Lohnfertiger dreht hoch produktiv auf Index-Maschinen mit Fanuc-CNC

Erfolgsgaranten: Flexibilität und schnelle Reaktionszeit

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Binnen drei Jahren hat die schwäbische Lohndreherei Alber gleich 19 neue Drehmaschinen beschafft – darunter allein 6 Drehautomaten von Index. Schnelle Zyklen, fixes Rüsten und guter Service waren für die Meßkircher die Pluspunkte. Dass sie CNC-seitig auf die bei Index eher unübliche Fanuc-Steuerung festgelegt waren, stellte für die Esslinger Drehspezialisten keinen Stolperstein dar. Autor: Dr. Frank-Michael Kieß

In Rengetsweiler, einige Kilometer außerhalb des Hauptorts Meßkirch gelegen, hat die Alber Metallbearbeitungs GmbH ihren Sitz. 1983 von Herbert Alber als Garagenfirma gegründet, wird das Unternehmen heute von Sohn Christian Alber geführt und fertigt auf einer Fläche von rund 4000 m2 Dreh- und Frästeile für unterschiedliche Branchen und in variablen Losgrößen. „Unser Kundenspektrum ist relativ verteilt“, erläutert Christian Alber. Hauptsächlich Zulieferer aus dem Automobilbereich, dem Maschinenbau, dem Food-Bereich, etc. – in der Regel aus der Region im Umkreis von 50 Kilometern.“

Von der starken Konkurrenz in der schwäbischen Lohndreher-Hochburg differenziert sich Alber durch Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit. Wechselndes Teilespektrum und rasches Umrüsten gehören zum Alltag. Um dies zu gewährleisten, geht das Unternehmen in puncto Maschinentechnologie keine Kompromisse ein. So hat Alber binnen drei Jahren seinen Drehmaschinenpark komplett erneuert. Unter anderem wurden sechs Index-Drehautomaten der Typen C100 und C200 mit Fanuc-Steuerung angeschafft – der erste wurde Anfang 2015 geliefert, bis August vergangenen Jahres folgten fünf weitere. Die Entscheidung, von den zuvor eingesetzten Maschinen eines japanischen Herstellers auf Index zu wechseln, begründet Christian Alber so: „Service und Ersatzteilversorgung sind bei Index überzeugend, und die Zykluszeiten der Maschinen sind schon überwältigend.“

Die Drehautomaten der C-Serie sind mit zahlreichen Ausstattungsoptionen verfügbar. „Bei Alber sind alle mit drei Werkzeugrevolvern ausgerüstet“, erläutert Hans-Joachim Stumpf, Gebietsverkaufsleiter bei Index. „Die Revolver haben den Herren Alber sehr gefallen, vor allem wegen der W-Verzahnung.“ Diese ermöglicht das sichere und schnelle Ausrichten der Werkzeughalter im Revolver und sorgt für Stabilität im Prozess. „Auch die Zugänglichkeit war ein Pluspunkt, ebenso wie die Teileabführung – mit der man die Werkstücke sauber auf einem Förderband ablegen kann. Schließlich hat auch die Kühlmittelanlage überzeugt, mit optimalem Spänefluss und Reinigung. „Die Späneförderung habe ich noch nie ausbauen müssen“, bestätigt Christian Alber. „Bei den Vorgängermaschinen war das alle vier Wochen der Fall.“

Zyklen inklusive

Ein weiterer Knackpunkt waren die mitgelieferten Zyklen. „Bei Index gibt es eigentlich für alles einen Zyklus – was ich so von anderen Maschinen nicht kenne“, so Christian Alber. „Zum Beispiel die Übergabe von der Gegenspindel auf die Hauptspindel, das mache ich mit einem Zyklus. Das musste man früher manuell programmieren.“

Auch die innovativen Spänebrechzyklen von Index nutzt Alber bereits. „Seit einigen Monaten haben wir die im Haus“, so Christian Alber. „Alber war der erste Kunde, der die Chipmaster-Funktionen auf einer Maschine mit Fanuc-Steuerung getestet hat“, erläutert Stumpf. Mithilfe der Chipmaster-Software erkennt man während der Programmierung, wie sich in Abhängigkeit von den Schnittdaten die Spanlänge verändert. „Im Prinzip hebt der Werkzeugrevolver kurz wiederholt und kontrolliert vom Werkstück ab, um die Späne zu brechen“, erklärt Christian Alber. Mit Chipmaster lässt sich verhindern, dass sich Wirrspäne bilden, die den Prozess negativ beeinflussen. „Es ist eigentlich nur eine zusätzliche M-Funktion, die man zuschaltet und die verhindert, dass der Späneförderer verstopft oder sich Späne um das Material wickeln“, so Stumpf. „Oder um das Werkzeug“, ergänzt Alber. „Dadurch haben wir auch höhere Werkzeug-Standzeiten.“

