Startseite » Allgemein »

FF-System verwaltet Gitterboxen und Paletten

Allgemein
FF-System verwaltet Gitterboxen und Paletten

Anzeige
Rietschle ist einer der weltweit führenden Hersteller auf dem Gebiet der Druck und Vakuumtechnik. Für die montagenahe Fertigung kleinster Losgrößen in vielen Varianten ist hier ein Flexibles Fertigungssystem FFS der finnischen Firma Fastems installliert, in dem sowohl Vorrichtungs- als auch Materialpaletten unterschiedlicher Größen in einem System transportiert und verwaltet werden.

Mit nur vier Mitarbeitern begann Werner Rietschle 1959 in Hausen im Schwarzwald mit der Fertigung von Druck-Vakuumpumpen für den Einsatz von Druckmaschinen. Heute beschäftigt das Unternehmen an den Standorten Schopfheim und Fahrnau ca. 800 Mitarbeiter und ist Markführer in der Versorgung von Druckmaschinen, Falz-, Bind-, und Schneidmaschinen. Weltweit beschäftigt die FirmaRietschle in vier Fertigungswerken und siebzehn ausländischen Gruppengesell-

schaften etwa 1700 Mitarbeiter.
Mit dem Wachstum des Unternehmens stieg auch die Anzahl und damit Teilevielfalt der meist kundenspezifisch ausgelegten Druck-Vakuumpumpen.
Als vor vier Jahren die Überlegung anstand, wie die steigende Produktion dem Trend zu immer mehr Varianten bei immer kleiner werdenden Stückzahlen angepasst werden könnte, entschied sich Fertigungsleiter Jürgen Graffa mit seinem Team für eine „Neue Fabrik“ mit einem Flexiblen Fertigungssystem vom finnischen FFS-Spezialist Fastems. Ziel war die satzweise auftragsabhängige Produktion der zu fertigenden Pumpenteile auf Hochgeschwindigkeitsbearbeitungszentren im Rhythmus einer fertigungsnah angesiedelten Montage.
Montagenahe Teilefertigung
Seit fast drei Jahren ist dieses FFS der Firma Fastems nun bei Rietschle in Betrieb. Die Konzeption ermöglicht die Integration und Verwaltung des gesamten Materialflusses sowie der Ressourcen.
Die Bedienung des FFS ist werkstattorientiert. Die Menübäume sind flach, logisch und den Werkstattanforderungen angepasst. Alle Bedienhandlungen orientieren sich nach dem kürzlich, nicht ganz unproblematischem Umstieg auf die Fastems-Software WinOMS, am Windows-Standard.
Die Fertigung erfolgt direkt aus einem Hochregallager, in welches neben den Bearbeitungsmaschinen verschiedene Arbeits- und Hilfsstationen integriert sind.
Wesentliches Merkmal des Hochregallagers ist, dass Vorrichtungs- und Materialpaletten unterschiedlicher Größen in einem System transportiert und verwaltet werden. Dies hat den Vorteil, dass die Gussrohlinge, die aus der benachbarten eigenen Leichtmetallgießerei angeliefert werden, sich nicht mehr wie früher vor den Bearbeitungsmaschinen stapeln, sondern in Gitterboxen just-in-time in das Hochregallager eingelagert werden können. Das System (Gesamtlänge 51 m, Höhe 8 m) umfasst 40 Speicherplätze für Maschinenpaletten 630 x 630 mm und 548 Plätze für Gitterboxen 800 x 1200 x 1000 mm. (Davon werden ca. 40 Plätze für Vorrichtungen benötigt.)
Aus diesem automatisch beschicktem Lager erfolgt die vollautomatische Zuführung der Gussteile auf Hochgeschwindigkeitsbearbeitungszentren.
Spanntürme und Spannvorrichtungen
Anzwei Spannstationen werden zuvor die Maschinenpaletten bestückt. Die zu einem Auftrag gehörenden Rohlinge (zwei Laufräder, ein Gehäuse und ein Deckel) werden den Materialboxen entnommen, auf einem Spannturm gemeinsam aufgespannt (Bild 4) und in das Hochregallager eingelagert. Für lange Maschinenlaufzeiten muss möglichst viel Aufspannfläche zur Verfügung stehen. Hierfür stehen bei Rietschle ca. 40 Aufspanntürme zur Verfügung, die zum großen Teil sechsseitig ausgeführt sind. Für größere Teile gibt es auch vier- und zweiseitige Aufspanntürme.
Die Spannvorrichtungen sind je nach Teil als feste Vorrichtung (vorrangig bei der zweiten Spannung – Genauigkeit – und bei Rennertypen) oder als Universalvorrichtung (vorrangig bei geringen Stückzahlen oder Anbauteilen) ausgeführt.
Fertigungs- und Montageablauf
