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Ralph und James Liechti

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Ralph und James Liechti

Geschäftsführer Liechti Engineering AG Die schweizerische Liechti Engineering AG produziert seit 1983 ein- und mehrspindlige Fräs-Bearbeitungszentren für die Bearbeitung von komplex gekrümmten Flächen wie Turbinenschaufeln, Impeller und Blisks für Triebwerke und Turbinen. Mit dem neuen Hochleistungs-Fräs-Bearbeitungszentrum g-Mill 550 will das Unternehmen nun auch neue Anwendungsfelder erschließen.

Das Interview führtemav-Chefredakteur Rudolf Beyer

mav: Liechti Engineering AG zählt als Spezialist von Turn-key-Fertigungslösungen für die Turbinen- und Triebwerksindustrie zu den Marktführern. Wie kann ein relativ kleines Familienunternehmen derart komplexe Aufgabenstellungen meistern?
u003E u003E u003EJames Liechti: Wir beschäftigen uns seit den 60er Jahren mit der Herstellung von hochproduktiven Werkzeugmaschinen und haben uns seit 1983 auf die Produktion von ein- und mehrspindligen Fräs-Bearbeitungszentren für die Bearbeitung von Turbinenschaufeln, Impellern und Blisks für Triebwerke und Gas-/Dampfturbinen konzentriert. Wir machen nicht alles selbst. Die Stärken unseres 60-Mann-Betriebes sind vor allem das Konzipieren, Entwickeln und Konstruieren. 40 % unserer Mitarbeiter sind allein damit beschäftigt.
mav: Da bleibt für die Produktion nicht viel Kapazität übrig?
u003E u003E u003EJames Liechti: Unsere Produkte sind schlüsselfertige, auf die Kundenanwendung angepasste Hightechbearbeitungszentren für extrem anspruchsvolle Aufgabenstellungen. Bei einem Jahresumsatz von ca. 35 Mio. SFR sind das ca. 15 Anlagen, die wir pro Jahr ausliefern. Bei der Komplexität und Vielfalt der benötigten Teile für unsere Maschinen rechnet sich dafür eine eigene Fertigung natürlich nicht. Deshalb beziehen wir sowohl alle Einzelteile als auch komplett montierte Baugruppen. Unsere Unabhängigkeit ermöglicht dabei die Wahl von optimal eingerichteten Lieferfirmen mit hohem Qualitätsstandard.
mav: Und wie sieht es mit Montage, Inbetriebnahme und Service aus?
u003E u003E u003EJames Liechti: Unsere komplexen Aufgabenstellungen können nur mit einem hochqualifizierten Mitarbeiterstamm zur Zufriedenheit unserer Kunden bewältigt werden. Das Team unserer erfahrenen Mitarbeiter in Langenau als Garant für hohe Fertigungsqualität und der Vor-Ort-Service von unseren lokalen Stützpunkten in USA, Europa und Asien erlaubt es uns, High-techbearbeitungszentren wie die g-Mill 500 mit 24 Monaten Garantie anzubieten.
mav: Welche Produkte umfasst das Liechti-Lieferprogramm, wer sind die Kunden?
u003E u003E u003EJames Liechti: Wir haben 1994 mit der „Liechti Turbomill“ das erste 5-achsige Fräs-Bearbeitungszentrum für Turbinenkomponenten mittlerer Baugröße entwickelt und seither in großer Anzahl produziert. Davon stehen beispielwseise 25 Einheiten bei Siemens KWU erfolgreich im Einsatz. Als weitere Spezialisierung haben wir im Jahre 1997 die Turboblisk, ein hochproduktives Fräs-Bearbeitungszentrum für die effiziente Produktion, in einer Aufspannung, von mittleren bis großen Blisks entwickelt. Die Maschinentypen Turbomill und Turboblisk sowie die mehrspindlige Multimill stehen bei Kunden wie General Electric, Pratt & Whitney, Siemens, MTU, Alstom, Scnecma, Toshiba etc. erfolgreich im Einsatz.
mav: Und welchen Kundenkreis will Liechti Engineering AG mit dem neu entwickelten Fräs-Bearbeitungszentrum g-Mill 550 ansprechen?
u003E u003E u003EJames Liechti: Unsere neue g-Mill 550 folgt dem Trend zu kleineren Turbinen und Komponenten und der Forderung nach höherer Produktivität, zielt aber konzeptionell auf ein breiteres Einsatzspektrum, beispielsweise auf die wirtschaftliche Hartbearbeitung komplexer Flächen im Werkzeug- und Formenbau.
mav: Was sind die besonderen technischen Merkmale der g-Mill 550?
u003E u003E u003ERalph Liechti: Die Maschine verfügt über modernste Technologie zum Bahnfräsen mit g-Beschleunigung für die Bearbeitung von Strömungsprofilen, wie sie in der Triebwerk- und Turbinenindustrie zu finden sind, und über Leistungen, welche im Bereich der 5-achsigen Fräsbearbeitung bisher unerreicht waren. Das Konzept dieses neuen Maschinentyps haben wir gemeinsam mit der technischen Universität in Fribourg/Schweiz erarbeitet. Unsere Zielsetzung war, in Sachen Produktivität und Einsatzspektrum einen Quantensprung zu realisieren.
mav: Die g-Mill 550 fällt auf jeden Fall optisch aus dem Rahmen.
