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Seco Tools befasst sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem weltweiten Vertrieb von Werkzeugen für die Metallzerspanung. Kooperation und kundenorientiertes Denken stehen dabei im Vordergrund. Zur EMO 2007 wurde eine völlig neue Beschichtungstechnologie vorgestellt, die einen Quantensprung in der Hartmetalltechnologie darstellt und in der Zerspanung neue Maßstäbe setzt.

Eine EMO der Superlative liegt hinter uns. Sehen Sie das auch so?

Dr. Klinger: Es war für uns eine extrem erfolgreiche EMO, und sie war dieses Jahr so international wie noch nie. Wir haben Besucher aus 47 Ländern registriert und hatten 50 Prozent mehr Besucher pro Tag und damit trotz verkürzter Messedauer insgesamt ein erhebliches Besucherplus.
Seco Tools präsentierte zur EMO als Highlight seine neue Beschichtungstechnologie Duratomic. Was darf man darunter verstehen?
Dr. Klinger: Hier steht der Name bereits für das Programm (Durable/dauerhaft + Atomic/atomar). Es ist die Bezeichnung für eine völlig neue Beschichtungstechnologie von Seco Tools, die in der Hartmetalltechnologie einen sehr großen Entwicklungssprung darstellt und in der Zerspanung neue Maßstäbe setzt. Es ist uns gelungen, die Kristallstruktur der herkömmlichen Al2O3-Beschichtung in der Weise zu kontrollieren, dass diese zäher und gleichzeitig verschleißfester ist. Die Oberfläche ist deutlich glatter und abriebbeständiger. Damit reduziert sich die Gefahr der Aufbauschneidenbildung erheblich. Die dadurch deutlich niedrigeren Temperaturen eröffnen das Potenzial zu stark erhöhten Schnittgeschwindigkeiten und damit zu höherer Produktivität.
Also bedeutet Duratomic eine verschleißfestere Beschichtung von Hartmetallwendeplatten?
Dr. Klinger: Hier geht es nicht nur um eine neue Schicht, sondern um eine neue Technologie, die auch die Geometrie und das Substrat beinhaltet. Auf Basis dieser neuen Technologie haben wir begonnen, ein breiteres Programm neuer Sorten einzuführen. Angefangen haben wir mit einer neuen Drehsorte für den Stahlbereich, TP 2500. Die Resultate, die wir seit Einführung vor einem halben Jahr mit der Startsorte TP 2500 beim Drehen von Stahl erfahren haben, stimmen uns euphorisch. Erste Ergebnisse ermöglichen erheblich reduzierte Antriebsleistungen bei gleichem Zeitspanvolumen. Die Beschichtung mit sehr hohem Aluminiumoxyd-Anteil kann einmal höhere Wärme aushalten, auf der anderen Seite haben wir geringeren Wärmeeintrag durch den Span. Das heißt, wir haben einen doppelten Effekt: höhere Zerspanleistung bei gleichzeitig geringerem Verschleiß.
Sind die Vorteile dieser neuen Technologie nur beim Drehen nutzbar?
Dr. Klinger: Nein. Wir werden diese neue Technologie sukzessive in eine Vielzahl der von uns angebotenen Platten einfließen lassen und die Kombination neuer Sorten im Rahmen dieser Duratomic-Beschichtungstechnik mit entsprechenden Spanformergeometrien weitertreiben. Es geht da über neue Drehsorten bis hin zum Fräsen. Die nächsten Produkte sind TM 2000 und TM 4000 für den rostfreien Bereich mit der neuen Geometrie MF4. Im Fräsbereich ist es MK 1500 und MK 3000 sowie MP 2500 für Stahl und die Rostfrei-Bearbeitung.
Es gibt auch neue Bezeichnungen für die Hartmetallplatten?
Dr. Klinger: Mit den neuen Bezeichnungen wollen wir es unseren Kunden möglichst leicht machen, ein entsprechendes Produkt zu finden. Wir haben vor vielen Jahren mit unserer farblichen Kennzeichnung des Einsatzbereiches von Hartmetall-Wendeplatten angefangen, jetzt ziehen wir das auch mehr und mehr mit der Sortenbezeichnung durch. Die Auswahl soll für den Kunden so einfach wie möglich sein. Der erste Buchstabe steht für die Technologie (Turning, Milling), der zweite Buchstabe beschreibt das Hauptanwendungsgebiet.
Warum braucht es auch noch eine neue Geometrie?
Dr. Klinger: Durch unseren engen Kundenkontakt wissen wir auch viel über die Anforderungen an die Geometrie. Geometrie und Beschichtungstechnik müssen zusammenpassen. Deshalb haben wir mit Einführung der TP 2500 auch eine neue Geometrie eingeführt, die speziell auf die Near Netshape-Technologie ausgelegt ist. Das heißt: geringe Schnitttiefen von maximal 2,7 Millimeter, aber große Vorschübe von 0,5 Millimeter. Die Bezeichnung MF5 der Geometrie gibt Aufschluss über den Vorschubbereich.
Wie sieht es mit der neuen Technologie beim Fräsen aus?
Dr. Klinger: Beim Fräsen ist nicht nur der Bereich Sorte und Beschichtung wichtig, sondern es gibt auch große Potenziale bei der Gestaltung des Frässystems, der Geometrie und der Einbettung der Schneiden in den Körper. So haben wir eine neue Presstechnologie entwickelt, um die Wendeplatten noch besser an die eigentlichen Anforderungen der Zerspanung anpassen zu können. Das heißt: bessere Schneidengeometrien hinsichtlich zu erzeugender Geometrie am Werkstück, leichterer Spanabfluss und so weiter.