Entgegen der ursprünglichen Planung der direkt auftragsbezogenen Fertigung mit Losgröße bis zu eins werden heute pro Woche und Gebläsetyp Montagelose gebildet (alle Kundenaufträge einer Gebläsetype einer Woche). Die Teile, die die Montage in der Woche X benötigt, werden in der Woche X – 1 gefertigt bzw. bereitgestellt.
Die Gebläsefertigung besteht aus zwei Verantwortungsbereichen (Inseln):
Teilefertigung und Montage
Die Bearbeitung der Gussrohlinge erfolgt auf zwei direkt in das FFS eingebundenen horizontalen Hochgeschwindigkeitsbearbeitungszentren Typ A77 von Makino (Bild 2).
Bearbeitung auf HSC-Zentren
Auf diesen Maschinen werden der wochenbezogene Montagebedarf der Hauptbauteile (Laufräder, Gebläsegehäuse und Gebläsedeckel – insgesamt ca. 160 bis 180 verschiedene Bauteile) gefertigt und direkt an die Montage weitergegeben. (Ev. überschüssig bearbeitete Teile werden geschützt in die Rohteilbox zurückgelegt und im FFS verwaltet.)
In das FFS direkt integriert ist auch eine Waschmaschine, in die nach jedem Bearbeitungsgang die Maschinenpaletten automatisch zugeführt und gewaschen werden.
Weitere Werkstücke und komplette Sätze von Hauptbauteilen für kleine Gebläse werden auf einem Horizontalem Bearbeitungszentrum H-500/40 der Fa. Mazak mit 6-fach-Palettenpool bearbeitet. Diese Maschine ist nur indirekt in das FFS eingebunden. Das heißt, es wird wie bisher losbezogen abgearbeitet. Die Boxen mit Rohmaterial werden hier vom Pufferlager der Gießerei bei Bedarf abgerufen und komplett bearbeitet. Die Boxen mit montagefertig bearbeiteten Teilen werden über eine Eingabestation dem FFS zugeführt und dort verwaltet. Auch die so bearbeiteten Teile werden der Montage entspechend dem wochenbezogenen Bedarf weitergegeben.
Im Bereich der Montage sind alle Tätigkeiten der Gebläsefertigung, außer der Teilefertigung, zusammengefasst sowie ein Kaufteilelager angesiedelt. Ziel: Wenig Verantwortungsschnittstellen, kurze Wege, schnelle Informationsweitergabe.
Positive Resultate dieser „neuen Fabrik“ sind bei Fa. Rietschle enorme Einsparungen an Fertigungskosten infolge drastisch kürzerer Durchlaufzeiten, der möglichen sehr hohen Nutzungsgrade der Bearbeitungsmaschinen sowie des geringeren Transport- und Lagerbedarfs und damit verbunden weniger organisatorisch bedingten Stillstandzeiten.
Mannlose Fertigungszeiten von 4 Stunden und bemannte Fertigungszeiten von 8 Stunden wechseln sich ab. Nachteil: Steht das FMS, steht natürlich auch die gesamte Einzelteilfertigung bei Fa. Rietschle.
96 % Verfügbarkeit garantiert
Höchste Verfügbarkeit ist also gefragt. Fastems garantiert seinen Kunden 96%ige Verfügbarkeit – und kann dies an weltweit mehr als 250 verkauften Systemen beweisen, mit denen Betriebsauslastungen von jährlich bis zu 7500 Produktionsstunden erreicht werden.
Fastems Zielsetzung: jährlich 7500 Produktionsstunden
Dank seiner Flexibilität kann das Fastems FFS von einer einzelnen Maschinenzelle zu einer großen Produktionsanlage wachsen. Zu den Hauptkomponenten des FFS zählen: Palettenspeicher, Regalbediengerät (Bild 1) und Steuerungssystem. Mit diesen Elementen lässt sich eine umfassende Auswahl an Werkzeugmaschinen renommierter Hersteller, Rüst- und Materialstationen, Robotern, Waschmaschinen sowie verschiedenen Materialverwaltungs- und Montagefunktionen integrieren. Unter Berücksichtigung betrieblicher Anforderungen kann so die jeweils kostengünstigste Lösung entstehen.
– mav 202
EMO Halle 17 Stand C 43
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild mav Innovation in der spanenden Fertigung 10
Ausgabe
10-2020
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Medizintechnisches Kolloquium 25.11.2020 | CHIRON Group

11. Medizintechnisches Kolloquium am 25.11.2020 bei der CHIRON Group – Jetzt anmelden und Ticket sichern!

Neue Fachzeitschrift additive

Trends

Aktuelle Entwicklungen in der spanenden Fertigung

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Alle Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de