Flexible Kleinteile-Zuführung und integrierte Vision-Systeme sind die Hauptpfeiler

Zukunftssichere Montage von Rasierern

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Hightech-Rasierer von Philips werden nicht in Fernost montiert, sondern im niederländischen Drachten. Dabei bringen rund 120 Roboter, eingebettet in ein wegweisendes Montagekonzept, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in Einklang.

Um unter immensem Kostendruck wettbewerbsfähig anbieten zu können, setzt Philips auf zwei Produktionsstandorte: Während in China – zumeist in Handarbeit – jährlich rund 20 Millionen Standardrasierer entstehen, produzieren die rund 1500 Beschäftigten des Werkes Drachten mit viel Automation etwa acht Millionen edle Luxusrasierer mit drei Scherköpfen im Jahr. Prozesssichere Montageschritte mit integrierter Qualitätssicherung garantieren dabei Endprodukte auf allerhöchstem Niveau.

Wie man die nötigen Anlagen für anspruchsvolle Montageaufgaben baut, ist für die Bremer Werk für Montage-systeme kein Geheimnis. Doch im Falle Philips war weit mehr gefragt als solide Lösungen von der Stange. „Die Herausforderung lag in der Bewältigung der enormen Variantenvielfalt der High-End-Rasierer. Aktuell gipfeln rund 60 verschiedene Produktfamilien in etwa 600 einzelnen Produkten. Dabei ändert sich das Produktspektrum beinahe täglich“, so Matthias Schaller, Leiter Robotik der Bremer Werk für Montagesysteme.
So verlangten die Niederländer eine bis dato nie gekannte Zukunftssicherheit. Sietze Bremer, Senior Sourcing Specialists Industrial bei Philips: „Wir wollten uns im Hinblick auf die Gesamtinvestition sicher sein, dass wir auf den Anlagen auch noch in zehn Jahren Rasierapparate wirtschaftlich produzieren können – ohne zu wissen, wie die Rasierer der Zukunft überhaupt aussehen werden.“ Flexibilität war also gefordert – und zwar durchgängig.
Schaller: „Nach ersten Analysen kristallisierte sich ein Anlagenkonzept heraus, das nur auf hochflexiblen Automatisierungskomponenten aus einer Hand funktionieren konnte. Bei der Vielzahl an Montagestationen hätte ein Komponentenmix von unterschiedlichen Herstellern zu einer nicht mehr kontrollierbaren Komplexität geführt.“ Man entschied sich für Sechsachser, Scaras, Visionsysteme, Zuführeinrichtungen und Steuerungen von Adept.
In zehn Jahren noch aktuell
Von Vorteil bei der Konzeption der Montageanlage war der modulare Aufbau der Rasierapparate, die im Wesentlichen aus drei Komponenten bestehen. Diese Komponenten können unabhängig voneinander auf unterschiedlichen Linien gefertigt werden. Der Modulgedanke liegt aber auch der Konzeption der kompletten Anlage zugrunde. Derzeit erfolgt die Montage der 3-Kopf-Rasierer auf neun Längstransfer-Montagelinien, bestehend aus jeweils fünf bis acht Zellen. Dabei ist jede Zelle vollkommen autonom aufgebaut. Aktuell wird die komplette Anlage um vier neue Linien erweitert.
Nach Integration der neuen Linien werden es über 120 Roboter (Sechsachser Viper s650 und s850 sowie die Scaras der Cobra-Baureihen s350, s600 und s800) und vor allem 40 Anyfeeder sein, die für eine reibungslose Montage der Rasierapparate sorgen. „Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Anyfeeder SX 240 zu, ohne dessen Flexibilität das Anlagenkonzept in dieser Form wohl nicht zu realisieren gewesen wäre“, so Philips-Manager Bremer.
Im Zusammenspiel mit den Cobra- oder Viper-Robotern und der Bildverarbeitung Adeptsight sorgt der Anyfeeder für die nötige Flexibilität bei der Zuführung von Kleinteilen. Schaller: „Flexible Zuführungen sind Schlüsselkomponenten für die intelligente Montageautomation: Egal wie die Einzelteile für die Rasierapparate in Zukunft aussehen werden, der Anyfeeder führt sie als Schüttgut zu, die sehenden Roboter greifen sie ab und bauen daraus die Geräte. An dem Grundprinzip wird sich auch in zehn Jahren nichts ändern.“
Weiterer entscheidender Faktor ist die Bildverarbeitung: Ist bereits ein Großteil der Roboter an den bestehenden Linien mit Vision-Systemen ausgestattet, werden die 50 Roboter für die vier neuen Montagelinien nun allesamt über Visionsysteme verfügen. Bremer: „Denn ein Roboter mit integrierter Bildverarbeitung lässt sich perfekt für wechselnde Aufgabenstellungen einsetzen und kann zudem zusätzliche Arbeitsinhalte etwa zur Qualitätssicherung übernehmen.“
Steckbrief
Branche: Healthcare
Aufgabe des Roboters: Anyfeeder führen die Einzelteile als Schüttgut zu; sehende Roboter greifen die Teile ab und bauen daraus Hightech-Rasierapparate
Projektdauer: 1 Jahr
Anzahl der Roboter: 120 Roboter und 40 Anyfeeder
Eingesetzte Roboter: Cobra s350, s600 und s800; Viper s650 und s850
Besonderheiten: Alle Roboter sind mit Visionsystemen ausgestattet, die eine noch höhere Flexibilität garantieren: Ein Roboter mit integrierter Bildverarbeitung lässt sich für wechselnde Aufgabenstellungen einsetzen und kann zusätzliche Arbeitsinhalte in der Qualitätssicherung übernehmen
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