Baden-Württemberg – eine führende Industrieregion in Europa

Allianz Industrie 4.0

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Rund ein Drittel aller deutschen Maschinen- und Anlagenbauer hat seinen Sitz in Baden-Württemberg. Jede zweite Werkzeugmaschine „Made in Germany“ wird hier produziert. Der Standort hat alle Voraussetzungen, um als Leitanbieter für die Produktionstechnik der Zukunft voran zu gehen, und ist ein Innovationsmotor in Europa.

Exemplarisch für den Innovationsmotor stehen die vielen Hightech-Zentren der Wirtschaft, exzellente Hochschulen und führende außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Mit einem Anteil von 5,1 Prozent (2011) des Bruttoinlandsprodukts, die in Baden-Württemberg in Forschung und Entwicklung investiert werden, erreicht die Region einen europaweiten Spitzenwert.

Der grundlegende Wandel der Märkte hin zu immer individuelleren Kundenwünschen, kürzeren Produktlebenszyklen und größeren Nachfrageschwankungen hat Auswirkungen auf die Wirtschaft: Neue Produktionssysteme mit intelligenten, selbststeuernden Maschinen und einer internetbasierten IT-Vernetzung ermöglichen einen großen Sprung zu mehr Flexibilität und höherer Effizienz. Diese Industrie 4.0 wird die gesamte Wertschöpfungskette verändern. Eine Studie des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zu volkswirtschaftlichen Potenzialen von Industrie 4.0 schätzt, dass die neuen Produktionskonzepte im Maschinen- und Anlagenbau und bei elektrischen Ausrüstern einen zusätzlichen Effekt von rund 2,2 Prozent pro Jahr auslösen. Dies entspricht mindestens 35 Milliarden Euro mehr Bruttowertschöpfung bis 2025 für diese Branchen am Standort Deutschland.
KMUs sollen besonders gefördert werden
Dabei sind sich die Experten einig, dass das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Einführung der neuen Prozesse ist. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der produzierenden Industrie, und speziell des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Zulieferer des Landes, ist für den Standort Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung. Dabei liegen die kleinen und mittleren Unternehmen im besonderen Fokus der Projekte des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg.
Mit Industrie 4.0 wird die Komplexität der Produktions- und Logistiksysteme zunehmen. Fabrikausrüster werden nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie Gesamtsysteme aus intelligenten Maschinen, digitaler Vernetzung und hochflexiblen Produktionssteuerungssystemen anbieten können oder ihre Produkte in solche Gesamtkonzepte einpassen können. Dies werden große Unternehmen schneller umsetzen können als kleine und mittlere Unternehmen. Vor allem das enge Zusammenwachsen von Hardware und digitaler Welt stellt eine Herausforderung dar. Betroffen sind besonders die große Zahl von KMUs aus dem Maschinenbau und der Zulieferindustrie in Baden-Württemberg. Ihnen muss der Nutzen von Industrie-4.0-Konzepten noch überzeugender vermittelt werden. Gelingt das nicht, besteht die Gefahr, dass sie von der Einführung der intelligenten Produktionstechnologien abgekoppelt werden.
Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften
Vor diesem Hintergrund wurde unter der Schirmherrschaft von Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid die „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen. Sie hat das Ziel, die landesweiten Akteure in Baden-Württemberg zu vernetzen und das Land als Leitanbieter für die Produktion der Zukunft zu etablieren. Der Lenkungskreis der Allianz besteht aus Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften und dient als zentrales Steuerungsgremium. Vorsitzender ist Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, ehemaliger VDMA-Vorsitzender und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein AG. Bei einer zentralen Auftaktveranstaltung am 26. März unterzeichneten 50 Partnerorganisationen eine Vereinbarung zu gemeinsamen strategischen Zielen.
Die Allianzpartner wollen vorrangig kleinen und mittleren Unternehmen Orientierung auf dem Weg zur Industrie 4.0 geben und dazu beitragen, dass sich Beschäftigte auf ein sich veränderndes Aufgabenspektrum vorbereiten können. Ein Masterplan mit einem mehrstufigen Technologietransferkonzept umfasst unter anderem regional verteilte Veranstaltungen und Workshops, bei denen Best-Practice-Beispiele vorgestellt und diskutiert werden. Daneben werden strategische (Verbund-)Forschungsprojekte initiiert und gefördert. Operativ unterstützt wird die Arbeit der Allianz Industrie 4.0 durch eine Koordinierungsstelle, die beim VDMA Landesverband Baden-Württemberg angesiedelt ist. Insgesamt stellt das Ministerium für Industrie-4.0-Projekte in den kommenden beiden Jahren mindestens 14,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Applikationszentrum am Fraunhofer IPA
Als eine zentrale Maßnahme zur Unterstützung der Allianz fördert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft den Aufbau eines Applikationszentrums Industrie 4.0 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart mit rund 3,5 Millionen Euro. Das Zentrum soll vor allem die Entwicklung einer Baukastenstruktur für cyber-physische Produktionssysteme, additive Produktionstechnologien (3D-Druck) sowie echtzeitnahe Simulationstechnologien erforschen. Das aktive Engagement industrieller Unternehmen soll integraler Bestandteil des Applikationszentrums sein.
Das Ministerium förderte bereits mit dem Leuchtturmprojekt „Virtual Fort Knox“ den Aufbau einer sicheren, föderativen Cloud-Plattform für serviceorientierte Software-Anwendungen (Apps) im Maschinen- und Anlagenbau am Fraunhofer IPA. Die Vernetzung und Verarbeitung von Daten aus der physischen Produktion im Sinn von Industrie 4.0 erfordert IT-Systeme mit sehr hoher Datenkapazität (Big Data). Entsprechende Serversysteme und das Knowhow für einen sicheren Betrieb können KMU nicht selbst bereitstellen. Das „Virtual Fort Knox“ bietet spezielle Anwendungen zur Optimierung der Fabrikplanung und des Fabrikbetriebs in der Industrie 4.0 an.
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg www.mfw.baden-wuerttemberg.de

Mittel für Industrie 4.0
Fünf Millionen Euro werden aus Landesmitteln für die Allianz 4.0 bereitgestellt. Damit soll der Start finanziert und erste Projekte initialisiert werden. Die Industrie steuert weitere fünf Millionen Euro bei. Daneben stellt das MFW weitere 3,5 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln für die sogenannte Forschungsfabrik Campus-Ost beim KIT zur Verfügung. Das Gesamtvolumen beträgt sieben Millionen Euro. Für den übergeordneten Bereich der „Digitalisierung der Wirtschaft“ hat das Ministerium weitere Mittel im kommenden Doppelhaushalt eingeplant. Daraus könnten bis zu sechs Millionen Euro zusätzlich in den Bereich Industrie 4.0 fließen.
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