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Zweifel an rascher Abkehr vom Verbrennungsmotor

Dreher diskutieren Mobilitätswandel

Mit über 130 Teilnehmern verzeichnete die Frühjahrstagung des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie in Erfurt reges Interesse. Bild: Mücke
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Zu ihrer Frühjahrstagung Anfang Mai in Erfurt haben sich die im Verband der Deutschen Drehteile-Industrie organisierten Unternehmen – überwiegend Automobilzulieferer – intensiv und kritisch mit der Zukunft der (Elektro-)Mobilität beschäftigt. Die Veranstaltung war mit über 130 Teilnehmern sehr gut besucht. Offensichtlich erachten eine Vielzahl der Betriebe das behandelte Thema als äußerst brisant und entscheidend, auch für ihr eigenes Fortbestehen.

In Referaten vor dem gesamten Forum, aber auch in Pausen und in persönlichen Gesprächen, haben die Teilnehmer zahlreiche Aspekte einer schnellen Abkehr von den bislang üblichen Verbrennungsantrieben bei der individuellen Mobilität intensiv diskutiert. Besondere Erkenntnisse lieferte ein Vortrag eines Verbandsmitglieds, der ein breites Spektrum aktueller Veröffentlichungen zur Gewinnung, Erzeugung, Verteilung und Speicherung elektrischer Energie analysierte.
Die aufgezeigten Argumente lassen es unrealistisch erscheinen, die reine Elektromobilität innerhalb des geforderten kurzen Zeitraums von drei bis fünf Jahren in größerem Umfang zu realisieren. Auch die gesellschaftlich erwarteten Verbesserungen an Luft- und Umweltqualität würden wegen der zusätzlich benötigten Mengen an elektrischer Energie zunächst nicht eintreten. Der hierfür kurzfristig erforderliche, umfassende Wandel in der Infrastruktur lässt sich offensichtlich nicht oder nur in Ansätzen verwirklichen, zudem erfordert er erhebliche Investitionen.
Darüber hinaus ist zu erwarten, dass ein schneller Wechsel hin zur Elektromobilität bei den derzeit bestehenden technischen Grenzen nur minimale oder keine gesellschaftliche Zustimmung finden wird. Akzeptable Verbesserungen, so der Konsens in einer Vielzahl an Veröffentlichungen, sind nur mit einem verzögerten, strukturierten Wandel zu erreichen. Dabei nutzt man zunächst umweltschonende, d. h. effiziente Verbrennungsantriebe, bzw. Hybridlösungen, und erst nach einem weiteren technologischen Fortschritt zunehmend reine Elektroantriebe.
Dieser eher skeptischen Position in Bezug auf den raschen Wechsel hin zur Elektromobilität innerhalb des von der Politik geforderten Zeitraums schlossen sich die meisten der Tagungsteilnehmer und somit Mitglieder des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie an.
Im Verlauf der Tagung erhielten die Vertreter der Mitgliedsunternehmen weitere sehr interessante Informationen, die sie nach eigenen Angaben direkt für ihr Tagesgeschäft nutzen können. So fand auch das Referat über die derzeit aktualisierten Fassungen der Gesetze und Verordnungen zu Steuern auf den Verbrauch elektrischer Energie besondere Aufmerksamkeit. Insbesondere mittelständische Unternehmen werden künftig deutlich mehr Aufwand betreiben müssen, um den Verbrauch und die betriebsinterne Nutzung des elektrischen Stroms zu erfassen und detailliert den Steuerbehörden zu melden. ■
Verband der Deutschen Drehteile-Industrie im Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI) e.V.www.drehteileverband.de
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