Rolf Peters und Johannes Rolf Gesellschafter von K-Robotix

Rolf Peters und Johannes Rolf Gesellschafter von K-Robotix

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mav: Herr Peters, Sie sind einer der Geschäftsführer von K-Robotix, einer Neugründung in Sachen Robotik im Norden Deutschlands. Was stellt diese dar und warum eine derartige Neugründung?

!Peters: K-Robotix steht für Kompetenz in Robotik und wurde im Februar dieses Jahres mit 3 weiteren Gesellschaftern gegründet. Im Verbund mit inzwischen 15 Teampartnern, die sich über die gesamte Bundesrepublik verteilen, haben wir erkannt, dass wir so etwas wie eine permanente Messe brauchen. Das haben wir hier in Bremen für unsere gemeinsamen Kunden mit K-Robotix auf die Beine gestellt. Hier können sich die Kunden informieren. Immer noch braucht ein Anwender den Nachweis des praktischen Robotereinsatzes. Und das geht am besten in einem Vorführzentrum.
mav: Bremen im hohen Norden Deutschlands ist ja nicht gerade im industrialisiertesten Bereich. Was hat Sie veran-lasst, diesen Standort auszuwählen?
! Peters: Bremen haben wir deshalb ausgewählt, weil wir nach Recherchen, die noch bei Kawasaki in Düsseldorf liefen, feststellten, dass der norddeutsche Markt gegenüber dem südlichen noch Nachholbedarf in Sachen Logistik hat. Nach unserer Meinung besteht im Süden eine höhere Bereitschaft für den Robotereinsatz und tatsächlich sehr viel mehr Einsätze. Wir zielen insbesondere den kleinen und mittelständischen Betrieb an und wollen ihn für den Robotereinsatz gewinnen.
mav: Nun haben Sie die Roboterpalette, die bislang ausschließlich Kawasaki-Roboter enthielt, nach unten mit den Scaras von Toshiba ausgeweitet. Was war der Anlass dazu?
! Peters: Wir konnten während der Hannover Messe in einem Gespräch mit der Toshiba Machine England unser Konzept vorstellen. Da schon andere Kawasaki-Partner in Europa die Toshiba-Scaras mit vertreten, lag es nahe, für den deutschen Markt in eine Zusammenarbeit zu gehen. Wir sehen darin eine sinnvolle Ergänzung, denn wir wollen unseren Kunden die gesamte Palette der Robotik präsentieren.
mav: Der Begriff der Robotik hat sich noch längst nicht in allen Köpfen in der einschlägigen Fertigung als Begriff festgesetzt. Zudem bremst die deutsche Automobilindustrie den Einsatz nicht deutscher Roboter aus. Welche Zielgruppe bleibt dann für Sie übrig?
! Peters: Seit den 20 Jahren, die ich mich in dieser Branche mit Robotern beschäftige, konnten wir noch keinen in Japan gefertigter Roboter beim Bau deutscher Automobile einsetzen. Das ist feststehende Tatsache. Deshalb bedeutet es für uns die Konzentration auf die Industrie außerhalb des Automobilbaus, auf die kleinen und mittelständischen Betriebe, selbst im Zulieferbereich der Automobilindustrie. Dort besteht aber auch ein wesentlich größerer Nachholbedarf an Information über die Robotik. Wir wollen diese Zielgruppe aufklären darüber, was wir mit Robotik meinen und bewirken können.
mav: Was tut denn nun ein Roboter tatsächlich in den Betrieben? Ist er wirklich der Jobkiller, wie oft behauptet wird, weil er menschliche Arbeitskraft ersetzt?
! Peters: In meinen Augen, in denen meiner Partner sowie denen, die ihn einsetzen, ist er eher ein Job-Knüller. Denn er schafft neue Arbeitsplätze. Jeder Roboter braucht schließlich einen Bediener pro Schicht. Außerdem braucht ein Betrieb Robotiker, um zu erkennen, was sich alles mit diesen Robotern automatisieren lässt. In der Tat bedeutet Roboter Ersatz und Ergänzung menschlicher Arbeitskraft, und zwar für monotone, inhumane und durch Menschen nicht oder kaum zu bewältigende Vorgänge. So ein Roboter besitzt heute 6 Freiheitsgrade. Damit kann er eigentlich nur einen Teil der menschlich möglichen Verrichtungen ausführen. Hier steht der Ersatz eben menschenunwürdiger Arbeit im Vordergrund. Deshalb setzen wir und unsere Partner auf den Begriff Robotik.
mav: Herr Rolf, Sie sind als Inhaber der HD Automations GmbH Gesellschafter dieser Neugründung namens K-Robotix. Was war der Grund, sich an einem derartigen Unternehmen zu beteiligen?