Inzwischen setzt Alber Chipmaster standardmäßig ein. „Gerade bei C-Baustählen, da geht es gar nicht ohne“, so Christian Alber. Entsprechend wichtig war es ihm, das Feature auch als Fanuc-Anwender zu bekommen. „Und innerhalb von sechs Wochen hatte ich es, als Testkunde.“

Dass Index überhaupt die Fanuc-Option anbietet, war anfangs vor allem dem US-Markt geschuldet, wie Stumpf berichtet. „Bei den Dreh-Fräszentren bieten wir aufgrund der hohen Komplexität nur die Siemens-Steuerung bei Index-Maschinen und die Mitsubishi-Steuerung bei Traub-Maschinen an. Für die kleinen und mittelständischen Kunden ist die Fanuc-Option wichtig. Alber hätte keine Siemens-Maschine bei uns gekauft, weil er mit der Fanuc-Steuerung zufrieden ist und weil seine Mitarbeiter sie kennen.“ Christian Alber bestätigt: „Die Fanuc ist einfach bärenstark. Wir haben auch
20 Jahre alte Maschinen im Haus, und wenn da die Steuerung kaputt ist, dann weiß ich genau: der Index-Monteur kommt und sie läuft am selben Tag wieder. Guter Service, Zuverlässigkeit und moderate Preise sprechen für sich.“

Die aktuellste gelieferte C 200 verfügt über ein Touch-Panel und baut etwas mehr auf. „Deshalb gab es anfangs Diskussionen mit Christian Alber“, berichtet Stumpf. „Aber da die neue Fanuc-Steuerungsgeneration wegen des ergonomischen Vorteils von den Mitarbeitern sehr gut angenommen wurde, war dieser Punkt sehr schnell vergessen. Vor allem, da die C-Maschinen von Index sehr schlank bauen, weil der Schaltschrank seitlich angebracht ist. Dadurch ist eine sehr gute
Zugänglichkeit gewährleistet, sollte es einmal einen Servicefall geben.“

Ein Grund für einen CNC-Umstieg wäre die neue Steuerungsgeneration jedenfalls nicht gewesen. „Wenn ich eine Index mit Fanuc kaufe, schließe ich sie an, der Mitarbeiter kennt sie und sie läuft“, so Christian Alber. „Kaufe ich eine andere Maschine, dann passt kein Programm mehr, den Mitarbeiter muss ich auf Schulung schicken. Ich habe in der Dreherei alle Maschinen mit Fanuc ausgestattet. So kann jeder Mitarbeiter alle Maschinen bedienen.“

Bei Alber wird im Dreischichtbetrieb produziert – und mannlos läuft es nie. „Mal bedient ein Mitarbeiter vier oder fünf Maschinen, mal nur zwei oder drei, je nach Anforderung. Wie viele Merkmale sind zu prüfen, welches Material wird bearbeitet, wie läuft die Maschine – das kann man im Vorfeld nie so sagen. Die Komplexität ist sehr stark teileabhängig.“

Für die Materialzufuhr ist jede Maschine mit einem Stangenlader ausgestattet. Für das Teilehandling nutzt Alber die Portalabnahme, die Standard bei den Produktionsdrehautomaten von Index ist. Die Teile werden an der Haupt- oder Gegenspindel mit einem Greifer abgenommen, in darunter geführte Schalen übergeben und hinten über ein Förderband ausgeschleust. „Das komfortable Werkstückhandling und die Ausschleusung der Teile über ein Portal bzw. Förderband ist eine Besonderheit unserer Produktionsdrehautomaten“, bestätigt Rainer Volker Gondek, Marketingleiter bei Index.

Komfortabler Support via iXshop

Eine weitere Besonderheit im Index-Angebot ist das Online-Ausrüstungsportal iXshop – das auch Alber rege nutzt. „Wir identifizieren und bestellen die Werkzeughalter und Ersatzteile online. Die Lieferung erfolgt auf diese Weise sehr schnell und ich bekomme außerdem Rückmeldung, ob sich z. B. eine Werkzeughalterreparatur lohnt oder nicht. Und ich erhalte auch direkt einen Kostenvoranschlag.“ Komfortabel für den Anwender ist dabei, dass er im iXshop immer nur die Teile angezeigt bekommt, die für die betreffende Maschine sinnvoll sind. „Das ist schon gut gemacht“, lobt Alber.

