Japaner wollen vom deutschen Industrie-4.0-Vorsprung profitieren Roboterhersteller greift in Europa an

Japaner wollen vom deutschen Industrie-4.0-Vorsprung profitieren

Roboterhersteller greift in Europa an

2018 sollen in Slowenien die ersten Motoman Roboter aus rein europäischer Fertigung hergestellt werden. Das Werk soll 80 Prozent des europäischen Bedarfs an Robotern decken. Bild: Yaskawa
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Mit dem Bau einer Roboterfabrik in Slowenien intensiviert Yaskawa seine Präsenz in Europa. So will der japanische Automationskonzern auch von der hiesigen Industrie-4.0-Luft schnuppern.
„Die Investition in Europa ist ein Schlüssel für unser nachhaltiges Wachstum“, betont Hiroshi Ogasawara, President der Yaskawa Electric Corporation. Mit einem Investitionsvolumen von rund 25 Millionen Euro wollen die Japaner eine Roboterproduktion in Slowenien eröffnen und so die bestehenden Produktionsstätten in Japan und China erweitern. 2018 sollen die ersten Motoman Roboter aus rein europäischer Fertigung hergestellt werden. Das Werk soll etwa 80 Prozent des europäischen Bedarfs an Robotern decken.
Neben der reinen Fertigung entsteht in Slowenien zudem ein eigenes Entwicklungszentrum, um Roboter spezifisch an Kundenbedürfnisse anzupassen. „Für einen Kunststoff-Maschinenbauer haben wir kürzlich bei einem Standardroboter die Armlänge angepasst und die Robotersteuerung in dessen Maschinenoberfläche integriert. So etwas wollen und werden wir zukünftig häufiger machen“, so der deutsche Robotik-Chef Bruno Schnekenburger.
Mit der Investition agiert Yaskawa bewusst gegen den Trend, Technologie-Knowhow und Produktionskompetenz von Europa nach Asien zu verlagern. Ein Stück weit will Ogasawara dabei auch vom aktuell vor allem in Deutschland herrschenden Unbehagen im Hinblick auf chinesische Investoren profitieren: „Für uns ist das natürlich positiv“, so Ogasawara.
Ziel: Wahrnehmung als europäischer Hersteller
Großes Ziel der Japaner sei es, zukünftig als europäischer Hersteller angesehen zu werden, sagt Manfred Stern, CEO der Yaskawa Europe. Statt einer reinen Vertriebsfirma wolle man Premiumpartner für Roboter und Systeme sein. Dabei wolle man auch von innovativen deutschen Kunden lernen. Dazu zählt Stern Automobilbauer und Tier-1-Zulieferer ebenso wie den sprichwörtlichen deutschen Mittelstand. „Deutscher Mittelstand ist in Japan gleichbedeutend mit Innovation.“
Vor allem aber will Yaskawa von hiesigen Aktivitäten in Sachen Industrie 4.0 und Internet der Dinge (IoT) profitieren. „Mit IoT ändert sich die Welt und Europa ist dabei führend“, sagt Stern. „Und als Technologieführer müssen wir dann eben ganz nahe bei den Technologieführern sein“, ergänzt Ogasawara. So will man Technologietrends in Europa aktiv mitgestalten und die japanische Organisation damit bereichern. Bereits heute beschäftigt Yaskawa rund 350 Entwicklungs- und Applikationsingenieure in Europa.
Der Bau des Roboterwerks in Slowenien ist nur der jüngste Schritt für Yaskawa. Der Konzern verfolgt in Europa schon länger eine ambitionierte Expansionsstrategie, die den Ausbau der Vertriebsorganisation und Niederlassungen sowie Firmenzukäufe beinhaltet. Mit Erfolg: Der Umsatz in EMEA ist von 274 Millionen Euro in 2010 auf immerhin 501 Millionen in 2016 gewachsen. Knapp die Hälfte davon setzt Yaskawa mit Robotik um. Und Schnekenburger will mit der Robotik weiter wachsen: „Unser Ziel ist es, mittelfristig in strategischen Zielmärkten unter den zwei führenden Herstellern von Industrierobotern in Europa zu sein.“ ■
Yaskawa Europe GmbHwww.yaskawa.eu.com
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