Startseite » Intuitiv fertigen »

Aufgabenorientierte Oberfläche vermeidet Fehler

Kundenspezifische CNC-Aufrüstung vereinfacht Achsenschleifen bei Schienenfahrzeugen
Aufgabenorientierte Oberfläche vermeidet Fehler

Anzeige
Eine umfassende Aufrüstung von herkömmlichen spitzenlosen Hochleistungsschleifmaschinen unterstützt einen führenden Hersteller von Schienenfahrzeugachsen bei der deutlichen Vereinfachung von Präzisionsschleifvorgängen an Achsenschmiedeteilen. Das wichtigste Element des von Apec Integration Services, Inc. umgesetzten Projekts, ist die Nachrüstung einer kundenspezifischen CNC-Steuerung auf der Grundlage der Flexium-Plattform von NUM.

Das in Wattsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Unternehmen Apec ist ein Integrator elektrischer Systeme und spezialisiert auf die Aufrüstung von Werkzeugmaschinen mit modernen PLC- und CNC-Steuerungssystemen. Zu den wichtigsten Nachrüstungsdiensten gehören die Aufrüstung von Servo- und Spindelmotoren und von Antrieben, PLCs und anwenderspezifische Maschinensteuerungen sowie der vollständige Austausch von CNC-Systemen.