„Der Kunde sieht auch sofort die Verfügbarkeit, bevor er lange am Telefon in eine Warteschleife geht“, ergänzt Stumpf. „So kann er selbst sondieren oder gegebenenfalls auf die Ansprechpartner der Abteilung zugehen.“ Index will den iXshop Zug um Zug weiter ausbauen. Neben Werkzeughaltern, Ersatzteilen und Zubehör soll auch zunehmend Handelsware darüber erhältlich sein. „Auf unserer Hausausstellung Ende März haben wir beispielsweise eine Kooperation mit Klöckner bekanntgegeben“, erläutert Gondek. „Da gibt es dann auch Rohmaterial – bald wird man alles, was man zum Betrieb der Maschine benötigt, aus einer Hand im Index iXshop bestellen und kaufen können“

Stückzeiten um 30 % reduziert

Unterm Strich hat sich für Alber die Investition in die Index-Drehautomaten bezahlt gemacht. „Die Beständigkeit der Zyklen, die Schnelligkeit und Genauigkeit sind wichtige Pluspunkte. So konnten wir die Stückzeiten um 30 % reduzieren“, so Christian Alber. „Bei dieser Maschinengeneration ist es Standard, dass fluidgekühlte Spindeln zum Einsatz kommen“, merkt Stumpf noch an. „Das bringt dann auch die Genauigkeiten, die man braucht.“

Ganz wichtig war für Alber auch der schnelle Umbau der Maschine. „Früher haben wir zweieinhalbmal so viel Zeit benötigt wie heute. Wir rüsten ja zig Mal am Tag. Auf der Index fertigen wir mal Aufträge mit 20 Teilen, dann wieder welche mit 20 000. Dafür braucht man eine flexible Maschine, und das ist sie. Die Rüstzeit ist wesentlich zurückgegangen. Früher mussten wir das Werkzeug reinschrauben, mit vier Schrauben, und heute heißt es nur noch: Deckel auf, eine Schraube, extern vermessen, passt.“

Damit findet das Unternehmen genau die Qualitäten, die es für seine Positionierung in einem hart umkämpften Markt benötigt. „Der große Vorteil von Alber ist, dass er nicht auf ein oder zwei Kunden fixiert ist, sondern dass er einen großen Kundenstamm hat und häufig rüstet“, so Stumpf.

So hat es sich für Alber gelohnt, innerhalb kurzer Zeit einen Großteil seiner Maschinen zu erneuern. Seit August 2018 steht auch die sechste Index-Maschine in der Fertigung– eine weitere baugleiche Index C200. „Das war‘s jetzt zunächst einmal“, schmunzelt Christian Alber. „Mir reichen normalerweise fünf Maschinen. Aber ich fahre immer noch eine auf Reserve. Falls ein Auftrag kommt, der rasch raus muss, dann kann ich reagieren. Ich bin auch 30 % schneller mit den Maschinen als mit den alten. Die Reaktionszeit ist einfach ganz wichtig für uns.“

Index-Werke GmbH & Co. KG Hahn & Tessky
www.index-werke.de

Alber Metallbearbeitungs GmbH
www.dreherei-alber.de


Mit Qualität auf Wachstumskurs

Die Alber Metallbearbeitungs GmbH mit Sitz im schwäbischen Meßkirch-Rengetsweiler ist auf die Bearbeitung qualitativ hochwertiger Dreh- und Frästeile spezialisiert, die in der Prototypen- und Einzelfertigung bis hin zur Serienfertigung Einsatz finden. 1983 von Herbert Alber als Garagenbetrieb gegründet, ist das Unternehmen sukzessive auf eine Fläche von 4000 m2 gewachsen und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Im Jahr 2012 wurde der Generationswechsel erfolgreich umgesetzt. Seitdem ist Sohn Christian
Alber als geschäftsführender Gesellschafter aktiv.
Alber verfügt über einen Park von mehr als 60 CNC-Maschinen, der 2015 zum Teil komplett erneuert
wurde.


Fanuc bei Index

Die Standard-CNC-Plattform bei Index kommt von Siemens. Drehmaschinen mit Fanuc-Steuerung hat das Unternehmen erstmals 2008 auf der IMTS in Chicago vorgestellt. Aktuell bietet Index die Produktionsdrehautomaten der Serien ABC, C100 und C200 mit Fanuc-Option an. Bei den komplexeren Maschinen heißt es weiter: Siemens only. Indes hat die Gruppe mit den Traub-Maschinen, die auf der Mitsubishi-Plattform aufsetzen, noch eine dritte CNC-Technologie im Haus.
Alle Steuerungen werden in das moderne Index-Bediensystem iXpanel integriert. Sie enthalten neben den Steuerungsfunktionen viele weitere brauchbare Features.



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