u003E u003E u003ERalph Liechti: Die auffällige Optik resultiert aus der steifen und kompaktenMonoblock-Schrägportal-Bauweise mit 20° Neigung, die einen optimalen Spänefall gewährleistet. Wichtigstes Merkmal der g-Mill 550 ist aber nicht die gefällige Optik, sondern sind deren Leistungsdaten. Simulierte Wirtschaftlichkeitsrechnungen beweisen, dass die g-Mill 550 in Sachen Produktivität und Wirtschaftlichkeit nur schwer zu übertreffen sein wird. Als Resultat von konkreten simulierten Bearbeitungsversuchen haben wir einen Produktivitätsvorteil in der Größenordnung von 42 % ermittelt. Wir gehen davon aus, dass der praktische Produktivitäsvorteil in der Größenordnung von mindestens u003E30 % liegen wird.
mav: Der konstruktive Aufbau der g-Mill 550 lässt einen hohen Preis vermuten?
u003E u003E u003EJames Liechti: Bezieht man den Produktivitätsvorteil in die Maschinen-Wirtschaftlichkeitsrechnung ein, beispielsweise bei einer Standard-Turbinenschaufel mit einer Länge von 250 mm, ergibt sich das verblüffende Resultat, dass bei der Herstellung von hochwertigen Komponenten der Produktivitätsvorteil gegenüber dem Investitionspreis absolute Priorität hat. Voraussetzung ist jedoch, dass die Maschine entsprechend ausgelastet ist und die gesteckten Produktionsvorgaben erreicht werden. Die Maschinenqualität der g-Mill 550 sowie die eingespielte Serviceorganisation von Liechti Engineering sind gute Voraussetzungen dazu.
mav: Was macht die g-Mill 550 im Vergleich zu anderen so wirtschaftlich?
u003E u003E u003ERalph Liechti: Die Integralbauweise der Monoblock-Schrägportal-Konstruktion ist die ideale Symbiose zwischen der notwendigen starren Konstruktion, welche für ein hohe Zerspanungsleistung unerlässlich ist, und der Leichtbauweise, welche hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungswerte ermöglicht. Um Richtungsänderungen am Profil auf einem hohen Geschwindigkeitsniveau folgen zu können, müssen auf allen 5 Achsen hohe Beschleunigungen möglich sein, denn die geringste Achsbeschleunigung bestimmt die maximale Geschwindigkeit. Die g-Mill 550 verfügt deshalb über Doppelantriebe in der X-Achse sowie die seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzten Hochleistungs-Torquemotoren in den Rotationsachsen. Dies ermöglicht 5-achsiges Bahnfräsen mit Beschleunigungen im g-Bereich bei hohem Ruck, sowie Vorschubgeschwindigkeiten, welche dem höchsten Technologiestand entsprechen. Außerdem ermöglicht die Volllautomatisierung von Bearbeitung, Werkstück- und Werkzeugwechsel eine kontinuierliche 3-Schicht-Produktion unterschiedlicher Werkstücke.
mav: Welchen Sinn macht die Kombination des Werkstück- und Werkzeugwechsels in einem Gerät?
u003E u003E u003EJames Liechti: Wenn Werkstücke und Werkzeuge annähernd gleiche Abmessungen und gleiches Gewicht haben, ist ein kombinierter Wechsler, wie wir ihn in der g-Mill 550 zur Metav 2002 vorgestellt haben, kostengünstiger als zwei separate Wechsler.
mav: Welche Bedeutung hat ein hoher zulässiger Ruck auf die Produktivität?
u003E u003E u003ERalph Liechti: Aufgrund der kleinen Krümmungsradien, wie sie besonders an Turbinenschaufeln vorkommen, ergeben sich große Beschleunigungsänderungen, was einem großen Ruck entspricht. Weil solch abrupte Richtungsänderungen mit möglichst hohem Geschwindigkeitsniveau gefahren werden sollten, ist die g-Mill 550 konstruktiv so ausgelegt, dass in der CNC-Steuerung die Ruckbegrenzung sehr hoch gesetzt werden kann und somit mit sehr hohen Ruckwerten gefräst werden kann. Je höher der zulässige Ruck, umso dynamischer die Maschine. Dies ist der wesentliche Faktor für das erhebliche Mehr an Produktivität unserer Neuentwicklung. Hinzu kommt das mit großen Erfolg auch bei unseren übrigen Bearbeitungszentren praktizierte TPP-Achsenprinzip.
mav: Was heißt TPP-Achsenprinzip?
u003E u003E u003ERalph Liechti: TPP (Tool Pivot Point) bezeichnet das einzigartige Liechti-Achsenkonzept, bei dem sich möglichst alle Rotationsachsen im Werkzeugkontaktpunkt treffen. Dadurch ergibt sich eine höhere räumliche Genauigkeit an der Werkzeugspitze. Beim Schwenken der Rotationsachsen werden nur minimalste Nachführbewegungen der X/Z-Achsen notwendig. Das beruhigt die Vorschübe und erhöht dadurch die Maßgenauigkeit und Oberflächengüte am Werkstück.
mav: Welche Absatzchancen erwarten Sie?
u003E u003E u003EJames Liechti: Es handelt sich bezüglich Absatzvolumen um einen kleinen Teilmarkt im Geschäft für Fräsmaschinen. Die technologischen Ansprüche und die Erwartungen unserer Kunden in Sachen Produktivität sind jedoch sehr hoch. Wir rechnen uns deshalb gute Erfolgschancen aus – auch bei neuen Anwendungen.
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