Bei den Werkzeugmaschinen in diesem speziellen Projekt handelte es sich um spitzenlose Hochleistungsschleifmaschinen von Landis, die ein abrichtbares Schleifrad sowie einen Einstechschleifzyklus für die Herstellung von Präzisionsprofilen an Achsschenkeln von Schienenfahrzeugen verwenden. Während des Schleifens drehen sich das Achsenwerkstück und das Schleifrad in dieselbe Richtung, was bedeutet, dass sich die beiden Oberflächen an der Kontaktfläche in entgegengesetzte Richtungen drehen, was zu einem gleichmäßigeren Schleifvorgang führt.
Nachdem die Maschine ihre Drehzahl erreicht hat, wird das Schleifrad in das Werkstück eingeführt – oder „eingestochen“ – und besitzt über seine Länge kontinuierlichen Kontakt mit einem einzigen Punkt. Dieser Einstechvorgang wird von einer servogetriebenen Achse gesteuert, die mit unterschiedlichen Vorschubraten schleift, wobei die Übergangspunkte durch Messungen während des Prozesses überwacht werden. Ein integriertes automatisches zweiachsiges Abrichtsystem mit einem Diamantspitzenwerkzeug wird verwendet, um das Schleifrad bei Bedarf abzurichten.
Bereits 1990 hatte Apec eine vollständige mechanische und elektrische Aufrüstung aller Maschinen vorgenommen, wobei ein modernes CNC-System und Instrumente zum Messen während des Prozesses nachgerüstet wurden. Damals fiel die Wahl auf das CNC-System Power 1060 von NUM, das zu der Zeit als besonders flexibel und benutzerfreundlich galt.
Nach weiteren 20 Jahren Dauereinsatz in einer ausgelasteten Produktionsumgebung waren die Maschinen reif für eine weitere mechanische und elektrische Aufrüstung. Apec hat die Maschinen während dieser Zeit gewartet und eng mit ihren Bedienern zusammengearbeitet und dabei einige Ideen entwickelt, wie sich die Maschinen leichter bedienen und noch produktiver machen ließen. Das Aufrüstungsprogramm bot die ideale Gelegenheit, viele dieser Ideen umzusetzen.
Schnelle Umrüstung dank Entwicklungspartnerschaften
Um die Maschinenaufrüstung zu beschleunigen und die Beeinträchtigungen der Produktionspläne des Kunden so gering wie möglich zu gestalten, ging Apec Entwicklungspartnerschaften ein. Alle Aspekte von mechanischer Neukonstruktion, Hydraulik, Schmierung und geometrischem Umbau wurden von Euro Machinery Specialists, Inc. übernommen, einem Unternehmen mit über 45 Jahren Erfahrung bei der Instandsetzung und Modernisierung von hochwertigen Metallwerkzeugmaschinen. In Bezug auf die Steuerung und die Entwicklung einer einzigartigen und intuitiven Bedienoberfläche arbeitete Apec mit NUM USA zusammen. Mit dieser Steuerung können Bediener die Anwendung der Maschine sehr schnell erlernen, selbst wenn sie mit derartigen Schleifmaschinen nicht vertraut sind. Zu den Vorteilen für den Kunden gehören eine größere Mitarbeiterzufriedenheit, weniger Schulung und höhere Maschinenproduktivität.
„Ein wichtiges Projektziel war, die Maschinenbedienung so weit wie möglich zu vereinfachen“, betont Dave DeCoursey von Apec. „Die offene CNC-Plattform Flexium von NUM bietet die Steuerungsflexibilität und Anpassungsmöglichkeiten der Bedienoberflächen, die wir für die Entwicklung individueller und aufgabenorientierter Bildschirme benötigen. Die Benutzeroberfläche ist entsprechend jetzt wesentlich ergonomischer. Die meisten Vorgänge, wie die Versatzberechnung, Kalibrierung, Abrichtung und das Starten automatischer Schleifzyklen werden jetzt mit einer einzigen virtuellen Taste ausgeführt, die nur bei Bedarf angezeigt wird.“
Für alle Maschinenaufrüstungen wurden mehrere NUM-Produkte verwendet wie CNC-Kerne, berührungsempfindliche Bedienkonsolen, Servoantriebe und -motoren. Das Flexium CNC-System verwendet Ethercat E/A-Kommunikation, wodurch die Implementierung einer fortschrittlichen Architektur zur Steuerung der Einstechtiefe durch Apec vereinfacht wurde. Die zuvor verwendeten Instrumente für die Messung während des Prozesses wurden durch einen Lineargeber ersetzt, der eine schnelle und präzise Tiefensteuerung ermöglicht und zudem während des Schleifzyklus Echtzeit-Feedback an den Bediener liefert. Der Hauptsteuerungsbildschirm verfügt über zwei Anzeigen im analogen Stil sowie Digitalanzeigen, die ihre Daten von separaten Messsonden entlang des Achsschenkels erhalten, so dass der Bediener die Verjüngungstoleranzen sehr leicht überwachen kann.
Anwendungsspezifische Bildschirme
Die von Apec für die Schleifmaschinenaufrüstung entwickelte kunden- und anwendungsspezifische Bedienoberfläche ist aufgabenorientiert. Sie besitzt einzelne, auf die Anwendung zugeschnittene Bildschirme mit klaren kontextspezifischen Funktionen, die Bedienerfehler vermeiden helfen. Durch die Verwendung der ENA-Funktion (Extended NCK Access) der Flexium CNC-Steuerung kann jede angepasste PLC-gesteuerte Darstellung die CNC-Funktion direkt steuern und überwachen. Dieses Steuerungskonzept ist vor allem zweckmäßig für automatisierte Schulungsfunktionen, bei denen ein Bediener durch die Maschineninbetriebnahme und Vorbereitung von automatischen Zyklen geleitet wird.
Beispielsweise zeigt der Startbildschirm anfangs nur den Status des CNC-Systems und eine einzige Taste zum Ausschalten an. Nachdem das CNC-System die Bereitschaft meldet, werden zwei weitere Tasten angezeigt: Startbildschirm und manueller Betrieb. Wenn der Bediener eine der Tasten berührt und den Bildschirm wechselt, ändert die Software den CNC-Modus entsprechend und wählt gegebenenfalls das entsprechende Teileprogramm aus. Indem die für den Bediener verfügbaren Optionen auf die zu einem bestimmten Zeitpunkt relevanten eingeschränkt werden, unterstützt die Software eine konsistente und effiziente Maschinennutzung.
Ein weiterer Vorteil des Steuerungskonzepts mit erweitertem Zugriff auf den NCK ist, dass es den Bediener bei Werkzeugversätzen und Teileprogrammbemaßungen unterstützen kann. Wird das Schleifrad oder das Abrichtwerkzeug ausgetauscht, kann er das Werkzeug manuell auf der gewünschten Position auf dem Rad positionieren, einen kennwortgeschützten Bildschirm aufrufen und eine Taste drücken. Die Versätze werden berechnet und mit Hilfe der ENA-Funktion automatisch an das Abrichtprogramm gesendet. Diese Funktion ermöglicht dem Bediener auch die Änderung von Abrichtmaßen und Präzisionssollwerten durch einfaches nach oben oder unten Korrigieren eines Werts, der dann an das entsprechende Teileprogramm gesendet wird.
Steven Schilling, General Manager der NUM Corporation in Naperville, Illinois, stellt fest: „Die offene Architektur und die fortschrittliche Funktionalität der Flexium CNC-Systeme ermöglichen Ingenieurbüros die Implementierung innovativer Steuerungslösungen für Nachrüstungsprojekte oder neue Werkzeugmaschinen. In diesem Fall haben Apec und Euro Machinery Specialists mit der Unterstützung von NUM eine CNC-Nachrüstung geschaffen, die für die vorhandenen Fertigungsanlagen des Kunden einen bedeutenden Wertgewinn darstellt.“ ■

Die Bedienoberfläche
ist jetzt wesentlich ergonomischer. Die meisten Vorgänge, wie die Versatzberechnung, Kalibrierung, Abrichtung und das Starten automatischer Schleifzyklen, werden jetzt mit einer einzigen virtuellen Taste ausgeführt, die nur bei Bedarf angezeigt wird.“
Dave DeCoursey, Apec Integration Services, Inc.

Mehr zum Thema Zukunft der Mobilität
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild mav Innovation in der spanenden Fertigung 9
Ausgabe
9-2020
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Neue Fachzeitschrift additive

Trends

Aktuelle Entwicklungen in der spanenden Fertigung

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Alle Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de