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Reibahlen einstellen und Messen

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Einschneiden-Reibahlen, wie sie beispielsweise von den Firmen Beck, Mapal und Seco hergestellt werden, sind heute in der Automobilindustrie, der Automobilzuliefererindustrie und auch im allgemeinen Maschinenbau nicht mehr wegzudenken. Diese Reibahlen zeichnen sich aus durch allerhöchste Wirtschaftlichkeit, hervorragende Fertigungstoleranzen bei sehr langer Standzeit und einer ausgezeichneten Oberflächengüte.

Einschneiden-Reibahlen (mech. Aufbau s. Bild 1) können einstufig oder auch mehrstufig ausgeführt sein. In der mehrstufigen Ausführung liegt die besondere Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung komplexer Werkstücke. Die besonderen Vorteile der Einschneiden-Reibahlen können jedoch in der Praxis nur dann greifen, wenn diese Reibahlen sehr genau und vor allen Dingen richtig einge-stellt werden. Beim Einstellen der Reibahlen ist die Verjüngung ein besonders wichtiges Kriterium. Normalerweise geht man von einer Verjüngung von 10 µ auf 10 mm aus. Ist die Verjüngung zu klein, schabt die Reibahle. Es wird dann weder die Bohrungstoleranz, noch die Oberflächengüte erreicht; darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich die Einschneiden-Reibahle im Werkstück festklemmt und bricht. Ist die Verjüngung zu groß, dann besteht zwar nicht die Gefahr des Bruchs der Reibahle, wohl aber können Bohrungsqualität und Oberflächengüte nicht erreicht werden. Darüber hinaus sinkt in jedem Fall die Standzeit ganz erheblich, wenn die Verjüngung nicht nach Herstellerangaben eingestellt wird.

Messen und Einstellen der Einschneiden-Reibahlen
Seit Zoller im Mai 1992 die AWV-Bildverarbeitungstechnologie vorstellte, sind von diesem System weltweit mehr als 2.000 ausgeliefert worden. Mehr als 300 davon stehen in der Automobilindustrie, bei Automobilzulieferern und bei Werkzeugmaschinenherstellern. Bei allen diesen Firmen werden Einschneiden-Reibahlen einstufig und mehrstufig mit den Geräten eingestellt. Für das Einstellen sind keine Spezialkenntnisse erforderlich. So können z.B. mit der Saturn 2 (Bild 2) alle spanabhebenden Werkzeuge vollautomatisch mit einer garantierten Genauigkeit von ± 2 µ eingestellt und gemessen werden
Alle Zoller-»magnum«-Geräte sind mit dieser Bildverarbeitungstechnologie ausgestattet und haben grundsätzlich 3 CNC-gesteuerte Achsen, wobei die 3. Achse den Autofocus darstellt, damit die Werkzeugschneiden vollautomatisch und bedienerunabhängig auf den höchsten Punkt fokussiert werden. Dies ist die Voraussetzung, um Einschneiden-Reibahlen µ-genau einstellen zu können. Zusätzlich erleichtert der fotoreale Eingabedialog die Bedienung (Bild 4).
Soll nun eine Reibahle eingestellt werden, dann braucht der Bediener nur diesen fotorealen Eingabedialog auszufüllen. Es wird praktisch eine Zeichnung vermaßt. In diesen Eingabedialog werden beispielsweise die Solllänge und der Solldurchmesser eingegeben, der Anschnitt der Reibahle, der Abstand zwischen P1 und P2, die gewünschte Verjüngung und es kann auch berücksichtigt werden, ob eine Stützleiste durchgehend vorhanden ist oder nur verkürzt. Sind diese Eingaben erledigt, kann der Einstellvorgang schon starten. Zunächst stellt der Bediener die Schneiden ein. Anschließend erfolgt das Einstellen der Verjüngung.
Einstellen der Verjüngung
Nach dem Einstellen der Reibahlen-schneide positioniert der Messschlitten auf den Einstellpunkt P2, an dem die Verjüngung eingestellt wird. Auf der Analoganzeige ist für den Bediener genau und einfach abzulesen, um wieviel die Schneide nachgestellt werden muss, damit die Verjüngung wie gewünscht erreicht wird. Auch hier ist eine farbige Markierung über Rot nach Gelb und Grün vorhanden. Der Bediener braucht sich nicht um das tatsächliche Maß der Verjüngung zu kümmern, denn diese wurde ja schon im fotorealen Eingabedialog eingegeben. Er hat sich nur darauf zu konzentrieren, dass die Analoganzeige auf grün gestellt wird und hier möglichst auf null. Je präziser der Einstellmechanismus der Reibahle selbst ist, um so einfacher ist diese Aufgabe zu lösen. Ist die Verjüngung genau eingestellt, wird der Messvorgang wiederum mit der Funktionstaste F1 (o. k.) erneut gestartet.
Der Einstellvorgang ist schnell und genau
Der Einstellvorgang zeigt anschaulich, dass der Bediener nicht mehr tun muss, als eine Zeichnung zu vermaßen (den fotorealen Eingabedialog zu ergänzen) und dann einige Male die Funktionstaste F1 (o. k.) zu betätigen. Darüber hinaus müssen noch insgesamt dreimal mit einem Inbusschlüssel die Einstellschrauben der Reibahle betätigt werden. Eine Arbeit, die selbst einer berufsfremden Person innerhalb von 10 Minuten erläutert werden kann, so dass anschließend dauerhaft einwandfreie Ergebnisse beim Einstellen von Reibahlen mit der Zoller-Bildverarbeitungstechnologie erreicht werden. Wie bereits erwähnt, nutzen zwischenzeitlich mehr als 300 verschiedene Unternehmen in der Automobilindustrie, in der Automobilzuliefererindustrie und im Maschinenbau die Zoller-Technologie zum µ-genauen Einstellen dieser Einschneiden-Reibahlen.
Bedienerunabhängig
Die Beschreibung des Einstellablaufes hat gezeigt, dass keine speziellen Kenntnisse erforderlich sind, um diese Reibahlen genau einzustellen. Das Messen der Reibahlen ist absolut bedienerunabhängig, denn der Bediener hat nicht mehr zu tun, als die Reibahle in der Werkzeugaufnahme einzuspannen und den Startknopf zu betätigen. Beliebig viele Personen können eine Reibahle beliebig oft messen. Die Messdifferenz ist nicht größer als ± 1 µ.
Vollautomatischer Ablauf
Es werden verschiedene Einstellverfahren, das Einstellen im Rachenlehrenprinzip, im Übermaßprinzip und das Einstellen ohne Stützleisten mit automatischem Schlagausgleich angeboten. Alle diese Abläufe werden durch fotoreale Eingabedialoge programmiert, die Messabläufe sind allesamt vollautomatisch. Die Aufgabe des Bedieners besteht lediglich darin, die Nachstellschrauben an der Reibahle zu betätigen. Dies ist sehr einfach, da bei dem optischen System keine Messuhren stören und so immer freier Zugang zu den Nachstellschrauben vorhanden ist. Der Hersteller garantiert mit dem Bildverarbeitungssystem eine Genauigkeit von ± 2 µ. In der Praxis liegen die meisten Einstell- und Messergebnisse innerhalb von ± 1 µ.
Keine Beschädigung der Werkzeugschneide
Da das Messen und Einstellen der Reibahlen mit dem Zoller-System berührungslos – weil optisch – erfolgt, kann auch keine Beschädigung der Werkzeugschneide auftreten. Dies ist besonders bei PKD-Schneiden wichtig.
– mav 219
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