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Mehr Chancen als Risiken

Industrie 4.0 fordert neue Formen der Zusammenarbeit
Mehr Chancen als Risiken

Als stellvertretender Vorsitzender der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg und Mitglied im Strategiekreis der Plattform Industrie 4.0 der Bundesregierung plädiert Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl für mehr Mut im Umgang mit der Digitalisierung.
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Das Thema Industrie 4.0 birgt für kleine und mittlere Unternehmen mehr Chancen als Risiken. Sie müssen aber lernen, in Geschäftsmodellen zu denken und in Kooperationen zu handeln.

Dass ein neues Zeitalter angebrochen ist, sieht man schon morgens in der U-Bahn: Während die Fahrgäste früher Zeitung lasen, wischen sie heute über ihre Smartphones. Mit Facebook, Whatsapp und dem mobilen Internet hat sich die Kommunikation grundlegend verändert. Und jetzt sind die Fabriken an der Reihe.

Für den Wandel in den Werkhallen hat sich der Eigenname „Industrie 4.0“ durchgesetzt. Der Beiname drückt die Sprengkraft aus, den die Transformation in der digitalen Ökonomie entwickelt: die vierte industrielle Revolution. Sie ist geprägt von der Vernetzung aller Maschinen, Bauteile und Produkte.
Aktuelle Studien belegen, dass große Unternehmen die Relevanz des Themas erkannt haben, voranschreiten, Standards setzen und zeigen, wie die Umsetzung geht. Anders der Mittelstand. Da taucht immer wieder das Vorurteil auf, der könne auf der Kapitalseite nicht mitspielen. Das stimmt so nicht. Denn: Das Thema birgt für die KMUs mehr Chancen als Risiken. Das Konzept „use it but do not own it“ bedeutet nämlich auch für diese Unternehmen, dass sie Software und Infrastruktur nicht mehr kaufen müssen, sondern nur für deren Nutzung zahlen.
Das heißt: Mittelständische Unternehmen können dieselben Geschäftsmodelle entwickeln und betreiben wie Konzerne. Früher konnten sie das nicht, weil sie die Investitionen dafür nicht aufbrachten. Mit Industrie 4.0 schließt sich also die Performancelücke zu den großen Playern, die sich bisher mit entsprechendem Kapital- und Kapazitätseinsatz Vorteile verschaffen konnten.
Coopetition verbindet Cooperation und Competition
Der neue Ansatz hier ist die „Coopetition“: die Verbindung von Cooperation und Competition. Da immer der Nutzen des Kunden im Mittelpunkt steht, gilt es, nicht nur mit branchenfremden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Dienstleistern zu kooperieren, sondern auch mit dem Wettbewerb. Vorbilder in diese Richtung gibt es bereits. Mit der Arena 2036 ist es beispielsweise gelungen, einen Forschungscampus nach Stuttgart zu holen, der 15 Jahre laufen soll und sich zum Ziel gesetzt hat, die Automobilproduktion der Zukunft neu zu erfinden. Mit dabei sind Industriepartner wie Daimler, Bosch, BASF, Pilz, Kuka, Festo und Bär. Sie bringen finanzielle, personelle und materielle Ressourcen ein und wollen „Made in Germany“ neu definieren.
In Geschäftsmodellen denken, in Kooperationen handeln – so könnte die ganzheitliche Klammer lauten, die die Verteilung der Wertschöpfung von morgen am besten charakterisiert. Das Silicon Valley macht vor, wie es geht. Während wir in Deutschland unsere Energie in Technologievorsprünge stecken, basteln die Amerikaner bereits an der nächsten disruptiven Geschäftsidee – und haben auch den Mut, damit zu scheitern. Sich dem digitalen Wandel zu stellen, ist somit nicht eine Frage des ob, sondern eine Frage des wann. Dabei sein ist alles, egal ob als First Mover oder als Fast Follower. Die deutsche Wirtschaft steht selbst vor der Wahl und Entscheidung, in der immer größer werdenden Welle (vorn) mit zu schwimmen oder von ihr verschluckt zu werden.
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA www.ipa.fraunhofer.de

Der Autor
Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl ist Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart sowie Leiter des Fraunhofer- Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA.

Industrie 4.0 im Fokus der angewandten Forschung

Der Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl bildet den Startschuss zu einer neuen exklusiven Serie der mav-Schwesterzeit- schrift Automationspraxis. Darin werden Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in den kommenden Monaten verschiedene Aspekte des Megatrends Industrie 4.0 beleuchten. Die Themen reichen von der IT über den Menschen hin zur Produktion und zum fertigen Produkt.
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