionsprozesse hinweg. Ergänzt um Anwendungen, ließe sich das Thema zudem hervorragend entlang der Wertschöpfungskette aufzeigen. Auf diese Weise würde die Mechatronik eine viel größere Dimension im Produktionsbereich erhalten.
mav: Sie selbst können auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, da der LVI selbst drei Cluster betreibt. Was kann der Landesverband als Mitglied des Kompetenznetzwerks Mechatronik BW bewirken, um das Thema im Südwesten strategisch zu platzieren?
Wolf: Über Gespräche mit Entscheidungsträgern ließen sich beispielsweise Kontakte herausfiltern, die Projekte innerhalb der Industrie sichtbar machen, die über das Kompetenznetzwerk hinausgehen. Erfolgen könnte dies mit der Plattform Umwelttechnik (PU) ebenso wie mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW) oder dem Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg (LR BW), das ja mit dem Mechatronik-Netzwerk bereits gemeinsame Veranstaltungen bestreitet. In all diesen Fällen handelt es sich um Querschnittstechnologien. Folglich müssen wir gemeinsam darauf hinweisen, dass diese Netzwerke nicht isoliert arbeiten, sondern an den Schnittstellen kooperieren. Der LVI kann dazu die Plattform bilden.
mav: Taugt das Luft- und Raumfahrt-Netzwerk als Blaupause für das Mechatronik-Cluster?
Wolf: Natürlich kann man immer von anderen lernen. Außer der Teilnahme an Messen organisiert das Forum LR BW jährlich mindestens zwei landesweit offene Veranstaltungen. Auf deren Agenda stehen dabei immer auch politische Entscheidungsträger. Auch die Mechatronik braucht die Wahrnehmung der Politik. Vor sechs Jahren hatten Politiker die Luft- und Raumfahrt in unserem Bundesland überhaupt nicht auf dem Radar. Heute halten sie auf diesen Veranstaltungen ihre Grußworte.
mav: Das generiert aber noch keinen Auftrag, was aber wichtig wäre, wenn das mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Mechatronik-BW-Netzwerk als Landescluster nach drei Jahren auf eigenen Beinen stehen soll.
Wolf: Aber die Aufmerksamkeit wird durch solche Kooperationen erheblich gestärkt. Dabei denke ich nicht nur an Gemeinschaftsveranstaltungen etwa mit der Luft- und Raumfahrt oder der Plattform Umwelttechnik mit der Mechatronik. Bisweilen könnte sich ja auch ein Cluster aus einem anderen Bundesland einklinken. Auch dies hilft, das Thema weiterzutreiben. Und je höher die Aufmerksamkeit außen ist und nach innen die Industrie bis in die Hochschulen hinein durchdringt, desto eher lässt sich auch die Fachkräfteproblematik besser in den Griff bekommen. Geht es dann um Investitionsentscheidungen, dürfte es damit auch gelingen, die Aufmerksamkeit der Unternehmen stärker auf dieses Thema zu fokussieren.
mav: Netzwerken mit Blick auf Cluster hat sich also verändert?
Wolf: Total! Es gilt, in Wertschöpfungsketten zu denken und in Kooperationen. Für Mittelständler ist das oft nicht einfach. Mancher sorgt sich, er würde in Kooperationen zu sehr umarmt – was völlig falsch ist. Gerade das kooperative und strategische Denken wird in einem Cluster gestärkt. Umso wichtiger ist ein professionelles Clustermanagement, das sich auf Netzwerke stützen kann und Kooperationswillige mit viel Fingerspitzengefühl zusammenführt.
„Sicherstellen, dass Netzwerke an den Schnittstellen kooperieren“
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