Allgemein

Vertikale Produktionsbeschleuniger

Anzeige
Die ZF Friedrichshafen AG setzt im Bereich der Stirnradfertigung auch auf Vertikaldrehmaschinen von DMG und verkürzt insgesamt dank der neuen „Formel ZF“-Produktionsstrategie die Durchlaufzeit vom Auftrag bis zur Getriebemontage von acht Wochen auf acht Tage.

Wenn sich ein Unternehmen wie die ZF AG an ihrem Stammsitz in Friedrichshafen respektive im Geschäftsbereich Nutzfahrzeuggetriebe dazu entschließt, trotz bestehender Partnerschaften einem neuen Maschinenlieferanten eine Chance zu geben, muss das sehr wohl gute Gründe haben. Denn auch hier gilt: wer verdrängen will, darf nicht nur gleich gut, sondern muss quantifizierbar eindeutig besser sein. Wobei die Definition des „Besseren“ in Friedrichshafen spätestens seit Beginn der Umsetzung einer neuen Produktionsstrategie nach der „Formel ZF“ vor gut zwei Jahren sehr differenziert gesehen wird.

„Formel ZF“
Die erklärten Ziele der „Formel ZF“ waren und sind eine nachhaltige Verbesserung der Qualität in allen Unternehmensbereichen, eine signifikante Reduzierung der Durchlaufzeiten sowie eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität, um so letztlich die Marktführerschaft auf dem Getriebesektor zu erhalten und auszubauen. Allesamt Ambitionen, die natürlich nicht erst zwei Jahre aktuell sind. Viel interessanter ist denn auch der neue Weg zum alten Ziel.
Unter anderem ist dabei ein hohes Maß an Kompetenz zurück auf Werkstattebene delegiert worden. Und eben deshalb weiß Thomas Grabmayer, Meister in der Abteilung FR-R3, ganz genau, worum es geht: „Im Mittelpunkt der „Formel ZF“ steht die Optimierung des Materialflusses und daraus resultierend die Reduzierung der Bestände. Dazu galt es, die Maschinen und Arbeitsplätze so anzuordnen, dass das Material auf dem kürzesten Weg durch die Prozesskette fließt. Gleichfalls wird stets nur soviel Material bewegt, wie im nächsten Arbeitsschritt gebraucht wird. Denn: Alles was darüber hinaus produziert wird, blockiert Kapazität und steht im Weg.“
Kürzester Weg durch die Prozesskette
Die neue Denke hatte natürlich entsprechende Folgen für die Investitionspolitik. Erklärt Thomas Grabmayer: „Früher haben wir Fertigungsmittel allein auf Basis von maximaler Leistung ausgewählt – je schneller eine Maschine autonom ihre Arbeit erledigte, desto besser. Dem gegenüber hat die Einzeldisziplin heute in den sich selbst steuernden Fertigungsinseln eine eher untergeordnete Bedeutung – hier ist statt dessen Teamfähigkeit gefragt, also die Möglichkeiten einer Maschine im integrativen Zusammenspiel mit den nachfolgenden Prozessen.“
Die jeweilige Entscheidung, welche Maschine vor diesem Hintergrund letztlich die beste ist, liegt zu großen Teilen in den Händen des Meisters und seines Mitarbeiterteams. Und eben hier schließt sich der Kreis zu den im Vorspann erwähnten Vertikaldrehmaschinen der CTV linear-Baureihe von Gildemeister, die ohne seine Fürsprache gegen die etablierten Lieferanten kaum eine Chance gehabt hätten – erinnert sich Grabmayer: „DMG war im Vertikaldrehen bis dahin nicht bei uns präsent, so dass es durchaus einige Bedenken gab, als wir den CTV-Vorschlag unterbreiteten. Letztlich konnten wir uns jedoch aufgrund der überzeugenden Argumentation durchsetzen.“
Ein entscheidender Aspekt sei gewesen, dass dank endkonturnaher Rohlinge keine „schweren“ Späne mehr zu machen waren, so Grabmayer. Entsprechend braucht es weniger die Kraft an der Schneide als vielmehr Dynamik, Geschwindigkeit und Flexibilität. „Gerade aufgrund des Linearantriebs in der X-Achse mit Beschleunigungen über 1g und Vorschubgeschwindigkeiten bis 100 m/min hat die CTV hier einfach die besseren Karten gehabt“, betont Grabmayer und ergänzt: „Zudem bot sich uns die Möglichkeit, zwei CTV-Maschinen über einen einfachen Schwerkraftwender miteinander zu verketten und so den kontinuierlichen Werkstückfluss ohne großen Aufwand zu realisieren.“
Wichtiger Vorteil: Einfachheit des Systems
Gerade auch die Einfachheit des Systems und daraus abgeleitet deren Bedienfreundlichkeit sei ein weiterer wichtiger Punkt gewesen, wie Thomas Grabmayer ergänzt und begründet: „Jeder Mitarbeiter im Team muss alle Prozesse innerhalb des Gesamtsystems beherrschen, um dadurch letztlich eine hohe Verfügbarkeit garantieren zu können. Deshalb war es uns wichtig, eine Standardmaschine zu bekommen, die gleichwohl alle Anforderungen perfekt erfüllt.“ Dazu gehöre auch die enorme Rüst- und Servicefreundlichkeit der CTV-Maschinen, lobt Grabmayer, der in dem Zusammenhang darauf verweist, dass die gesamte Anlage vom Drehen, über das Fräsen der Laufverzahnung, das Stoßen der Stirnverzahnung und das Entgraten heute binnen maximal 30 Minuten auf ein neues Werkstück umgerüstet sei. Zum Vergleich: allein bei den alten Drehmaschinen waren anderthalb Stunden erforderlich.
Dass die CTVs gehalten haben, was sich die Friedsrichshafener davon versprochen haben, darf nach inzwischen fast zweijähriger Praxiserfahrung als sicher gelten – ansonsten hätte man dieser Reportage wohl auch kaum zugestimmt. Und so verlässt statistisch alle zwei Minuten ein fertiger Stirnrad-Rohling die Abteilung FR-R3 in Richtung Härterei und Schleiferei. Und spätestens vier Tage, nachdem das Gussteil von der Pick-Up-Spindel der CTV aufgenommen wurde, wird das fertige Teil ins entsprechende Getriebe eingebaut.
Weltrekord?
Im Rahmen der „Formel ZF“ hat die Abteilung von Thomas Grabmayer also ihr Soll eindeutig erfüllt und ihren Teil dazu beigetragen, dass unter dem Strich in Friedrichshafen die Durchlaufzeit vom Auftragseingang zur Getriebemontage von ehedem acht Wochen auf heute lediglich noch 8 bis 10 Tage reduziert werden konnte – wenn das kein Weltrekord ist…
Gildemeister AG Tel. 05205/743003, Fax 05205/743009 www.gildemeister.com