Welchen Kundennutzen hat die verbesserte Spanformergeometrie?
Dr. Klinger: Durch dreidimensionales Pressen ist es uns beispielsweise gelungen, auch neue Platten für Scheibenfräsertechnologien herzustellen. Die Platten haben im Gegensatz zu vorher eine stärker auf Zerspanung ausgelegte Geometrie. Sie sind flexibler einsetzbar, so dass ein Scheibenfräser neben dem Schlitzen auch für Planfräsoperationen, Hinterschnittbearbeitungen bis hin zum Kopierfräsen eingesetzt werden kann. Das Ergebnis liegt auf der Hand: einfachere Auswahl des richtigen Werkzeugs, da es für viele Einsatzfälle geeignet ist, schnellere Verfügbarkeit des Werkzeugs, geringere Lagerhaltung und Kapitalbindung. Weiterer Vorteil ist die höhere Schnittleistung. Außerdem kann der Kunde in vielen Fällen die Qualität seiner Produkte verbessern.
Wo findet bei Seco Tools die Forschung und Entwicklung statt?
Dr. Klinger: Forschung und Entwicklung sind in Schweden konzentriert und erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Zerspanungstechnikern im Markt. Seco-Kernkompetenz ist die Herstellung von Hartmetall, die Metallurgie sowie das Beschichten. Dafür treiben wir einen hohen Aufwand in der Entwicklung, denn das ist die Basis unseres Geschäftes. Um zielgerichtet für das Gesamtunternehmen die besten Lösungen zu entwickeln, orientiert Seco sich an den Märkten mit den härtesten technischen Forderungen, die die neuesten technischen Entwicklungen benötigen. Das ist in hohem Maße Deutschland. Neue Produkte entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und testen diese bei uns und direkt beim Kunden, um praxisnahe Ergebnisse zu erzielen.
Bietet Seco Tools auch Werkzeugausrüstungen für komplette Bearbeitungsaufgaben an?
Dr. Klinger: Wir haben uns in den letzten Jahren von einem Lieferant von Werkzeugen zu einem Spezialisten für Lösungspakete weiterentwickelt. Dabei übernehmen wir alle Aufgaben, angefangen von der Planung über die Bereitstellung der Werkzeuge bis hin zur logistischen Abwicklung und Begleitung der Maschinenabnahmen. Wir liefern voll einsatzbereite Werkzeug- und Technologiepakete und die dazugehörigen Services.
Dazu braucht es einen großen und gut ausgebildeten Außendienst?
Dr. Klinger: Wichtig ist die Qualität, weniger die Quantität. Weil wir bei der technischen Unterstützung unserer Kunden überall das gleiche Niveau sicherstellen wollen, bieten wir unseren Anwendungstechnikern weltweit eine gleich strukturierte Schulung, egal ob diese in China, Indien oder Brasilien tätig sind. Die Maschinen werden heute oftmals in Deutschland ausgelegt und eingefahren und wenn sie dann in ein anderes Land kommen und dort produzieren sollen, brauchen die Anwender vor Ort auch die vergleichbare technische Unterstützung. In unserem technischen Außendienst in Deutschland haben wir über 90 Mitarbeiter, weltweit sind von den 4600 Seco-Mitarbeitern sogar fast 900 im Außendienst tätig.
Welche Vorteile bietet die international operierende Seco Gruppe für das Geschäft in Deutschland?
Dr. Klinger: Es gibt einen stark wachsenden Anspruch unserer Kunden, die in Deutschland fertigen und im Ausland eine Zweitfertigung haben und dort eine auf gleich hohem Niveau stehende Unterstützung vor Ort erwarten. Da hilft die weltweite Präsenz unserer Tochtergesellschaften und eine sehr intensive persönliche Beziehung der Seco-Mitarbeiter, wenn es gilt, die Ansprüche der Kunden später in irgend einem Land der Erde mit den Ansprüchen des Werkzeugmaschinenherstellers in Einklang zu bringen. Wir sind stolz darauf, dass Seco Deutschland sich im Laufe der Jahre innerhalb der Gruppe bei der Ausgestaltung der Lösungspakete zum Kompetenzzentrum entwickelt hat.
Gibt es einen unique selling point bei Seco Tools?
Dr. Klinger: Ich meine, da gibt es mehrere. Es ist ein über viele Jahre aufgebautes Vertrauen unserer Kunden in Seco, seine Produkte, seine Innovationskraft, seinen Service und in die hohe Kompetenz der Seco-Mitarbeiter. Wir sind bestrebt, mit unseren Kunden eine langfristige Vertrauensbasis in der Zusammenarbeit aufzubauen und ihnen die für sie jeweils angemessene beste Lösung anzubieten. Jeder Kunde hat ein eigenes Umfeld, eine individuelle Aufgabenstellung und eine eigene Zielsetzung. Das heißt zunächst, dem Kunden zuzuhören und zu erfassen, welche Aufgabenstellungen wir mit nach Hause nehmen können. Wenn wir dann der Meinung sind, diese Aufgabenstellung individuell optimal lösen zu können, erläutern wir dies dem Kunden und unterstützen ihn später operativ bei der Umsetzung.
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