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The winner takes it all!

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Die Gefahr ist nicht gebannt! Als vor einigen Jahren das Thema Digitalisierung die Chefetagen deutscher Präzisionswerkzeug- und Werkzeugmaschinenhersteller erreichte, waren die Reaktionen recht unterschiedlich. Während die einen sagten: „Halb so wild, erst mal den Hype abwarten“, meinten die anderen: „Wenn wir nicht schnell handeln, werden uns andere die Butter vom Brot nehmen.“ Andere, das waren Big-Data-Spezialisten wie Google oder Amazon, irgendwelche Datenkraken jedenfalls, die sich zwischen den Maschinenhersteller und den Endkunden setzen und für Big-Data-basierte Leistungen über die gesamte Lebensdauer der Maschine kassieren würden. Der Maschinenhersteller würde so zum Lieferanten der Hardware und Enabler für das lukrative Geschäftsmodell anderer degradiert. Das Gleiche drohte im Procurement-Bereich – die Lieferkette von Amazon gekapert, der Anbieter gläsern, nackt und tributpflichtig. Was sollte helfen gegen derlei Schreckensvisionen?

Erstens: Domänenwissen – geldwerte, datenbasierte Dienstleistungen an der Maschine oder am Werkzeug kann nur entwickeln und verkaufen, wer Maschine und Prozess in ganzer Tiefe versteht.

Zweitens: Eigene Angebote, eigene Plattformen, Kooperationen der ohnehin am Prozess Beteiligten.

Jetzt nach gut fünf Jahren hat die Realität den Hype allmählich eingeholt. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die allerdings fällt eher durchwachsen aus.

Domänenwissen funktioniert immer noch ganz gut, um die Eintrittsbarriere in diesem Bereich hochzuhalten. Geldwerte, digitale Dienstleistungen im direkten Fertigungsumfeld, angeboten von Branchenfremden, gibt es kaum. Das muss und wird aber im KI-Zeitalter nicht ewig so bleiben.

Eigene Angebote der Branchenbeteiligten? Hier macht sich inzwischen Ernüchterung breit. Mit viel Enthusiasmus gestartete Digitalisierungsangebote, Plattformen für Beschaffungsvorgänge oder die Vergabe von Fertigungsaufträgen befinden sich in einer kritischen Phase. Beispiele gefällig? Die als hoffnungsvolles Digital-Start-up hoch gehandelte Trumpf-Tochter Axoom wurde im Juli vom IT-Dienstleister GFT übernommen. Die Mapal-Beschaffungsplattform für C-Teile, C-Com, konzentriert sich nach breit angelegtem Start inzwischen auf Kernbereiche. Kooperationsprojekte wie das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem Mindshere, initiiert von Siemens, kämpfen genau wie die von DMG Mori, Dürr, Zeiss und anderen gegründete IIoT-Plattform Adamos um jeden neuen Partner. Orderfox als Vermittlungsplattform für Fertigungsaufträge schlägt sich tapfer. Aber auch hier lauern international aufgestellte Player wie der KI-basierte Marktplatz für On-Demand-Fertigung kundenspezifischer Teile und Kleinserien namens Xometry auf ihre Chance.

Stets geht es darum, die kritische Größe zu erreichen, um den Sog auszulösen, der andere dazu bewegt, bei einer Plattform mitzumachen. Eigentlich ist es wie bei der Gravitation im Weltall. Der große Stern schluckt die kleineren Himmelskörper und erhöht so immer weiter seine Anziehungskraft. Oder anders gesagt: Plattformökonomie bedeutet eben auch, die anderen plattzumachen!

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