ZF Friedrichshafen AG
Die ZF Friedrichshafen AG ist ein weltweit führender Zulieferer in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 119 Standorten in 25 Ländern. Dabei beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 53 300 Mitarbeiter, davon etwa 20 000 im Ausland. Was die spangebende Fertigung am Stammsitz Friedrichshafen anbelangt, dominiert wegen der Vielzahl rotationssymmetrischer Getriebeteile die Drehtechnologie. Darunter seit anderthalb Jahren vier CTV linear-Vertikaldrehmaschinen, die paarweise innerhalb von zwei hochflexiblen Fertigungslinien die Basis für höchste Produktivität und Präzision legen.
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

KUKA: Smarte Automatisierung

KUKA Roboter Hochschule Karlsruhe

Smarte Automatisierung mit KUKA im Überblick

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Innovative Zerspanungskonzepte

Auf dem Expertentreff am 9. Oktober bei HAHN+KOLB präsentieren Ihnen hochkarätige Technologieführer intelligente Lösungen für die Zerspanung von Morgen! Sichern Sie sich jetzt Ihr Besucherticket, die Teilnehmerzahl ist begrenzt! Wir freuen uns auf Sie.

EMO 2019 – industrie 4.0 area

Bereits zum 2. Mal realisiert die mav, gemeinsam mit dem VDW, die industrie 4.0 area auf der EMO in Hannover. Besuchen Sie uns vom 16.-21.09.2019 in Halle 9, Stand F32.

Neue Fachzeitschrift additive

Trends

Aktuelle Entwicklungen in der spanenden Fertigung

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Alle Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de