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Aufbruch zu neuen Märkten

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Neue Märkte mit anderen Herausforderungen, dort sieht Rolf Peters, Leiter Vertrieb und Technik von Kawasaki Robotics, Wachstum und weniger Abhängigkeit vom Automobil und seinen Konjunkturzyklen. Und er akquiriert eifrig in diese Richtung.

Kawasaki Robotics Deutschland ist eine Tochter der englischen Niederlassung, deshalb ist das Hauptquartier auch in Manchester angesiedelt. „Dort erfolgt auch teilweise die Endmontage unserer Roboter“, meint Rolf Peters. „Die Einzelteile kommen aus Japan oder Amerika.“ Der Stammsitz von Kawasaki ist in der Nähe von Osaka. Man ist bereits seit über 30 Jahren im Robotergeschäft tätig.

Der Ursprung unserer Roboter geht auf eine enge Zusammenarbeit mit Unimation zurück“, erzählt Peters. „Wer genau hinschaut und die Geschichte der Industrieroboter kennt, der erkennt heute noch an verschiedenen Details ihre Herkunft.“ Wie alle anderen war auch Kawasaki in den vergangenen 30 Jahren vorwiegend im Bereich der Automobilindustrie tätig. Zu den Großkunden gehört etwa Toyota oder Mitsubishi. Vor etwa 15 Jahren ginge man den US-amerikanischen Markt an und eroberte als erste „Festung“ Ford.
Rund 30 000 Roboter in 15 Jahren geliefert
Von den mittlerweile ausgelieferten rund 30 000 Robotern stehen allein 15 000 in Japan. Etwa 7000 arbeiten in den USA, 3000 verteilen sich auf die europäischen Länder, wobei Italien bislang der stärkste Partner ist. Der Rest ist in Asien. „In Italien sind es etwa 2000 Geräte“, bemerkt Rolf Peters. „Dort arbeiten wir mit einem Systemhaus zusammen, das vorwiegend komplette Anlagen zum Schweißen, Polieren, Druckgußhandling oder Montage liefert. In Italien ist im Gegensatz zu Deutschland der kleine und mittelständische Betrieb wesentlich innovativer in der Umsetzung von Anlagen.“
Vor rund zwei Jahren hat Kawasaki Robotics Deutschland erkannt, daß der deutsche Markt Besonderheiten bietet: „Hier kommt man nur über Anwendungen und Problemlösungen zu Marktanteilen. Wir haben mittlerweile eine flächendeckende Präsenz von Systemhäusern, die über unterschiedliche Spezialisierungen verfügen. So ist eines der Häuser auf Druckguß spezialisiert, ein anderes bearbeitet bevorzugt das Palettieren in seinen unterschiedlichsten Problemstellungen, wieder ein anderes stürzt sich auf die Montage, das Kleben und andere mehr oder weniger klassische Anwendungsgebiete.“
Mit Systemhäusern den Markt erschließen
Peters erhofft sich durch diese Vorgehensweise einen größeren Zugang zum Markt. Die Anwendungen sind nach seiner Meinung dazu der eigentliche Schlüssel.
„Ein bei einem Kunden anliegendes Problem ist immer weit umfassender, als daß es sich so einfach nur mit einem Roboter lösen ließe“, meint er dazu. „Da spielt die Zuführung oder das Einsortieren der Teile eine wesentliche Rolle, oder es muß gemessen und sortiert werden. Eine Fülle anderer Arbeitsgänge und Vorgänge um den Roboter gehören so ins System. Es steht immer die Anwendung im Vordergrund.“
Es gehören mittlerweile 20 Systemhäuser, verstreut über die Bundesrepublik, zum festen Bestand. Fünf weitere stehen kurz davor. Besonders freut sich Peters über einen Laserfachbereich, den er für diese Zukunftstechnologie „an Land ziehen“ konnte.
„Der Laser, hier gezielt in absehbarer Zukunft der Diodenlaser – der diodengepumpte Festkörperlaser ist hier nur ein Zwischenschritt – wird eine tragende Rolle spielen“, meint der Vertriebsleiter. „Es schält sich mehr und mehr heraus, daß der YAG-Laser schon heute das geeignetste Werkzeug ist, um per Roboter Material zu bearbeiten.“ Ein aktuelles Projekt ist beispielsweise, Kunststoff mit einem 80-W-Laser zu schweißen. So eine schweißtechnische Verbindung von Kunststoffen sei nicht nur hoch interessant, es ließen sich dadurch auch neue Bauformen verwirklichen.
Schubkastenlösungen gibt es nur ganz selten
Noch ist Kawasaki, einer der größten Roboterhersteller weltweit, sehr gering vertreten. Derzeit sind „erst“ 100 Geräte installiert. „Schon in diesem Jahr wollen wir die Zahl 25 aus 1989 verdoppeln“, so Peters. „Unser Ziel für die kommenden Jahre ist, uns auf einen Absatz von 400 Robotern jährlich zu steigern. Und dafür schaffen wir bereits jetzt die personellen Voraussetzungen. Wir wissen, daß ein Systemhaus größtmögliche Unterstützung von der Roboter-Mutterfirma bekommen muß, um neue Dinge auch umsetzen zu können.“
Es gibt in diesem Bereich so gut wie keine „Schubkastenlösungen“, das weiß man auch bei Kawasaki. Und daher geht man auch jedes Problem ganz von vorne an: „Jeder Anwender hat so seine Eigenheiten, was wir besonders feststellen, wenn wir aus der Metallbearbeitung im Automobilsektor hinaus etwa zur Palettierung gehen, etwa in den Lebensmittelbereich“, so Rolf Peters. „Denken sie einmal an die Handhabung von Säcken. Da haben wir zwar eine Anzahl von Gabelkonstruktionen, Greifern oder heben per Unterdruck. Doch spielt die Füllung, die Konsistenz des Füllgutes und das Material des Sackes eine gravierende Rolle. Es ist bedeutend, ob Mehl oder Kartoffeln der Inhalt sind.“
Mit neuen Ideen zu neuen Einsatzfällen
In diesem Zusammenhang hat Kawasaki Deutschland erkennen müssen, daß in der Tat die Mehrzahl der hierzulande installierten Roboter beim Punktschweißen oder Bahnschweißen überwiegend im Automobilbau eingesetzt werden. Das ist für Peters eine zu einseitige Bindung an spezielle Konjunkturzyklen. Deshalb will er mit seinen Kawasaki-Robotern andere Märkte öffnen.
„Ein besonders großer Sektor, den wir in Zukunft bedienen wollen, ist das Palettieren von Kartons, Säcken, Dosen und mehr. Das gilt sowohl für den Sektor Lebensmittel als auch etwa für Baustoffe und andere Dinge. Da hat in den vergangenen Monaten eine erhebliche Anfragetätigkeit eingesetzt, obwohl wir mit der Erschließung dieser Einsatzfelder erst am Anfang stehen.“
Wie gut sich Kawasaki Robotics auf diese neuen Felder einstellt, zeigte sich bereits mit dem kleineren Roboter, der auf der Hannover Messe vorgestellt wurde. Im kleineren Bereich sind es vor allem Aufgaben des Handlings, des Prüfens sowie sogar medizinische Aufgaben, wie Peters erzählt. „Roboter werden in Zukunft verstärkt dort installiert, wo heute menschliche Arbeitskraft zunehmend zu teuer wird“, so Rolf Peters zum Schluß. Die Betriebe müssen speziell die Personalkosten in den kommenden Jahren weiter absenken.“
– mav 160
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