Landmaschinenhersteller reinigt Abluft

Umweltschutz in der Produktion

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Umweltschutz und Produktivität stehen nicht im Widerspruch. Dies beweist der Landmaschinenhersteller Amazone im norddeutschen Hude. Eine zusammen mit der Werksleitung entwickelte Reinigungsanlage von Rotamill sorgt für saubere Abluft aus der Produktion.

In Hude produziert Amazone unter anderem Tiefenlockerer, Kreiselgrubber, Kreisel- egge, Sämaschinen und Säkombinationen. Landwirte auf der ganzen Welt nutzen seit über 50 Jahren Landmaschinen aus dem Oldenburger Land. Wie bei allen Standorten des Herstellers liegen auch in Hude Entwicklung und Produktion zusammen. Das bewährte Konzept führt zu jährlich zweistelligen Zuwächsen im Umsatz. Dazu trägt auch die hohe Fertigungstiefe bei. Von der Blechbearbeitung über die Zerspanung, das Laserschneiden, das Roboterschweißen, das Spritzgießen von Kunststoffen bis zum Bau von Hydraulikzylindern entwickeln und fertigen 600 Mitarbeiter über 80 Prozent aller Komponenten selbst. Sogar ihre auffallende Lackierung in grün und orange erhalten die Landmaschinen in der eigenen Lackiererei in Hude.

Chaotische Bauteilfolge
In chaotischer Folge durchlaufen die Einzelteile der Maschinen die Tauchbecken für die einheitliche Grundierung sowie den jeweiligen Decklack in grün oder orange. „Die Variation von Bauteilgewicht und die zu lackierende Oberfläche sowie die Teilegeometrie stellen hohe Forderungen an die Anlagentechnik und an das Lacksystem“, so Betriebsleiter Günter Aljets. Häufig durchlaufen Kleinteile mit kaum mehr als einem zehntel Quadratmeter Oberfläche und einem Gewicht von knapp 20 Gramm und fertig montierte, bis zu 1500 kg schwere Baugruppen mit Oberflächen von bis zu 70 Quadratmeter unmittelbar hintereinander die Anlage.
Lösemittelhaltige Lacke
Bei diesem Verfahrensablauf können die erforderliche Oberflächengüte und der benötigte Korrosionsschutz nur mit Lacken auf Basis von Lösemitteln erreicht werden. Im Verlauf der jüngsten Modernisierung der Lackiererei suchte man nach einer effizienten Abluftreinigung. Die Wahl fiel schließlich auf eine Anlage von Rotamill. Dazu erläutert Volker Osterloh, der das Projekt bei Amazone leitete: „Rotamill war der einzige Anbieter, der sich die Mühe machte, den Gesamtablauf der Lackiererei zu hinterfragen und den Gesamtprozess der Emissionsentstehung zu verstehen.“ Anstatt einfach eine Anlage für die vorhandenen Luftmengen anzubieten, untersuchte dieser Anlagenhersteller, wie die Emissionen von den einzelnen Entstehungsquellen besser separiert, kanalisiert und damit die zu reinigende Luftmenge minimiert werden könnten.
Energie sparen
Eberhard Krumm, Leiter Verfahrenstechnik bei Rotamill, begründet diese Vorgehensweise: „Neben dem Primärziel, die Luft bis weit unter die gesetzlichen Vorschriften zu reinigen, verfolgen wir bei der Entwicklung unserer Anlagen noch ein weiteres, wichtiges Ziel: Möglichst wenig Energie und diese dann so effizient wie möglich einzusetzen.“ Im Fall von Amazone bedeutete das zunächst einmal, die Luftmenge von rund 40 000 Kubikmetern pro Stunde deutlich zu reduzieren. Krumm: „Durch die gewaltige Luftmenge wurden die Lösemittel stark verdünnt. Je geringer die Lösemittelkonzentration in der Abluft ist, umso schwieriger und damit aufwändiger im Energieverbrauch gestaltet sich der Reinigungsprozess.“
Gesamtkonzept verwirklicht
Durch gezielte Vorschläge zur Abluftführung, zum Beispiel durch die zusätzliche Einhausung von Emissionsquellen innerhalb der Tauchstraße oder die gezielte Zusammenführung von Abluftströmen, konnte eine Reduzierung der zu reinigenden Luftmenge um gut 75 Prozent auf weniger als 10 000 Kubikmeter pro Stunde erreicht werden. Der Effekt ist so verblüffend wie naheliegend: Weniger Luft bedeutet grundsätzlich weniger benötigte Förderenergie. Die gleiche Lösemittelmenge in weniger Luft bedeutet zudem eine höhere Konzentration und damit einen effektiveren Reinigungsprozess bei niedrigerem Zusatzenergiebedarf. Es wird deshalb eine kleinere und kostengünstigere Anlage benötigt, die zudem die Betriebskosten deutlich senkt.
Da eine Rückgewinnung der Lösemittel aus der Amazone-Lackiererei aufgrund der heterogenen Mischung in der Abluft nicht möglich war, entschied man sich für eine Rotamill-Oxidator-Anlage. Die Abluft wird zunächst zyklisch durch eine Kammer mit Keramik-Wärmespeicher geleitet und dabei auf Reaktionstemperatur erhitzt. In der anschließenden Brennkammer erfolgt dann bei Temperaturen von bis zu 850 Grad Celsius die vollständige Oxidation der Schadstoffe. Die so gereinigte Luft erwärmt in einer nachgeschalteten Kammer eine weitere Wärmespeichermasse. Über 95 Prozent der eingesetzten Energie verbleiben somit in der Anlage und werden durch zyklisches Umschalten der Kammern in den internen Energiekreislauf zurückgeführt. Bei der Verbrennung der Lösemittel wird zusätzliche Wärme freigesetzt. Somit kann die Anlage längere Zeit, mitunter mehrere Tage, komplett ohne zusätzlichen Brennstoff betrieben werden.
Ein frequenzgeregelter Ventilator saugt die Luftmenge in Abhängigkeit von der Lösemittelkonzentration und den Emissionen ab. So arbeitet die Anlage automatisch gesteuert immer im optimalen Leistungsbereich. Sämtliche Betriebsdaten werden am Arbeitsplatz von Volker Osterloh sowie einem weiteren Terminal bei der Schichtleitung auf einem Monitor angezeigt. Die Bedienung und Überwachung der Anlagenfunktion ist so aus der Ferne möglich.
Sauber und leise
Seit Ende des Jahres 2007 arbeitet die Reinigungsanlage in Hude. Sie wurde auf die Gebäudemaße hin konstruiert. Weiterer Vorteil ist der geräuscharme Betrieb. „Das war ein weiteres wichtiges Argument zugunsten dieser Technologie“, kommentiert Volker Osterloh. „Wir liegen in unmittelbarer Nähe von Wohnbebauung. Das gute Verhältnis zu unseren Nachbarn ist uns wichtig. Natürlich können wir uns nicht unsichtbar machen, aber die Minimierung sämtlicher Emissionen hat hohe Priorität bei allen Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen.“ Auch bei den Schadstoffemissionen glänzt die Flüsteranlage. Die Reingaswerte liegen 80 Prozent unter den in der TA-Luft geforderten Grenzwerten.
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