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Vertikale für den Job-Shop

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Neu auf der EMO war eine vertikale Drehmaschine bei Hitachi Seiki. Neu daran ist , daß diese Maschine nicht etwa vordergründig für die High-Tech-Automatisierung der Serienfertigung gedacht ist. Hier soll dem kleineren Zulieferer, dem Job-Shop eine Maschine in die Hand gegeben werden, die mit einfachen Mitteln Produktivitätssteigerungen selbst bei Kleinserien ermöglicht.

Es ist eine erste Baugröße vertikaler Drehmaschinen, die Hitachi Seiki zur EMO vorstellte. Die Vertikal-Drehzelle CS 20, wie die Bezeichnung genau lautet, nutzt das Pickup von Werkstücken mit der Spindel und braucht deshalb keinen Lader. „Ökologie und Wirtschaftlichkeit“ wurde als Leitmotto für diesen neuen Maschinentyp ausgegeben. Ferner soll sie besonders Umwelt- und bedienerfreundlich sein.

Die Bezeichnung „automatisch“ hört Wolfgang Preuß, General Manager bei der Vertriebstochter – ehemals Gebr. Hoffmann – gar nicht gern: „Das erinnert zu sehr an Portale und Roboter mit ihren kostspieligen Mechanismen.“ Doch läßt sich die „angeborene“ Automatisierung dieser Maschinenkonzeption einfach nicht verleugnen. „Wir haben hier eine einfache Definition, indem wir sagen, daß ein kleiner Helfer daran ist, das Teilemagazin“, erklärt er. „Anstatt ein teuer zu bezahlender Mitarbeiter das Werkstück lädt und entnimmt, holt es sich die Spindel aus dem Magazin selbständig und liefert es fertig bearbeitet wieder dort ab.“
Einfache Automatisierung
Das beschreibt die Einfachheit der automatischen Handhabung von Futterteilen mit wenigen Worten. Und es ist in der Tat eine Automatisierung, die es erlaubt, diese Maschinen auch bei Kleinserien mannlos arbeiten zu lassen. Hier wurde klar erkannt, daß dieses in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Maschinenkonzept eine einfache und preiswerte Lösung bietet, um der kleinen Werkstatt eine angemessene und beherrschbare Automatisierung zu erschwinglichem Preis anzubieten. So bietet diese Konzeption einmal die Möglichkeit der Komplettbearbeitung, indem das Teil mit sehr einfachen Mitteln an eine zweite Maschine zur Fertigbearbeitung übergeben wird. Andererseits kann man das maschinenintern durch eine zweite Spindel lösen.
Wolfgang Preuß zieht den Vergleich zur traditionellen Horizontaldrehmaschine:“Wir liefern unsere Horizontalmaschinen an viele kleine und mittlere Betriebe. Dort sind die meisten Werkstücke Futterteile – meist Sägeabschnitte und Guß- oder Schmiedeteile, die überwiegend stapelfähig sind. Hier war ein Produktivitätssprung fällig. So haben wir uns den Wettbewerb mit seinen Vertikaldrehmaschinen genau betrachtet. Er bietet überwiegend für die Serienfertigung an und daher gleichzeitig entsprechend umfangreiche Optionen, die zusätzlich Geld kosten.“
„Der Bereich der Lohndreher fordert aber grundsätzlich erst einmal den ganz normalen Drehbetrieb“, fährt er fort. „Und genau damit haben wir zunächst angefangen. Das hindert aber nicht, angetriebene Werkzeuge, Wendestationen, zwei Spindeln und eine Vielzahl von Magazinen anzubieten. Doch wollen wir das nicht gleich forcieren, sondern erst einmal die Standardmaschine verbreiten. Und da glauben wir, ein günstiges Preis-/ Leistungsverhältnis bieten zu können.“
Betrachtet man die erforderlichen Einstandskosten, dann sieht das verblüffend einfach aus. So kostet etwa eine Horizontaldrehmaschine mit 200 mm Spannfutter und 600 mm Drehlänge inklusive Handhabungsgeräte zur automatischen Be- und Entladung ca. 300 000,- DM. Für 1/3 weniger ist bereits die CS 20 mit Magazin zu haben.
Be- und Entladen fast zum Nulltarif inbegriffen
„Für dieses ‚Wenig-mehr‘ wird sehr viel Spielraum geschaffen“, ergänzt Preuß. „Es kann die Pausen durchgearbeitet werden, Mehrmaschinenbedienung ist ohnehin angesagt. Es kann aber auch am normalen Arbeitsende das Magazin frisch mit Rohteilen bestückt werden, um mehr oder weniger weit in die mannlose Schicht hineinzuarbeiten. Und dann wird richtig Geld verdient.“
Hitachi Seiki hat bei der Entwicklung dieser Maschinen auch nicht das Gleichteileprinzip verlassen, das ihre Maschinen sonst auszeichnet. Schaut man unter das Blech – die Verkleidung ist übrigens auf besonders gute Zugänglichkeit ausgelegt – dann fällt auf, daß das patentierte Senkrechtbett auch bei der Vertikalmaschine die Basis bildet. Bekannt von den Hitec-Turn Horizontal-Drehmaschinen sind auch die Spindeleinheiten sowie die Revolver und Schlitten. Insofern ist zu erwarten, daß durch den Einsatz dieser längst erprobten Elemente so gut wie keine Anlaufprobleme auftreten dürften.
Bis zu 12 angetriebene Werkzeuge pro Revolver sind möglich, wenn die Werkstücke außermittig Bohren und Fräsen erfordern. Muß die Antriebsleistung höher sein, dann lassen sich auf einer Zusatzplatte – die Bohrungen sind in der Standardmaschine bereits vorgesehen – entsprechende Einheiten anbringen. Weitere Ausbaustufen sind bereits in der Planung und lassen interessante Varianten erwarten.
Im Prinzip haben bei der Vertikaldrehmaschine lediglich Spindel und Revolver ihren Platz gewechselt. Der Grundaufbau ist nahezu identisch. Und ein darauf aufgebautes Bearbeitungszentrum muß nicht nur Spekulation bleiben.
Übrigens sind – im Gegensatz zur gängigen Methode – die Linearführungen in allen Achsen durch eine patentierte, verblüffend einfache Methode dauergeschmiert. Ein Ölaustrag ins Kühlschmiermittel ist nicht mehr möglich. Dadurch entfällt die gesamte Ölversorgung. Auch das ist ein Beitrag zur Kostensenkung. Der Kühlschmierstoff bleibt viel längere Zeit stabil. Und auch die Kosten für die Schmierung der Führungen gehören somit der Vergangenheit an.
E mav 223
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