! Rolf: HD-Automation hat seinen Schwerpunkt im Bereich der Verpackungs- und Palettiertechnik. Das decken wir heute nahezu 100%ig ab. Wir haben schon 1995 erkannt, dass gerade dieser Bereich ein enormes Potenzial für den Einsatz von Robotern darstellt. Geht man heute über eine einschlägige Fachmesse im Bereich des Verpackens und Palettierens, dann sieht man die unterschiedlichsten Applikationen mit Robotern. Bei den Robotern suchten wir uns einen Partner, der unsere sehr gute Vertriebsorganisation nutzen konnte, und den fanden wir mit Kawasaki. So wurden wir 1997 Systempartner von Kawasaki. Nun sind wir Gesellschafter von K-Robotix, weil wir die gleichen Ziele verfolgen. Wir wollen die Synergieeffekte, die sich mit dem Zentrum in Bremen und mit den anderen Systempartnern ergeben, nutzen.
mav: Wie es aussieht, verspricht der Bereich der Verpackung und Palettierung den größten Zuwachs für den Robotereinsatz. Im Gegensatz zur Automobilindustrie, die wohl die Vorreiterrolle für den Einsatz der Roboter beim Fügen und in der Montage gespielt hat, ist dort noch keine Sättigung in Sicht. Das bringt wohl die größten Zuwachsraten?
! Rolf: Gerade im Bereich der Verpa-ckungs- und Palettiertechnik gibt es sehr viele inhumane und den Menschen auch gesundheitlich belastende Arbeitsplätze. Denken Sie etwa daran, dass Menschen Kartons oder Säcke mit hohen Gewichten und staubigem Inhalt bewegen müssen. Das genau sind die Anwendungen, die wir für den Einsatz der Roboter als prädestiniert ansehen. Hier nimmt der Roboter dem Menschen gesundheitsgefährdende Arbeiten ab und humanisiert damit den Arbeitsplatz. Wir haben viele Kunden aus dem Bereich der Chemie, wo etwa Säcke mit hohen Gewichten gehandelt werden oder mit toxischen Inhalten. Und das gilt schließlich auch für den Hochtemperaturbereich, denkt man an Gießereien, Ziegeleien oder Schmieden. Dort sind wohl die eingängigsten Beispiele, wo der „eiserne Kollege“ sinnvoll zum Einsatz kommt.
mav: K-Robotix betrachtet sich nicht als Systemlieferant. Wie sieht diese Konstellation nun wirklich aus?
!Peters: K-Robotix stellt die Dachorganisation für die Teampartner dar. Hier präsentieren sich die Teampartner mit ihren Produkten. Wir machen die Marktbearbeitung, unterstützen mit Marketing sowie bei Vertriebsaktivitäten. Wir bekommen natürlich durch unsere Vertretung für Kawasaki und Toshiba Anfragen auch direkt an die Zentrale. Im Gegensatz zu Johannes Rolf sind andere Teampartner auf dem Vertriebssektor weniger stark und benötigen den Vertrieb und das Marketing, wo wir Hilfestellung leisten können. Viele unserer Partner waren reine Sondermaschinenbauer. Wir haben sie motiviert, den Roboter mit in ihre Systeme aufzunehmen. Mit unserer Hilfe bekommen sie Aufträge aus der Fertigungsautomation, aus der Robotik. So entwickeln wir uns mit den kleinen und mittleren Betrieben vor Ort. Unsere Zielsetzung ist, so flächendeckend wie möglich über Teampartner zu verfügen. Derzeit sind es bereits 15 über die gesamte Bundesrepublik verteilt, einschließlich Österreich.
mav: Neu ist der Begriff der Robotik, den Sie so stark forcieren wollen, eigentlich nicht, nur ist er eben noch nicht Allgemeingut geworden. Wie steht es um die Ausbildung zum Robotiker? Schließlich braucht man für den Einsatz dieser „eisernen Kollegen“ auch entsprechend qualifiziertes Personal?
!Peters: Für uns ist die Aus- und Weiterbildung eine der tragenden Säulen. Weil uns heute der Robotiker fehlt, ist unserer Branche der große Durchbruch auch noch nicht am Markt gelungen. Wir bieten in unserem Kompetenzzentrum permanent Schulungen an. Zudem sind wir an einer Initiative des Landes Bremen beteiligt, wo Schulen, Berufsschulen, Universitäten und entscheidende Bremer Betriebe an einem Tisch sitzen. Wir wollen das Thema Robotik in die Schulen tragen, gemeinsam mit den Lehrern. Einmal im Monat sind Schulen bei uns, damit Lehrer und Schüler etwas über Robotik erfahren. Denn wir mussten feststellen, dass viel mehr Information über das Thema Robotik vermittelt werden muss. Es muss dringend ein Lehrplan erstellt werden, der nicht nur für unsere Kunden Wissen vermittelt, sondern der auch viel mehr allgemeingültige Dinge über den Roboter und dessen Einsatzmöglichkeiten vermittelt. Daran wird unsererseits derzeit konkret gearbeitet.
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